Olten

Das Bifangquartier kämpft für den Wochenmarkt am Samstag

Der Wochenmarkt auf der rechten Aareseite soll auch mit dem neuen Sälipark 2020 wie bis anhin auf der Bifangstrasse stattfinden. Bruno Kissling/Archiv

Der Wochenmarkt auf der rechten Aareseite soll auch mit dem neuen Sälipark 2020 wie bis anhin auf der Bifangstrasse stattfinden. Bruno Kissling/Archiv

Mehrere Einsprachen zum Sälipark 2020 drehen sich um den beliebten Quartiertreffpunkt am Samstag. Ein Marktfahrer überlegt sich nun die Gründung einer Interessengemeinschaft.

Diese Woche ist die Einsprachefrist zum Sälipark 2020 abgelaufen. Neben der kritisierten Verkehrserschliessung ist bei den eingegangenen Einsprachen auch der samstägliche Wochenmarkt im Bifangquartier ein grosses Thema.

Mehrere Anwohner, aber auch Marktfahrer fordern in ihren zum Teil ähnlich lautenden Einsprachen, dass der Wochenmarkt auch künftig auf der Bifangstrasse stattfinden soll. Koordiniert hat die ganze Aktion die Anwohnerin Käthi Vögeli, welche alle von der Stadt genannten Alternativ-Standorte für den Wochenmarkt für «nicht durchdacht» hält.

Die Engelbergstrasse sei zu abgelegen und weise ein zu grosses Gefälle auf, wie sie in ihrer Einsprache schreibt; den Markt südlich des Giroud-Olma-Areals unterzubringen, sei zu unattraktiv; und die dritte Idee mit Podest Bifangschulhaus, Bifangplatz und alte Aarauerstrasse sei eine «Verzettelung» und zudem für die Marktbesucher gefährlich wegen des Autoverkehrs. Vögeli schreibt, dass der Wochenmarkt «ein Treffpunkt der Quartierbewohner» sei und «viel zur Lebensqualität auf der rechten Aareseite» beitrage.

Einer der Marktfahrer, welcher Einsprache erhoben hat, ist Dominik Hess aus Trimbach. Für den Landwirt braucht der Markt Laufkundschaft und gehört daher nicht hinaus ins Quartier. In seinen Augen fast noch attraktiver als der bisherige Standort an der Bifangstrasse wäre jener auf der Riggenbachstrasse gleich vor dem neuen Sälipark.

Hess überlegt sich nun, mit anderen Marktfahrern eine IG zu gründen, damit sie als eine Stimme gegenüber der Stadt und der Bauherrin Giroud Olma auftreten könnten, aber auch, um mehr Werbung für den Markt zu machen. Das würde sein Marktfahrerkollege Roman Grob aus Winznau unterstützen, der ebenfalls Einsprache gemacht hat. «Der Wochenmarkt im Bifangquartier muss unbedingt weiterexistieren.» Seine Kunden kauften bei ihm Früchte und Gemüse ein und gingen dann in den Sälipark.

In den Einsprachen wird zudem gefordert, dass der Bifangplatz und die Bifangstrasse, wo der Wochenmarkt bisher stattfindet, ebenfalls zur Begegnungszone und damit verkehrsärmer werden soll. Im Mobilitätskonzept des Säliparks 2020 geht die Bauherrin aber davon aus, dass 500 Fahrzeuge mehr pro Tag die Bifangstrasse nutzen, weil die Zufahrt über die Riggenbachstrasse mit Pollern für Autos gesperrt wird, um den Schleichverkehr durchs Quartier einzudämmen.

Das ärgert Präsident Paul Dilitz vom Begegnungszentrum Cultibo. In seiner Einsprache schreibt er: «Dies ist nicht akzeptabel und widerspricht den Zusicherungen, welche die Stadt dem Quartier im Prozess Chance Olten Ost gemacht hat, dass der Bifangplatz verkehrsberuhigt wird.» Jetzt müsste die Chance genutzt, und dieser Platz aufgewertet werden, heisst es weiter.

Stadtentwickler Markus Dietler hält dagegen, dass zumindest eine qualitative Aufwertung geplant sei, bei der die sehr grosse Strassenfläche durch eine verbesserte Verkehrsführung verkleinert und der Gesamtraum somit besonders für Fussgänger attraktiver gestaltet werden solle. «Autofrei wird der Platz nach dem heutigen Stand aber nicht», auch der Bus werde bei einer Realisierung des Säliparks 2020 künftig wieder darüber fahren. Zum Wochenmarkt sagt Dietler, dass es noch keinen Sinn ergibt, den künftigen Standort festzulegen, bevor die Verkehrserschliessung des Säliparks 2020 nicht definitiv geregelt sei.

Stadt und Kanton sind nun am Zug

Bei der Stadt Olten sind rund 40 Einsprachen zum Gestaltungsplan für den Sälipark 2020 eingegangen, wie Adrian Balz von der Baudirektion auf Anfrage sagt. In einem ersten Schritt wird nun die Berechtigung jedes Einsprechers abgeklärt, danach werden eventuell Verhandlungen mit den legitimierten Einsprechern aufgenommen. «Das ist aber nicht zwingend», sagt Direktionsleiter Balz. Darüber entscheidet schliesslich der Stadtrat. Auch die Bauherrin Giroud Olma wird ins Verfahren einbezogen.

Kommt es im bisher aufgelegten Gestaltungsplan zu kleineren Anpassungen, kann dieser trotzdem genehmigt werden. Gibt es markante Veränderungen, ist eine Neuauflage des Gestaltungsplans nötig. Trotz Einsprachen sei man noch immer im Zeitplan, weil laut Balz eine «gewisse Dauer für deren Behandlung» einberechnet ist. Würden die Einsprachen aber an die nächsthöhere Instanz beim Kanton weitergezogen, könnte es zu Verzögerungen kommen. Ihm zufolge ist der Wochenmarkt auf der Bifangstrasse allerdings eine der abzuklärenden Fragen, ob und wie weit er überhaupt Bestandteil des Gestaltungsplanverfahrens ist.

Gegen die Anpassung des kantonalen Richtplans gingen beim Kanton 28 Einwendungen ein. Viele davon inhaltlich relativ ähnlich, ebenfalls mit den Themen Verkehrserschliessung und Wochenmarkt, sagt Rolf Glünkin vom kantonalen Raumplanungsamt. Beim Richtplanverfahren sind allerdings nur Gemeinden und Regionalplanungsorganisationen einspracheberechtigt. Von dieser Seite gab es aber laut Glünkin keine Eingaben. Alle andere Parteien können nur Einwendungen machen, welche als Anregungen betrachtet werden.

Zu den Einsprachen keine Stellung beziehen wollte die Bauherrin Giroud Olma mit Firmeninhaber Thomas Jung.

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