Olten

Das Spardiktat wirft die Tür länger ins Schloss

Auch dienstags ab sofort geschlossen: Das Historische Museum und seine Klientel kriegen die Sparbemühungen zu spüren.

Auch dienstags ab sofort geschlossen: Das Historische Museum und seine Klientel kriegen die Sparbemühungen zu spüren.

Das Historische Museum der Stadt Olten sperrt seine Pforten nun während zweier Tage pro Woche zu - aus Spargründen.

Man braucht sich darüber nicht zu wundern, aber ärgern dürfte man sich allenfalls schon. Aus Spargründen sperrt das Historische Museum Olten für die Öffentlichkeit einen zusätzlichen Tag seine Pforten zu. Neu und bis zum Jahresende 2015 kann der geneigte Interessierte jeweils noch von Mittwoch bis Sonntag zwischen 14 und 17 Uhr die Ausstellungen besuchen. Die Vormittage bleiben grundsätzlich geschlossen.

Die Zeiten ändern. Bis im Februar letzten Jahres war das Museum von Leiter Peter Kaiser gar noch am Sonntagmorgen ab 10 Uhr für die Öffentlichkeit zugänglich, ab sofort sinds noch 5 Halbtage.

Am heftigsten getroffen

Wie Stadtschreiber Markus Dietler als Vorgesetzter der städtischen Museen erklärt, wurde das Historische Museum von den Sparanstrengungen tatsächlich am heftigsten getroffen. «Während das Kunstmuseum auf externe finanzstarke Unterstützung ab diesem Jahr zählen und das Naturmuseum an sich über thematische Kooperationen mit andern Museen seinen Aufwand optimieren kann, liegt der Fall beim Historischen Museum anders. Thematische Kooperationen entfallen da naturgemäss, weil historische Aspekte Oltens andernorts wenig bis gar kein Gehör finden würden», so Dietler.

In der Tat rechnet das Institut von Peter Kaiser fürs laufende Jahr noch mit einem Nettoaufwand von gut 516 000 Franken, derweil die Rechnung 2013 mit einem solchen von fast 790 000 Franken schloss. «Das sind rund 270 000 Franken, die effektiv eingespart werden müssen», bringts Dietler auf den Punkt. Reduzierte Öffnungszeiten als eine der Massnahmen lagen auf der Hand, die alles in allem rund 20 000 Franken Minderausgaben ausmachen dürften.

Probates Mittel?

Ob ein zusätzlicher Schliessungstag aber ein probates Mittel sei, um mitzuhelfen, die Finanzen wieder ins Lot zu bringen? «Die Frage stellt sich natürlich schon», räumt der Stadtschreiber ein. Man könne aber nicht mit immer weniger Geld die immer gleichen Standards erfüllen. Vom Umstand, dass allenfalls die Festbesoldeten Aufgaben der Hilfskräfte übernehmen würden, nahm man Abstand. «Deren Arbeitsfelder sind ja nicht direkt verknüpft mit den Öffnungszeiten des Museums», so Dietler.

Im Übrigen seien Museumsleitung und wissenschaftliche Assistenz mit ihren hoch qualifizierten Aufgaben vollkommen ausgelastet, würden sich gar über ihr Teilzeitpensum hinaus engagieren. Und hätte man etwa als Alternative auf die – im Übrigen vom Kanton subventionierte und daher auch geforderte -– Sparte «Bildung und Vermittlung» verzichtet, worunter auch Führungen fallen, wären womöglich noch mehr Besuchende von Sparmassnahmen direkt betroffen gewesen, schiebt Dietler nach. Das Historische Museum zählte gemäss Verwaltungsbericht im Jahr 2013 gut 6100 Besuchende.

Irritierende Besoldungskosten

Dennoch: Für Aussenstehende etwas irritierend sind die Besoldungskosten des Museums, die trotz Sparanstrengungen im Vergleich zur Rechnung 2013 um rund 33 000 Franken auf 373 000 Franken angestiegen sind. «In der genannten Besoldungssumme sind auch die Löhne der Mitarbeitenden eingerechnet, die im Stundenlohn besoldet sind», sagt Dietler. Eine Praxis, die erst in jüngster Zeit eingeführt und konsequent durchgezogen wurde, was Vergleiche logischerweise erschwert.

Besoldungskosten, die früher unter andern Positionen (etwa Ausstellungen) aufgeführt wurden, erscheinen nun auch unter dieser Rubrik. Jahres- und Stundenlohn teilen sich im Übrigen im Verhältnis 3 zu 2.

Neben verringerten Öffnungszeiten hat das Institut seine Aufwendungen hinsichtlich seiner ausstellerischen Tätigkeit markant verringert. Rund 230 000 Franken weniger als in der Rechnung 2013 (damals 244 000 Franken) sind fürs laufende Jahr vorgesehen. Davon profitieren jene, die sich noch bis Ende Oktober die Ausstellung «Die Stadt Olten im Ersten Weltkrieg» ansehen möchten; eine unüblich lange Ausstellungsdauer. Im Gegenzug gehen deutlich mehr Mittel in die Inventarisierung der umfangreichen Fotosammlung.

«Haus der Museen» am Horizont

«Es ist klar, dass die reduzierten Öffnungszeiten vorerst fürs laufende Jahr gelten», sagt Dietler. Danach könnte vieles ganz anders werden. Denn geht es nach dem Willen des Stadtrates, sollen im Frühling 2016 die Bauarbeiten zur Sanierung des «Hauses der Museen» an der Konradstrasse begonnen werden, wo Natur- und Historisches Museum zusammen mit dem Archäologischen Museum Kanton Solothurn ein gemeinsames Daheim finden sollen.

Voraussichtliche Eröffnung: Frühling 2018. «Nicht zuletzt auch vor diesem Hintergrund, der die ganze Museumsorganisation vor neue Aufgaben stellen wird und sicherlich Synergien zulässt, konnten wir die reduzierten Öffnungszeiten im Historischen Museum gutheissen», resümiert Dietler.

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