Olten

Das Ladenlokal wird zur Wohlfühlzone – Mode Bernheim investiert 4,5 Millionen Franken

Im hinteren Bereich des Bernheim-Gebäudes an der Kirchgasse 17 wird bis Frühling 2020 ein zweistöckiger Anbau realisiert.

Im hinteren Bereich des Bernheim-Gebäudes an der Kirchgasse 17 wird bis Frühling 2020 ein zweistöckiger Anbau realisiert.

Nach den vielen Negativmeldungen aus dem Gewerbe gibt es auch Lichtblicke: Das in Olten ansässige Kleidergeschäft Mode Bernheim fasst das Damen- und Herrengeschäft bis zum Frühling 2020 unter einem Dach zusammen.

Das traditionelle Kleidergeschäft Mode Bernheim will ab Frühling 2020 das Damen- und Herrenangebot am bisherigen Standort an der Kirchgasse 17 unter einem Dach konzentrieren. Das Damenmodegeschäft in der Altstadt an der Hauptgasse 30 wird zum gleichen Zeitpunkt aufgegeben. Zum Baugesuch sind keine Einsprachen eingegangen, heisst es in einer Mitteilung. Die Investition kostet das bald 90-jährige Unternehmen rund 4,5 Millionen Franken. Die weiteren Filialen im Einkaufszentrum Sälipark und in Aarau bleiben bestehen.

Geschäftsinhaber Alain Bernheim ist froh, kann es Mitte Mai mit dem Umbau losgehen. Das Verfahren hat in seinen Augen doch einiges länger gedauert als ursprünglich geplant, sagt er im Gespräch mit dieser Zeitung. Weil die Stadt auf der Revision des Gestaltungsplan bestanden hatte, Anpassungen wegen Anliegen der Nachbarn nötig geworden waren, sind laut Bernheim insgesamt fünf Jahre vergangen seit dem Start der Planung. Zudem hätten immer wieder neue Auflagen erfüllt werden müssen. «Eigentlich sollten wir seit zwei Jahren im neuen Laden sein», sagt Bernheim. Als Unternehmer zweifle man oft, ob man das richtige tue, doch ein Abbruch des Projekts sei trotzdem nie zur Diskussion gestanden.

Die Liegenschaft an der Kirchgasse 17 wird umgebaut und mit einem zweistöckigen Anbau im hinteren Bereich erweitert. Dieser wird vier Meter kleiner ausfallen als ursprünglich geplant. Der Verkaufsfläche wird neu rund 1100 m2 umfassen. Dies entspricht der Fläche, welche die beiden aktuellen Damen- und Herrenfilialen gemeinsam aufweisen. Während des Umbaus ist das Herrenmodegeschäft die ganze Zeit geöffnet. Es werden allerdings Provisorien nötig, weil während der Bauzeit die halbe Verkaufsfläche nicht nutzbar ist.

Mode Bernheim will sich mit dem Um- und Ausbau neu erfinden, um den Bedürfnissen der Kunden noch besser zu entsprechen und auch dem Onlinehandel Paroli bieten zu können. «Wir möchten einen Schritt vorwärtsgehen und den Kunden als Ganzes betrachten», skizziert Bernheim seine Ideen. Zwar werde die Bekleidung immer noch im Zentrum stehen, doch es gehe insgesamt auch ums äussere Erscheinungsbild einer Person: Man wolle zum einen gut aussehen, sich aber auch wohlfühlen. So kann sich Bernheim etwa vorstellen, einen Teil der Verkaufsfläche einem Coiffeur, einem Beautysalon oder einen Barbershop für den Mann zur Verfügung zu stellen. Angedacht ist auch eine Tages-Bar, «welche sich zu einem Treffpunkt in angenehmer Atmosphäre entwickeln soll», wie es in der Medienmitteilung heisst. Das Angebot soll neben Getränken auch kleinere Gerichte umfassen. Das konkrete Konzept ist allerdings noch in Ausarbeitung.

Die Wohlfühlatmosphäre, die der Geschäftsinhaber nach dem Umbau schaffen will, hat auch Folgen für die Mitarbeiter. Bernheim spricht nicht mehr von «Kunden», sondern von «Gästen», die sein Laden «besuchen». Die Grundeinstellung müsse sich ändern, sagt er: «Wir wollen Gastgeber sein.» Der Mensch und nicht das Verkaufen müsse im Zentrum stehen. So hofft er, der Umsatzentwicklung etwas entgegensetzen zu können. Er spricht von einem Minus im einstelligen Prozentbereich. «Kleider werden immer gebraucht, doch was wird künftig online oder im Laden gekauft?» Alain Bernheim ist überzeugt, dass sich online und offline immer stärker verschränken. «Es gibt in ein paar Jahren nur noch Händler, die beides machen.» Wann er ins Onlinegeschäft einsteigt, ist hingegen noch offen.

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