Das Hallenbad im Schulzentrum Oberdorf in Hägendorf ist «dringend sanierungsbedürftig», wie es in der Botschaft an die Gemeindeversammlung vom 19. September heisst. Am nächsten Donnerstag kann die Bevölkerung nämlich einen ersten Vorentscheid treffen, ob die Gemeinde 3,4 Millionen Franken ausgeben will für die Instandstellung des Hallenbads mit dem Lehrschwimmbecken aus dem Jahr 1978. Der Gemeinderat beantragt der Gemeindeversammlung einstimmig, den Kredit an eine Urnenabstimmung zu überweisen. Diese soll gemäss Gemeindepräsident Andreas Heller möglichst noch in diesem Jahr stattfinden. Der genaue Termin ist aber noch unklar. Man wolle einen eidgenössischen oder kantonalen Sonntag dafür benutzen – aus «Kosten- und Effizienzgründen», wie Heller sagt.

Das Hallenbad als Gebäude und seine technischen Anlagen haben nach über 40 Betriebsjahren «das Ende ihrer Lebensdauer erreicht und teilweise überschritten», heisst es in der Botschaft weiter. Bereits im Jahr 2010 hat die Gemeinde eine erste Schätzung erstellen lassen: Damals ging man noch von 1,7 Millionen Franken aus für eine Sanierung. In der Zwischenzeit hätten aber «diverse Untersuchungen und Prüfungen durch einen Badspezialisten ergeben, dass die Instandsetzung wesentlich umfangreicher sein muss, als auf den ersten Blick ersichtlich war».

Mit einer Sanierung will die Gemeinde das Hallenbad, das vor allem für die Schulen gebraucht wird, für die nächsten 15 bis 20 Jahre (technische Anlagen) respektive für die nächsten 20 bis 30 Jahre (Gebäude und Räume) fit machen. Die Technik würde erneuert, der Chemieraum aus Sicherheitsgründen nach draussen verlegt oder die Glasfront aus energetischen Gründen ersetzt. Bei der Arbeiten wird auch der früher gebrauchte Werkstoff Asbest entfernt werden müssen. Gemeindepräsident Heller sagt dazu: «Wir wollen weiterhin ein Hallenbad, aber das kostet etwas. Alles andere wäre nur ein Flickwerk.» Bereits mit der vor einem Jahr erfolgten Anstellung einer Schwimmlehrerin hätte der Gemeinderat ein Zeichen für den Erhalt des Hallenbads ausgesendet. Eine Steuererhöhung für die Sanierung ist gemäss Heller aber aus heutiger Sicht nicht nötig.

Hallenbad würde im Herbst 2021 wiedereröffnet

Der Gemeinderat hat sich auch mit Alternativen auseinandergesetzt. Neben der Sanierung war auch ein Ersatzneubau, bei dem sich die Bauzeit aber deutlich verlängern würde, am gleichen Ort diskutiert worden. Mit mindestens 4,5 Millionen Franken waren dem Gemeinderat die Kosten dafür aber zu hoch. Eine Umnutzung stand ebenfalls im Raum, etwa für Angebote wie Musikschule, Schulsozialarbeit oder Jugendarbeit. Die Kosten dafür wurden aber nicht ermittelt. Dafür wurde ausgerechnet, was ein Rückbau des Gebäudes kosten würde: nämlich rund 250'000 Franken.

Lehnt die Bevölkerung das Sanierungsprojekt ab, würde der Gemeinderat einen Vorschlag für eine Umnutzung oder einen Rückbau machen. Sagt die Bevölkerung an der Urne schliesslich Ja, dann begänne die Sanierung im Juli 2020 und würde bis September 2021 dauern. In dieser Zeit wäre das Hallenbad geschlossen.