Hägendorf
Bei «Nonna Lia» lässt der Pizzaiolo den Teig 36 Stunden reifen

Mirko Biondo hat in Hägendorf im einstigen «Schlüssel» mit «Nonna Lia» ein italienisches Restaurant eröffnet.

Urs Huber
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Mirko Biondo im «Nonna Lia», wo 26 Pizzen zur Auswahl stehen und andere Leckereien aus Italien warten.

Mirko Biondo im «Nonna Lia», wo 26 Pizzen zur Auswahl stehen und andere Leckereien aus Italien warten.

Bruno Kissling

«Bufalina», so heisst eine der Pizze für vegetarisch orientierte Gäste bei «Nonna Lia». Und «Nonna Lia» ist die Pizzeria, die seit ein paar Tagen in Hägendorf die Stellung hält; die Stellung für die italienische Küche, wo der Teig 36 Stunden Ruhezeit bekommt, um schön locker und luftig und danach zur hausgemachten «Margherita», «Emiliana», «Vulcano» oder weiteren knapp zwei Dutzend Pizze gebacken zu werden. Geschäftsführer Mirko Biondo weiss, dass die Pizza heutzutage fester Bestandteil des Fast-Food-Angebotes ist. Deshalb legt er auch Wert auf die herkömm­liche Zubereitung jenseits des schnellen Verzehrs. Und logisch, er glaubt an die Zukunft der Pizzeria. «Ich bin eher am Traditionellen orientiert», sagt er.

Das lässt sich nicht nur an der Zubereitung der Speisen erkennen, sondern auch an der Tatsache, dass er den Namen des Restaurants «Schlüssel» mit der Neueröffnung nicht einfach untergehen liess. «Schlüssel» und Schriftzug hat er ins Firmenlogo einarbeiten lassen. «Das ist gut so», sagt der verheiratete zweifache 34-jährige Familienvater.

Eine Art Hommage an Mutter Lia

Biondo stammt aus einer Gastrounternehmerfamilie, wie er sagt. Unschwer zu merken, denn der Name «Nonna Lia» ist eine Art Hommage an seine Mutter Lia. «Sie hilft manchmal auch im Betrieb mit», sagt der Gastgeber, ausgebildeter Koch, Pizzaiolo und Maître d’Hôtel. Und natürlich führt Biondo unter «Nonna Lia» auch eine Pizza, «unter anderem mit Büffelmozzarella und Rindscarpacchio», wie er sagt.

Die ­Biondos stammen ursprünglich aus Palermo und sind dem bereits dort betriebenen Gewerbe treu geblieben. Denn alle seine fünf Geschwister arbeiten in dieser Branche. Der Geschäftsführer, der schon als Kind mitgewirkt hat, lacht. Wundert’s einen da, dass auch hausgemachtes Tiramisu und Pannacotta mit Beeren im Angebot stehen?

An den Wänden des «Nonna Lia»: grossformatige Bilder von Sophia Loren, Alberto Sordi, Totò, Fernandel; mit Ausnahme des Letztgenannten allesamt italienische Unterhaltungsgrössen. Italianità pur, könnte man sagen. Nur Fernandel, der Franzose, passt nicht ganz ins Bild. Aber er spielte einst im italienischsten aller italienischen Filme, «Don Camillo und Peppone», den listigen Priester Don Camillo. Das verschafft ihm so etwas wie einen Ehrenplatz bei «Nonna Lia», dieser hübschen Pizzeria im Oberdorf, wo es auch Wein aus schier allen Landesteilen Italiens zu kredenzen gibt. Etwas grosszügig gesagt: von Sizilien bis Südtirol.

Leidenschaft als Markenzeichen

Und selbst wenn das Interieur schon jetzt viel Atmosphäre verbreitet, sagt Biondo: «Für den Start haben wir noch nicht allzu viel verändert.» Aber das soll nach einer Anlaufzeit noch kommen.

Mit Leidenschaft arbeiten: das Markenzeichen der Biondos. Das ist auch beim Gastgeber von «Nonna Lia» nicht anders. «Hier möchten wir bleiben», sagt er. Und auch wohnen. Leben mit der Familie. Denn er betont, Vereine seien in seinem Haus sehr willkommen, ebenso Aktivitäten rund um die Fasnacht. Vor drei Jahren hatte er sich bereits um die Gaststätte bemüht. Aber man sei sich nicht einig geworden. «Jetzt hat’s geklappt», sagt Biondo. Der Startsonntag vor knapp 10 Tagen verlief verheissungsvoll.

«Ich bin sehr zufrieden, wir konnten gut 200 Gäste zählen»,

sagt Biondo.

Öffnungszeiten: Di bis Fr, 11 bis 14 und 17 bis 24 Uhr, Sa, 17 bis 24 Uhr, und So, 11 bis 22 Uhr durchgehend warme Küche.

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