Die Alpiq hat in Niedergösgen ihre schweizweit erste Power-to-Heat-Anlage in Betrieb genommen, wie sie in einem Medienbericht mitteilte. Die Anlage erzeugt mit zwei Elektrodenheizkesseln, welche über je 11 Megawatt elektrische Leistung verfügen, Prozessdampf. Unter anderem soll durch die Power-to-Heat-Anlage auf dem Strom-Diensteistungsmarkt negative Regelleistung angeboten werden. Konkret heisst das, dass das Überangebot von Solar- und Windenergie vernichtet und in Dampf umgewandelt wird. Dieser Prozessdampf kann auch für industrielle Zwecke verwendet werden. «Alpiq folgt damit ihrer Strategie, auf den Energiemärkten mit innovativen Ansätzen neue Geschäftsmöglichkeiten zu erschliessen», heisst es in der Mitteilung. Die neue Power-to-Heat-Anlage, welche seit Mitte April in Betrieb ist, befindet sich auf dem Gelände des Wasserkraftwerks Gösgen.

Neue Geschäftsmöglichkeiten

Die Elektrodenheizkessel mit insgesamt 22 Megawatt Leistung sollen auf dem Regelenergiemarkt angeboten werden. «Das innovative Konzept der Anlage macht dies möglich», schreibt die Alpiq. Differenzen zwischen erzeugtem und verbrauchtem Strom werden auf dem Regelenergiemarkt durch den Übertragungsnetzbetreiber ausgeglichen, was zu einer Stabilisierung des Stromnetzes beiträgt. Wie die Alpiq schreibt, habe sich dieser Ausgleich durch die ansteigende Produktion von Strom durch Photovoltaikanlagen und Windturbinen für die Netzbetreiber zu einer zunehmend anspruchsvollen Aufgabe entwickelt.

Für die Ausgleichskapazitäten sei die Power-to-Heat-Technologie eine flexible und effiziente Lösung. Wird also zu viel Strom produziert, kann die Power-to-Heat-Anlage diesen einfach in Dampf verwandeln. «Alpiq nutzt diese Vorteile und folgt ihrer Strategie, auf den Energiemärkten mit innovativen Ansätzen neue Geschäftsmöglichkeiten zu nutzen», heisst es in der Mitteilung weiter.

Neben der Vermarktung im Regelenergiemarkt bestehe auch die Möglichkeit einer Zusammenarbeit mit der Papierfabrik Model AG. Die Papierfabrik bezieht den von ihr benötigten Prozessdampf aus dem Kernkraftwerk Gösgen (KKG). Diese Dampflieferung bleibt bestehen. Während der jährlichen Revision des KKG könnte jedoch die neue Power-to-Heat-Anlage von Alpiq in Niedergösgen den Dampf liefern. Die Einspeisung von Prozessdampf würde unterirdisch direkt in die bestehende Heizdampfleitung geschehen.

Das Kesselhaus, in welchem die beiden Dampferzeuger untergebracht sind, wurde von Alpiq erstellt. Der Baubeginn war Anfang Oktober 2016. Die Baukosten für den Stromvernichter betrugen rund sechs Millionen Franken.