Buchfestival Olten
Vom Hagberggeist und einer Hexe mit Hufeisen: Das war «Magie in Olten»

«Magie in Olten» versprach die Jugendbibliothek am Buchfestival. Mit einer Sagentour hielt sie Wort.

Rebekka Salm
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Die Kinder lernten eine Hexe namens Marei kennen.

Die Kinder lernten eine Hexe namens Marei kennen.

Patrick Lüthy

16 Kinder verabschiedeten sich am Samstagabend vor der Jugendbibliothek von ihren Eltern. Begleitet von Gitarrenklängen zogen sie los, um das magische Olten zu erkunden. Erster Halt: die alte Holzbrücke. Von dort konnte man fast bis zur «Rankwoog» blicken, wo vor 100 Jahren ein mit Glocken beladenes Floss in einen Wasserwirbel geriet. Die Flösser versanken samt ihrer Fracht in der Aare. Seither kann man sie kurz vor Weihnachten läuten hören, die versunkenen Glocken. Die Kinder lauschten angestrengt, und tatsächlich, sie hörten es bimmeln. Sahen sie nicht auch ein Boot aus der Dunkelheit auftauchen? War das noch Wirklichkeit oder schon Magie?

Auf der Höhe des ehemaligen Restaurants «Alte Mühle» hatte «E Schlange us der Dünnere» ihren Auftritt. Einst hatte sie Freundschaft geschlossen mit der Wirtstochter, die ihr jeden Morgen ein Tellerchen Milch brachte. Mit der Taschenlampe leuchtete die Erzählerin die Dünnern ab, und ein kleiner Zuhörer war sich sicher, die Schlange im Wasser entdeckt zu haben. Im Garten der Musikschule rätselten die Kinder, welches Zauberwort wohl den armen Hagberggeist erlöst, der jeden Karfreitag bei der Ruine Hagberg tanzt wie der Teufel. «Spaghetti» lautete ein Vorschlag, «Schokoladenglace» ein anderer. Wer weiss, vielleicht haben sie ja recht, die Kinder?

Hinter der Martinskirche und im Lichte einer Fackel lernten sie dann eine Hexe namens Marei kennen. Diese hatte sich in ein Pferd verwandelt und sich von ihrem Mann am Oltner «Rossmäred» an einen reichen Zürcher verkaufen lassen. Der allerdings liess das schöne Tier erst noch beschlagen. Als Marei sich nach dem Kaufhandel wieder zurückverwandelte, blieben – ojemine – die Hufeisen für immer an ihren Füssen.

Nun machten sich auch die Buben und Mädchen im Galopp auf den Rückweg – dies allerdings der Kälte wegen. Bei der Jugendbibliothek angekommen, wärmte eine Tasse Tee Finger und Bauch, und das Buchzeichen, das jedes Kind mit nach Hause nehmen durfte, das Herz