Schönenwerd

Übergriff vertuscht? Die Schule weist Vorwürfe zurück

Sexueller Übergriff oder kindischer Scherz?

Sexueller Übergriff oder kindischer Scherz?

An der Privatschule Swiss International School in Schönenwerd sollen 4 Drittklässler eine Mitschülerin gewaltvoll ausgezogen haben. Die Mutter des Opfers ist erschüttert. Die Schule hingegen bezeichnet den Vorfall als harmlos.

Hat die SIS Swiss International School in Schönenwerd versucht, einen Übergriff unter Primarschülern unter dem Deckel zu halten? Die Unternehmensleitung der SIS weist die Vorwürfe einer Familie zurück.

Hat die SIS Swiss International School in Schönenwerd versucht, einen sexuellen Übergriff unter Primarschülern unter dem Deckel zu halten? Dies wirft eine Familie der SIS vor, die ihre zwei Mädchen unterdessen aus der Schule zurückgezogen hat.

In Mails an diese Zeitung und weitere Medien klagen die Eltern einer 9-jährigen Schülerin der SIS in Schönenwerd die Schule an.

Sie schildern einen Übergriff, den drei Knaben und ein Mädchen Ende Mai auf ihre Tochter verübt haben sollen. Die von dieser alarmierte Klassenlehrerin soll den Vorfall gleichentags im Klassenverband mit den Kindern besprochen, dabei aber dem Opfer Schuld zugewiesen haben.

Aus diesem Grund habe das Mädchen zu Hause nichts von dem Vorfall erzählt. Erst zwölf Tage später habe die Lehrerin den Vorfall gegenüber den Eltern erwähnt, als diese aus einem andern Grund bei ihr vorsprachen.

Die Eltern schicken seither das Mädchen wie auch eine zweite Tochter nicht mehr in die SIS und haben den Unterrichtsvertrag gekündigt. Zudem haben sie Strafanzeige eingereicht.

Die Kantonspolizei Solothurn bestätigte am Dienstag den Eingang dieser Anzeige; Abklärungen dazu seien im Gang. Die Eltern werfen der Schule vor, eine Meldung unterlassen und ihre Aufsichts- und Fürsorgepflicht verletzt zu haben. In den Mails an die Medien fordern sie von der SIS eine Entschuldigung, Schadenersatz und Rückerstattung des Schulgeldes.

SIS: «Es war kein Übergriff»

Die SIS sah sich dadurch am Dienstag zu einer Stellungnahme veranlasst. «Selbstverständlich bedauern wir dieses Ereignis, nach unserem heutigen Informationsstand kam es dabei zu keinem Übergriff», heisst es darin.

Auf Anfrage ergänzte Ursula Gehbauer, die Unternehmensleitern der SIS Swiss International School Schweiz AG, es sei allenfalls ein Fehlverhalten unter Kindern erfolgt.

Die Klassenlehrerin habe nach Rücksprache mit dem Schulleiter die beteiligten Schüler befragt, und die Aussagen aller, also auch des Opfers, seien deckungsgleich gewesen. Die Darstellung der Eltern hingegen stehe zu den Aussagen der Kinder «in völligem Widerspruch», so Ursula Gehbauer. «Wir distanzieren uns von der Darstellung der Eltern.»

Die Integrität und der Schutz aller Kinder sei für die SIS oberstes Gebot. Klassenlehrerin und Schulleiter hätten sich nach Rücksprache mit externen Fachstellen daran orientiert, indem sie den Vorfall mit der Klasse besprochen und aufgearbeitet hätten.

Zudem nehme die Schule die Beratung durch einen Experten der Organisation KrisenKompetenz in Anspruch. Der Experte werde am Mittwoch mit der Klasse reden.

Inzwischen habe die Schule die Eltern der betroffenen Klasse sowie auch alle anderen Eltern mit einem Elternbrief informiert. Der Experte stehe auf Wunsch auch für Eltern zur Verfügung.

Zweisprachige Tagesschule

Die SIS Swiss International School Schweiz AG betreibt zweisprachige Tagesschulen (D/E) an zehn Standorten in den Kantonen Aargau, Basel-Stadt, Graubünden, Solothurn, Schwyz, Zug und Zürich.

Den SIS-Standort Schönenwerd besuchen zurzeit rund 100 Schüler und Schülerinnen aus den Kantonen Solothurn und Aargau in allen neun Schuljahren der Primar- und Sekundarschule.

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