Derendingen

Ohne Papieri bleibt das Fernwärmenetz eine Illusion

Bald Opfer der Rendite trotz höchster Effizienz? Die Mitarbeiter der «Papieri» bangen um «ihre» Fabrik und ihren Arbeitsplatz. (Archiv)

Bald Opfer der Rendite trotz höchster Effizienz? Die Mitarbeiter der «Papieri» bangen um «ihre» Fabrik und ihren Arbeitsplatz. (Archiv)

Die drohende Schliessung der Papierfabrik Biberist ist ein allgegenwärtiges Thema. Viele der umliegenden Gemeinden setzen sich für die Erhaltung des Werkes und seiner Arbeitsplätze ein. Eine Schliessung hätte auch Auswirkungen in Derendingen.

Die drohende Schliessung der Papierfabrik Biberist ist ein allgegenwärtiges Thema. Viele der umliegenden Gemeinden setzen sich für die Erhaltung des Werkes und seiner Arbeitsplätze ein. Der Rattenschwanz, den eine definitive Schliessung der Sappi in Biberist nach sich ziehen könnte, reicht auch nach Derendingen. Das Fernwärmeprojekt der Gemeinde wäre nämlich akut gefährdet.

Denn die AEK Energie AG, die über eine Leitung die Papieri mit Dampf aus der Kehrichtbeseitigungs-AG (Kebag) versorgt, plant, ebendiese Leitung aufzugeben, sollten die Rettungsversuche für die Biberister Traditionsfirma scheitern. Der Gemeinde Derendingen, die ein Fernwärmenetz aufbauen und den Dampf dafür von dieser Leitung beziehen möchte, würde die Energiequelle entzogen. Die AEK hat die Planung bereits sistiert.

«Für dieses Projekt einstehen»

Die Kebag setzt derweil auf Stromproduktion mittels Dampfturbinen. Ein weiterer Betrieb der Fernwärmeleitung, um Derendingen mit Dampf zu versorgen, sei technisch nicht machbar, erläuterte Gemeindepräsident Kuno Tschumi. «Dafür beziehen wir zu wenig und zu unregelmässig Dampf.» Möglich wäre jedoch, direkt ab der Kebag eine zweite, kleinere Leitung für Derendingen zu bauen. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, sämtliche Möglichkeiten zur Versorgung des geplanten Fernwärmenetzes zu prüfen und beauftragte Tschumi, entsprechende Verhandlungen zu führen. «Derendingen muss für dieses Projekt einstehen», erklärte der Gemeindepräsident. Es aufzugeben sei ökologisch nicht sinnvoll.

Im Weiteren nahm der Gemeinderat Stellung zum Raumentwicklungskonzept Wasseramt des Amtes für Raumplanung. Unzufrieden war der Rat vor allem mit der prophezeiten Verkehrsentwicklung. Der Gemeinderat glaubt, dass der Verkehr viel stärker zunehmen werde, als im Konzept angenommen wird. Der Rat möchte sich die Möglichkeit offen halten, die Verkehrsführung in Derendingen attraktiver zu gestalten.

Dazu sei insbesondere die Erschliessung der Industrieareale von den Autobahnen her wichtig, um den Schwerverkehr vom Dorfzentrum fernzuhalten und um den Kreuzplatz zu entlasten. Solche Bauprojekte würden aber durch das Raumentwicklungskonzept «realistischerweise grundsätzlich verhindert», so Kuno Tschumi. Diese Fragestellungen sollen daher nochmals «vertieft analysiert und diskutiert werden», insbesondere der Anschluss des Schoeller-Areals an die Ausfahrt Solothurn Ost soll möglich werden.

Bessere Rechnung dank Kanton

Erfreulicher war die Rechnung 2010, die Peter Weibel, Leiter Finanzen und Steuern, vorstellte. Anstatt des budgetierten Defizits von 371000 Franken schliesst das Jahr 2010 mit einem Ertragsüberschuss von 1,7 Mio. Franken. Entsprechend war der Selbstfinanzierungsgrad mit 362 Prozent auch um 310 Prozent höher als im Voranschlag erwartet. Das Fremdkapital konnte um 2 Mio. auf 26,6 Mio. Franken reduziert werden. «Dazu müssen wir aber sagen, dass wir das nicht aus eigener Kraft geschafft, sondern dem Finanzausgleich zu verdanken haben», hielt Tschumi fest.

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