Es mutet fast grotesk an: Ein Beschwerdeführer in Sachen Handelszentrum Industriestrasse West in Hägendorf ist ein weiteres Mal vor Bundesgericht abgeblitzt. Schon mehr als 100'000 Franken hat der in unmittelbarer Nachbarschaft zur fraglichen Industrieüberbauung wohnende Mann für Prozesskosten aufgewendet. Mit dem neuerlichen Entscheid aus Lausanne kommen weitere 3000 Franken dazu, 500 Franken hat er zusätzlich an die Beschwerdegegnerin zu zahlen.

Auseinandersetzungen seit 2007

Seit mehr als zehn Jahren lehnt sich der Mann gegen das Bauvorhaben auf. Zunächst noch mit weiteren Direktbetroffenen, später allein. Er kämpfte gegen Lastwagenparkplätze, vermeintlich unvollständige Lärmgutachten, gegen einen vermeintlich unrechtmässigen Gestaltungsplan, vermeintlich nicht eingehaltene Grünflächenziffern, bauen ohne Bewilligung oder regierungsrätliche Begünstigung des Projekts.

Beim jüngsten Entscheid aus Lausanne von Mitte/Ende Juli gings unter anderem um den Umstand, dass dem Beschwerdeführer – nach dessen Einschätzung – vorinstanzlich verunmöglicht worden sei, seine Anliegen direkt vor dem Richter zu vertreten, eine öffentliche Verhandlung gar nicht stattfand. Gemäss europäischer Menschenrechtskonvention müsse dies möglich sein, so der Beschwerdeführer. Allerdings befand das Bundesgericht, der Hägendörfer reklamiere nicht explizit ein Menschenrecht, sondern versuche seinen Wunsch nach persönlicher Anhörung mit der Tatsache zu legitimieren, dass für ihn schon mehr als 100'000 Franken an Prozesskosten wegen «willkürlich gefällter Urteile» aufgelaufen seien.

Das Bundesgericht konnte allerdings keine Mängel im vorinstanzlichen Verfahren erkennen. Auch im bundesgerichtlichen Verfahren sei keine mündliche Parteiverhandlung durchzuführen, da eine solche lediglich fakultativ vorgesehen ist und, so das Urteil, «besondere Umstände, welche ihre Durchführung gebieten könnten, nicht ersichtlich sind.»

Alles ist rechtens abgelaufen

Hauptsächlich wollte der Beschwerdeführer den Neubau der Zwischentrakte (Hallen 4 und 7) verhindern. Die vom Beschwerdeführer befürchtete zunehmende Lärmbelastung durch Lastwagen konnte das Gericht nicht stützen.

Im November 2016 hatte die Bau- und Werkkommission Hägendorf die entsprechenden Baugesuche gut geheissen, wogegen der Mann Beschwerde einlegte, die vom Bau- und Justizdepartement Anfang 2018 abgewiesen wurde. Auch diesen Entscheid focht der Mann vor Verwaltungsgericht an. Das Verwaltungsgericht wies in seinem Entscheid Ende September die Beschwerde ab. Ein Entscheid, den das Bundesgericht jetzt stützt. Der Beschwerdeführer wollte das Urteil des Bundesgerichts nicht kommentieren.