Uferwege
Wer bessert aus, was der Fluss aufreisst?

Das lang dauernde Hochwasser hat im Niederamt an den Wanderwegen entlang der Aare Spuren hinterlassen.

Christian von Arx
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Ausgewaschener Wegabschnitt am Südufer, Boden von Niedergösgen, unterhalb der Cartaseta-Brücke.

Ausgewaschener Wegabschnitt am Südufer, Boden von Niedergösgen, unterhalb der Cartaseta-Brücke.

Bruno Kissling

Im Lauf dieser Woche ist die Wasserführung der Aare im Niederamt bis auf 300 Kubikmeter Wasser pro Sekunde gesunken. Im ganzen Juni waren es fast durchgehend um die 700 Kubikmeter. Da wurden Uferwege, die besonders tief und nah am Wasser liegen, tage- oder wochenlang überflutet. Sichtbar sind Schäden etwa am südlichen Ufer bei der Cartaseta-Brücke zwischen Niedergösgen und Gretzenbach.

Wer sorgt für Reparatur und Unterhalt? «Rechtlich ist es nicht ganz klar», antwortet Dänikens Bauverwalter Matthias Meier auf Anfrage. «In den letzten 20 Jahren machte der Kanton den Unterhalt, aber auch die Eigentümer trugen dazu bei. Man muss halt reden miteinander.» So unterhält das Kernkraftwerk auf freiwilliger Basis einen Abschnitt. Ansonsten seien die Werkhöfe der Gemeinden am Ufer präsent.

Es fehlt eine Verordnung

Eigentlich ist der Grundsatz klar: Nach dem Bundesgesetz haben die Kantone dafür zu sorgen, dass Fuss- und Wanderwege angelegt, unterhalten und gekennzeichnet werden. Auch das solothurnische Planungs- und Baugesetz sagt seit 1992: «Der Kanton erstellt, markiert und unterhält die Wanderwege.»

Aber dann heisst es: «Die Einzelheiten werden in einer Verordnung des Regierungsrates geregelt.» Und Bernard Staub, Chef des Amts für Raumplanung, muss einräumen: «Eine solche Verordnung ist nie erlassen worden.»

Kein Geld für grössere Schäden

Aufgrund einer Leistungsvereinbarung zahlt der Kanton dem Verein Solothurner Wanderwege jährlich 80'000 Franken für Signalisation und Unterhalt sowie 40'000 Franken für die Führung der Geschäftsstelle. «Doch das reicht nur für den normalen Unterhalt», gibt Raumplanungschef Staub zu. «Passiert etwas Ausserordentliches, fehlt das Geld, und wir müssen von Fall zu Fall eine Lösung suchen.»

So habe der Regierungsrat Mittel bewilligt, als die Wolfsschlucht im Thal nach einem Sturm unpassierbar war. In der Regel würden aber die Gemeinden die Wanderwege instandstellen. Es sei eine eingespielte Praxis: «Eine Lösung à la Solothurn halt», so Bernard Staub. Letztlich gehts um die Frage: Wer zahlt?

Die Stelle auf dem Bild liegt auf Boden von Niedergösgen, das hier auf die südliche Seite der Aare hinübergreift. Gemeindepräsident Kurt Henzmann erinnert sich, dass dort auch schon der Gretzenbacher Werkhof auf Rechnung Niedergösgens den Weg ausgebessert hat. «Aber für die Aare ist der Kanton verantwortlich», stellt er fest. «Vielleicht muss ich das mal mit Regierungsrat Roland Fürst besprechen.»