Däniken

Warum das KKW Gösgen einen österreichischen Parlamentarier besorgt

Im Katastrophenfall würde unter anderem das AKW Gösgen eine massive Bedrohung für Österreich darstellen, so Walter Rauch.

Im Katastrophenfall würde unter anderem das AKW Gösgen eine massive Bedrohung für Österreich darstellen, so Walter Rauch.

Der FPÖ-Politiker Walter Rauch hat im Parlament eine Anfrage zum Niederämter Kernkraftwerk Gösgen eingereicht.

Die mediale Öffentlichkeit fühlt den Puls von Kernkraftwerken mit besonderer Aufmerksamkeit: Zahlreiche Störungen und Vorfälle in den hiesigen KKWs finden Platz in den Newsspalten von Schweizer Tageszeitungen. So auch das KKW Gösgen, das im Jahr 2019 acht Ereignisse dem eidgenössischen Nuklearinspektorat meldete.

Demnach wäre folgende Anfrage eines Nationalrates an die Bundesregierung wohl kaum erstaunlich: «Welche konkreten Zwischen- bzw. Störfälle wurden seit Anfang 2019 von Seiten der Betreiber des KKW Gösgen gemeldet?» Nur: Es handelt sich um einen österreichischen, und nicht einen schweizerischen Nationalrat; die «Anfrage» – und nicht «Interpellation» – richtet sich nicht etwa an das Uvek von Simonetta Sommaruga, sondern an die österreichische Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie Leonore Gewessler.

Der Ostösterreicher und das Nordwestschweizer KKW

Der Autor dieser Anfrage ist Walter Rauch, FPÖ-Abgeordneter für den Wahlkreis Oststeiermark im Bundesland Steiermark. Das Bundesland mit Hauptstadt Graz liegt zwar weit weg von Gösgen, nahe an der ungarischen Grenze; doch der Politiker begründet seine Anfrage damit, dass sich «rund um Österreich 13 aktive Atomkraftwerke» befänden, die alle zwischen 40 und 200 Kilometer weit weg der österreichischen Grenze liegen.

Und «dass sie im Katastrophenfall eine massive Bedrohung für Österreich darstellen», weil spätestens seit der Katastrophe bei Tschernobyl bekannt sei, dass eine Nuklearkatastrophe vor Grenzen nicht Halt mache. Dabei erwähnt er Beispiele von «Uralt-AKWs» in Tschechien, Ungarn und der Slowakei, welche alle in etwa gleich alt wie das AKW Gösgen sind (in der zweiten Hälfte der 70er-Jahre erbaut) und immer wieder Zwischen- und Störfälle vorweisen.

Die Bevölkerung über Gösgen informieren

Deshalb will Walter Rauch von der Bundesministerin unter anderem wissen, ob die österreichische Regierung über solche Vorfälle informiert sei, welche konkrete Schritte bei solchen Meldungen eingeleitet werden und ob diese in Zukunft auch gegenüber der Bevölkerung öffentlich gemacht werden. Leider war Walter Rauch für eine Stellungnahme vor Redaktionsschluss nicht zu erreichen. Von der Bundesministerin wurde die Anfrage noch nicht beantwortet.

Das AKW Gösgen hat im Juni eine Jahresrevision hinter sich, während der die Produktion für 17 Tage unterbrochen wurde. Gemäss den Betreibern wurden dabei die Brennelemente gewechselt sowie zahlreiche Instandhaltungsarbeiten geführt.

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