Hägendorf/Oberbuchsiten/Gunzgen

«Er rannte unverzüglich nach Hause»: Schüler sollen von Unbekannten angesprochen worden sein

Primarschülerinnen und Primarschüler sollen von Unbekannten angesprochen worden sein (Symbolbild)

Primarschülerinnen und Primarschüler sollen von Unbekannten angesprochen worden sein (Symbolbild)

In mehreren Gemeinden sollen Primarschüler von Unbekannten angesprochen worden sein. Die Kantonspolizei Solothurn kann bisher nur einen Fall bestätigen.

Vergangenen Donnerstagnachmittag kurz vor drei Uhr in Oberbuchsiten: Ein siebenjähriger Schüler wird auf dem Nachhauseweg von zwei Männern in einem weissen Lieferwagen angesprochen. Die beiden Männer wollten den Jungen anscheinend mitnehmen. «Er reagierte richtig wie eingeübt und rannte unverzüglich nach Hause», schrieb sein Vater zwei Stunden später auf seine Facebook-Pinnwand. Der Beitrag wurde bis gestern dutzendfach kommentiert und rund 950 Mal geteilt. «Wir haben daraufhin die Schulleitung und die Polizei informiert», sagt der betreffende Vater auf Anfrage dieser Zeitung.

Gleich am Folgetag hat die Schulleitung ein Schreiben verfasst, um die Eltern zu informieren. Die Kantonspolizei bestätigt auf Anfrage den Vorfall, schreibt aber vorsichtiger von einem «grossen weissen Auto», aus dem ein Insasse dem Jungen angezeigt haben soll, zu ihm zu kommen.

Vorfall Mitte Mai in Gunzgen
Am vergangenen Donnerstag soll es auch in Hägendorf zu einem solchen Vorfall gekommen sein. Die Schulleitung informierte die Eltern, dass «mehrere Schülerinnen und Schüler» von einem «unbekannten Mann angesprochen worden sind und aufgefordert wurden, in sein Auto zu steigen». Ob es sich dabei ebenfalls um ein weisses Auto oder Lieferwagen handelte, dazu wollte die Schulleiterin Monika Fischer auf Anfrage keine weiteren Auskünfte geben.

Bereits Mitte Mai ist anscheinend in Gunzgen ein ähnlicher Vorfall passiert. Die Schulleitung erwähnte im damaligen Schreiben vom 15. Mai erneut den weissen Lieferwagen, der vor dem Schulareal parkiert war, wie mehrere Schülerinnen und Schüler beobachtet haben sollen. Bei den beiden Insassen des Fahrzeugs handelte es sich aber um einen Mann und eine Frau, welche den Schulplatz beobachteten. In der Zwischenzeit seien keine weitere Vorfälle passiert respektive Beobachtungen gemeldet worden, schreibt die zuständige Schulleiterin Patricia Jäggi auf Anfrage.

Die Kantonspolizei kann die beiden letztgeschilderten Vorfälle nicht bestätigen. Der Mediendienst schreibt auf Anfrage, dass «immer wieder Fälle gemeldet werden, bei denen Kinder auf dem Schulweg von Unbekannten angesprochen werden». In der Regel stehe «keine böse Absicht dahinter», weil es sich beispielsweise um Auskünfte nach dem Weg handle, sagt Mediensprecher Bruno Gribi. Die Polizei nehme jedoch jede solche Meldung ernst, kläre den Sachverhalt ab und leite allenfalls entsprechende Massnahmen ein. So hat die Kantonspolizei zur Beruhigung der Eltern und der Lehrer nach den gemeldeten Vorfällen «die Präsenz im Bereich der Schulanlagen und der Schulwege verstärkt».

Das rät die Polizei den Eltern
Von den Lehrern wurden die Vorfälle ebenfalls thematisiert, wie die Schulleitungen in ihren Briefen an die Eltern schreiben. Auch die Kantonspolizei hat ein Merkblatt zu solchen Vorfällen herausgegeben. Unter anderem sollen die Kinder nicht alleine, sondern in kleinen Gruppen zur Schule gehen, zur Pünktlichkeit angehalten werden und nie ohne Einverständnis der Eltern mit Fremden mitgehen. Die Eltern sollen das Verhalten üben, wenn es von einem Fremden angesprochen wird.

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