Boningen

Grosse Veränderungen im Dorfzentrum stehen vor der Tür

Auf dem Areal rund um die «Linde» soll eine Überbauung das Dorfzentrum markieren.

Auf dem Areal rund um die «Linde» soll eine Überbauung das Dorfzentrum markieren.

Infoveranstaltung zur Ortsplanrevision interessierte. Rund um die «Linde» in Boningen ist eine charaktertypische Überbauung angedacht.

Die Boninger Ortsplanungsrevision, die vor über fünf Jahren in Angriff genommen wurde, biegt auf die Zielgerade ein: Am Donnerstagabend fand in der «Schnäggehalle» eine entsprechende – coronakonforme – Infoveranstaltung statt, zu denen die Behörden eingeladen hatten.

emeindepräsident Manfred Zimmerli begrüsste die 32 Anwesenden, und Planer Christian Sigrist (Büro SPI Planer und Ingenieure AG, Derendingen) orientierte über die Details dieses Grossprojekts.

Zur Geschichte: Die bisher rechtsgültige Ortsplanung datiert aus dem Jahr 2000. Das Planungs- und Baugesetz verlangt von den Gemeinden, ihre Ortsplanungen alle zehn Jahre zu überprüfen. So wurde als erstes das Leitbild überarbeitet und an der Gemeindeversammlung vom 10. Dezember 2013 beschlossen.

Auf dieser Basis und unter Berücksichtigung der übergeordneten Planungsgrundlagen wurde ab Februar 2015 ein Entwurf ausgearbeitet und im Juli 2018 dem kantonalen Amt für Raumplanung zur Vorprüfung eingereicht. Gestützt auf den Vorprüfungsbericht vom 2. Mai 2019, wurden die Unterlagen anschliessend mit der Siedlungs- und Quartieranalyse sowie dem Natur- und Kulturinventar ergänzt und bereinigt.

Ein «Lindenpark» für das Dorfzentrum

Welches sind die wichtigsten Änderungen? Laut Sigrist wurden die Wohnzonen neu aufgeteilt, um eine grössere Verdichtung zu erreichen, wie es das 2013 in Kraft getretene Raumplanungsgesetz vorsieht. Die Gewerbezone Stockacker wurde ausgezont, diverse Einzelparzellen hingegen der Bauzone zugewiesen. Zudem wird die Gewerbezone im Weidboden östlich des Kieswerks erweitert. Sämtliche Reserve-Bauzonen sind im Übrigen gemäss kantonalem Richtplan aufgehoben worden; die Parzellen wurden der Landwirtschaftszone zugewiesen. Vier Bauten im Ortskern wurden zudem aus der Liste der erhaltenswerten Kulturobjekte gestrichen.

Zentral für Boningen sei, dass der Ortskern mittels eines Gestaltungsplans dahin gehend entwickelt werden soll, dass auf dem Areal Lindenpark – dem Gebiet des seit langem leerstehenden Restaurants Linde – eine «für ein Dorfzentrum angepasste Überbauung» entstehen soll. Des Weiteren sind der Ausbau des Breitenwegs sowie weiterführende Trottoirs in diversen Quartierstrassen vorgesehen. Und schliesslich wurde im Rahmen des ganzen Prozesses auch das Zonenreglement komplett überarbeitet und den neuen Anforderungen der übergeordneten Gesetzgebung angepasst.

«Wir sind der Meinung, dass mit dieser Revision die kantonalen und kommunalen Vorgaben umgesetzt sind», schloss Sigrist seine rund anderthalbstündigen Ausführungen zusammen. Dieser Meinung schienen auch die Anwesenden zu sein, denn sie quittierten die Präsentation mit Applaus und machten von der allgemeinen Diskussionsrunde keinen Gebrauch.

So ging man nach einer kurzen Pause dazu über, anhand der aufgehängten Pläne im hinteren Teil der Halle die Verantwortlichen ganz mit individuellen Fragen einzudecken, die denn auch Planer Christian Sigrist, Gemeindepräsident Manfred Zimmerli, Vizegemeindepräsident Uwe Zazzi (Ressortverantwortlicher Bau) und Bürgergemeindepräsident Otto Jäggi beantworten durften.

Bevölkerung kann sich einbringen

Nun hat die Bevölkerung die Gelegenheit, aktiv mitzuwirken. Die öffentliche Mitwirkung begann am 14. September; die Unterlagen zur Einsichtnahme liegen bis zum 16. Oktober im Gemeinderatszimmer auf. Den dazugehörenden Fragebogen kann man online herunterladen oder bei der Gemeindeverwaltung beziehen. Eingaben zum Ortsplanungsentwurf können bis 31. Oktober eingereicht werden.

An den Dienstagen, 29. September und 6. Oktober, steht zudem die Ortsplanungskommission von 18 bis 20 Uhr im Gemeinderatszimmer zur Beantwortung von Fragen zur Verfügung. Laut Fahrplan soll-te die Auflage im kommenden Sommer stattfinden und der neue Ortsplan nach Bereini- gung allfälliger Einsprachen anschliessend in Kraft gesetzt werden.

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