Hägendorf
Aufgepeppter Teufel feiert sein Comeback auf dem Kreisel

Mit dem bevorstehenden Abschluss der Kreiselsanierung Kreuzplatz in Hägendorf erlebt Pierre Bannholzers Schmuckfigur ihren zweiten Frühling.

Urs Huber
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Da schwebt sie aufgefrischt dahin: Pierre Bannholzers Teufelsfigur, die den Kreisel am Kreuzplatz Hägendorf schmückt.

Da schwebt sie aufgefrischt dahin: Pierre Bannholzers Teufelsfigur, die den Kreisel am Kreuzplatz Hägendorf schmückt.

Oltner Tagblatt

Sie gab sich zum Finale noch fast ein bisschen sperrig, Pierre Bannholzers Teufelsfigur, die am Dienstagnachmittag wieder an ihren angestammten Platz als Schmuck des Kreisels am Kreuzplatz zurückkehrte. Wie sagt das Sprichwort doch: Der Teufel steckt im Detail. Nicht zu Unrecht: Damit die Armierungseisen, die der Verankerung des Kunstwerks dienen, wieder einbetoniert werden konnten, war «eine Fundamentanpassung notwendig», wie Polier Reto Meister von der Albin Bohrer AG sagte.

Die Unternehmung aus Erschwil ist mit der Sanierung des Kreisels beauftragt und zeichnete auch für die Platzierung des Hägendörfer Kreiselschmucks verantwortlich. Ein paar Einsätze mit der Trennscheibe, und dann stand das Teufelswerk von Maestro Bannholzer wieder an Ort und Stelle. Jetzt deutet die Figur mit ihrer linken Hand wieder Richtung Teufelsschlucht und lässt die täglich rund 18'000 Autobewegungen am Kreisel stoisch über sich ergehen.

Es brauchte nicht viel an Make-up

Mitte Mai letzten Jahres war die Figur in Bannholzers Atelier transportiert worden, wo sie ein Facelifting verpasst bekam. «Sie hat sich eigentlich ganz gut gehalten», sagte Bannholzer damals schon. Und er hatte sich nicht getäuscht. Ein paar Stellen mussten überarbeitet und «vom Verkehrsdreck befreit werden», wie Bannholzer sagt. Im Mai war man noch davon ausgegangen, der Teufel würde im Herbst wieder an seinen Platz zurückkehren.

Nun wurde eben Januar daraus. Für Bannholzer kein Problem. «Ach, der fühlte sich im Atelier ganz wohl», meinte er gestern. Viel wichtiger als dies war dem Schöpfer des rund 300 kg schweren Belzebubs, dass dessen Arm wirklich schön Richtung Teufelsschlucht zeigt. Und jetzt, nachdem der Beton eingebracht und die Figur via Absperrlatten noch stabilisiert wurde? «Ja, ja, ich bin absolut zufrieden mit der Positionierung», so Bannholzer.

Mit der Montage neigen sich auch die Arbeiten der Kreisel­sanierung ihrem Ende zu. Wie Projektleiter Daniel Müller vom kantonalen Amt für Verkehr und Tiefbau auf Anfrage erklärt, sind die Arbeiten des Kantons Anfang Februar definitiv beendet. Zeitlich liegt man damit rund drei Monate in Verzug. Die Gründe dafür ortet Müller in der beginnenden Coronakrise im Frühling 2020, als man die Baustelle vorsichtshalber mit weniger Arbeitern bestückte. «Die Schliessung der Baustelle wäre durchaus denkbar gewesen», so Müller. Die zweite Ursache der Verzögerung lag in den Werksarbeiten, die im Zusammenhang mit der Kreiselsanierung auszuführen waren. «Die lagen allerdings nicht in unserem Einflussbereich», so Müller.

Kostenvoranschlag wird unterschritten

Nach rund 10-monatiger Bauzeit weiss Müller: «Wir werden das Budget von 1,9 Mio. Franken sicher unterschreiten. An den Dimensionen des Kreisels wurde übrigens nichts verändert. Lediglich die Unterlage der gut 20-jährigen Anlage wurde stabilisiert. Bekanntlich reagieren übliche Strassenbeläge sensibel auf Walkbewegungen. Diese werden jetzt mit einer Betonunterlage optimal aufgefangen.