Trockenheit
Die Dünnern verkommt zum Rinnsal

Wegen der Trockenheit führen die Dünnern und andere Bäche in der Region nur noch wenig Wasser. Während Gemüsebauern notfalls auf Wasser ab Netz umstellen können, wirds für die Fische kritisch.

Christian von Arx
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Nur noch als Rinnsal tröpfelt der Mülibach bei Rickenbach in die Dünnern.
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Wegen Trockenheit: Aus Dünnern samt Zuflüssen darf nur noch eingeschränkt Wasser entnommen werden
Oltner Schützenmatte: Dünnern mit kläglichen 440 Litern pro Sekunde.
Nur nachts in Betrieb: fahrbare Bewässerungsanlage bei Kappel.
Stationäre Bewässerungsrohre im Schweissacker bei Niederbuchsiten.

Nur noch als Rinnsal tröpfelt der Mülibach bei Rickenbach in die Dünnern.

Hansruedi Aeschbacher

Blumenkohl, Broccoli, Frisée-, Endivien- und Eisbergsalat dürsten zurzeit auf dem Betrieb von Viktor Müller (Niederbuchsiten) nach Bewässerung. Trotzdem gerät der Gemüsebauer nicht in Panik, wenn heute Freitag ein striktes Regime für die Wasserentnahme aus der Dünnern und ihren Seitengewässern in Kraft tritt. Zwar weiss er noch, dass er im extremen Jahr 2003 einzelne Parzellen nicht mehr bewässern konnte, sodass die Rüebli verdorrten.

Aber seither hat Müller in Bodenleitungen und Bewässerungsanlagen investiert. Und wenn er nicht mehr genug Wasser aus Dünnern oder Mittelgäubach pumpen könnte, ist alles vorbereitet, dass er Wasser ab Netz beziehen könnte. Schädlich für Müllers Gemüsekulturen ist darum weniger der Wassermangel als die Hitze, die einen Teil der Salate in die Höhe schiessen und unansehnlich werden lässt.

Tatsache ist dennoch, dass die Dünnern derzeit extrem wenig Wasser führt: Im Jahresmittel beträgt der Abfluss bei Olten 4500 Liter pro Sekunde, aktuell sind es nur noch etwa 440 Liter pro Sekunde. «Ähnlich wenig war es nur in den Trockenperioden der Jahre 2003 und 2011, sonst nie», sagt Gabriela Friedl, zuständig für die Hydrometrie im kantonalen Amt für Umwelt. Kritisch für die Fische sei auch die Temperatur: Werte von über 24 Grad seien für die Forellen tödlich. Und je weniger Wasser fliesst, umso stärker kann sich der Fluss erwärmen. Noch wurde kein Fischsterben festgestellt. Damit dies auch so bleibt, hat der Kanton die Wasserentnahme nun eingeschränkt.

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