Olten

Die ersten Baufelder in Bahnhof Nord nehmen Formen an

Das Areal Bahnhof Nord in Olten sieht in jüngerer Zukunft zwei entstehenden Gebäudekomplexen entgegen. Damit füllt sich die Brache zwischen Bahnhof und der Betriebszentrale SBB.

Jetzt kommt Bewegung ins Areal Bahnhof Nord, vielleicht eines der urbansten Gebiete der Stadt Olten. Noch in diesem Jahr soll das Baugesuch für Baufeld 1 eingereicht werden, wie einer Medienmitteilung aus der Stadtkanzlei zu entnehmen ist. Der dafür gültige Gestaltungsplan, welcher Gebäudehöhen bis zu 46 Meter zulässt, wurde bereits im Jahr 2014 ohne nennenswerte Opposition verabschiedet.

Zum Vergleich: Das Stadthaus weist eine Höhe von 51 m auf. «Der Tenor der Rückmeldungen aus dem Mitwirkungsverfahren war eindeutig positiv», sagte Stadtpräsident Martin Wey damals, und sah mit dem Projekt auch die Wohnstrategie der Stadt bestätigt. Von 3000 neuen Bewohner bis zum Jahr 2023 ging man aus.

Nur noch Baugesuch ausstehend

«Die Bauherrschaft kann als nächsten Schritt, immer unter Berücksichtigung des genehmigten Gestaltungsplanes, als nächsten Schritt das Baugesuch einreichen», sagt Stadtschreiber Markus Dietler auf Anfrage. Zwar haben sich die Besitzer von Baufeld 1, die CSA Real Estate Switzerland Residential (Anlagestiftung Credit Suisse) sowie die Pallas Kliniken als Besitzerin von Baufeld 2 entschlossen, die beiden Areale koordiniert zu entwickeln.

Zunächst umgesetzt wird demnach Baufeld 1, welches am nächsten zum Bahnhof liegt und gemäss einem Papier der Projektentwickler mettler2invest als moderner Gebäudekomplex mit 149 Mietwohnungen (von 1 ½ bis 5 ½ Zimmer) sowie Retailflächen im Erdgeschoss (total 630 m2) und Büroflächen in den zwei darüberliegenden Stockwerken (total 1790 m2) konzipiert wird.

Die dazugehörige Tiefgarage umfasst 70 Parkplätze. Im Sommer 2023, so sieht die Ablaufplanung vor, ist der Komplex bezugsbereit. Baufeld 2 dagegen soll eine flexible Gebäudehülle für die Pallas Kliniken aufnehmen und ist auch für eine Drittnutzung vorsehen. Zum Bezug, so die Stadtkanzlei in ihrer Medienmitteilung, soll es ab dem Jahr 2025 kommen.

Im Sommer letzten Jahres war der Startschuss zu einem Studienauftrag gefallen. Dessen Ziel: Für jedes der beiden Baufelder eine Idee finden, welche «einerseits durch ihre hohe städtebauliche Qualität und Baukultur sowie andererseits durch angemessene, intelligente und kreative Konzeption besticht», wie es in der Medienmitteilung der Stadtkanzlei weiter heisst. Grosse Bedeutung kam auch den Freiräumen und Verbindungsachsen sowie den Logistikabläufen im Areal zu. Ebenfalls wesentlich blieb das Nebeneinander der bestehenden, geschützten Alt- und der modernen Neubauten. Wie Jürg Stöckli, Leiter SBB Immobilien im Rahmen des Gestaltungsplanes vor knapp fünf Jahren in Olten unterstrich, sei der Wert dieser baulichen Zeugen aus der SBB-Vergangenheit im harmonischen Miteinander mit Architektur der Gegenwart zu verstehen.

Sechs Teams hatten sich der Aufgabe angenommen; zwei auswärtige Architekturbüros (atelier ww Architekten SIA AG aus Zürich für Baufeld 1 sowie fsp Architekten AG Spreitenbach für Baufeld 2) gingen schliesslich als Sieger aus dem Verfahren hervor.

Ähnlich, aber nicht gleich

Der erste Blick auf die Visualisierung verrät: die beiden Komplexe weisen eine hohe Ähnlichkeit auf. Hervor tritt auch, dass Gebäude in dieser Höhe für das doch eher ländliche Olten einen Quantensprung bedeuten. Ob es da trösten mag, dass für Baufeld 1 das Qualitätsetikett «eine schöne Balance zwischen kraftvoller Präsenz und zurückhaltender Eleganz» hervorgehoben wird und sich Baufeld 2 mit der Prämisse «ein schöner Reichtum an sattelfesten und überzeugenden Ideen» schmückt.

Nun denn: Für die Stadt wird die Koordination der Bedürfnisse und Vorgaben rund um die Neugestaltung von Bahnhofplatz und Realisation von Baufeld 1 und 2 eine der kommenden Hauptaufgaben sein, wie Dietler erklärt. Die Bauprojekte nämlich fallen weitgehend in denselben Zeitraum.

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