Winznau
«Ich habe meist einen Abfallsack und Handschuhe im Rucksack»: Freiwillige treffen sich zum gemeinsamen Müllsammeln

Im Rahmen einer nationalen Kampagne werden dieses Jahr wieder viele gute Taten vollbracht – auch im Niederamt: Am Wochenende befreite eine motivierte Gruppe das Aare-Ufer unterhalb des Winznauer Stauwehrs von Abfall.

Noël Binetti
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Gabriel Zenklusen, Chef vom Solothurner Amt für Umwelt gibt dem Clean-up-Team einen Einblick in die Revitalisierung der Aare.

Gabriel Zenklusen, Chef vom Solothurner Amt für Umwelt gibt dem Clean-up-Team einen Einblick in die Revitalisierung der Aare.

Patrick Lüthy

Jeder Tag eignet sich, um gute Taten zu realisieren. Und wahrscheinlich tun das auch die allermeisten. Das Gefühl der Zufriedenheit, das sich nach solchem Tun einstellt, wächst ziemlich sicher zum Spass heran, wenn man sich mit Gleichgesinnten aufmacht um gleich eine ganze Reihe solcher Momente zu realisieren.

Das dachte sich wohl auch eine Gruppe von 15 Freiwilligen, die am Samstag einen Abschnitt des Aare-Ufers bei Winznau von Müll befreite. Mit Sack und Handschuhen ausgerüstet fischten die Beteiligten alle möglichen Hinterlassenschaften der Zivilisation aus Wiesen, Böschungen und Sträuchern.

Im Vorfeld sagte Marc-Andri Leuthold, Co-Präsident von WWF Solothurn: «Coop lanciert nun zum dritten Mal im Frühling den ‹Tag der guten Tat›». Diese Aktion werde stets breit beworben, auch auf Social-Media. «Wir von WWF Solothurn nehmen das jeweils zum Anlass, einen Clean-up-Day zu organisieren.» Anmelden konnten sich dazu alle Interessierten aus der Region.

Gehört nicht hier entsorgt: Eine Teilnehmerin fischt eine Getränkedose aus dem Gebüsch.

Gehört nicht hier entsorgt: Eine Teilnehmerin fischt eine Getränkedose aus dem Gebüsch.

Patrick Lüthy

Einiges an Unrat zusammengekommen

Warum wird gerade in Winznau Müll gesammelt? Leuthold meint: «Das ist ein schöner Aare-Abschnitt. Zudem ist der Werkhof der Gemeinde in der Nähe und der Ort ist mit dem öffentlichen Verkehr gut erreichbar.» Es spreche aber nichts dagegen, bei einer nächsten Aktion eine andere Strecke zu begehen.

52 Kilo Abfall kamen auf 1,3 Kilometer Uferweg zusammen.

52 Kilo Abfall kamen auf 1,3 Kilometer Uferweg zusammen.

Patrick Lüthy

Er persönlich habe sich das Einsammeln von Abfall auch im Privaten zur Gewohnheit gemacht: «Ich habe meist einen Abfallsack und Handschuhe im Rucksack und nutze sie, wenn ich mich draussen, beispielsweise auf Spielplätzen, befinde.» Es sei erstaunlich, was alles an Müll zusammenkomme: «Am letztjährigen Clean-up-Day in Winznau war sogar eine defekte Kaffeemaschine dabei.»

Besammlung war um 9.45 Uhr beim Stauwehr. Nach einer kurzen Einführung säuberte das Team während rund drei Stunden das linke Ufer, flussabwärts. Zwischendurch gab es für die Anwesenden einen Input vom Chef des Solothurner Amt für Umwelt, Gabriel Zenklusen. Er sprach über den Zweck von Renaturierungsarbeiten, Hochwasserschutz und Probleme in Zusammenhang mit verbauten Gewässern.

Die Equipe, die sich am Samstag gegen die Verschmutzung der Natur engagierte. Organisiert wurde die Aktion vom Solothurner WWF und im Rahmen der «Tag der guten Tat»-Kampagne von Coop.

Die Equipe, die sich am Samstag gegen die Verschmutzung der Natur engagierte. Organisiert wurde die Aktion vom Solothurner WWF und im Rahmen der «Tag der guten Tat»-Kampagne von Coop.

Patrick Lüthy

Bevor der gesammelte Müll getrennt und entsorgt und danach gemeinsam das Mittagessen eingenommen wurde, galt es zu wägen: Total brachten die addierten guten Taten 52 Kilo in Form von Müll auf die Waage.