Zweckverbandes Abwasserregion Olten

Trinkwasser-Verunreinigung ist auf heftigen Regenfall zurückzuführen

Zwischen dem Stromausfall in der Kläranlage letztes Jahr und den Verunreinigungen im Grundwasser bestehe kein kausaler Zusammenhang.

In einer externen Analyse stelle sich heraus, dass nicht der Stromausfall in der Nacht vom 4. auf den 5. Juli vergangenen Jahres sondern der starke Regenfall der Grund für die Trinkwasser-Verunreinigung in jenem Sommer war.

In der Nacht vom 4. auf den 5. Juli 2018 hatte ein Stromausfall die Kläranlage des Zweckverbandes Abwasserregion Olten (ZAO) während elf Stunden ausser Betrieb gesetzt. Fünf Tage später wurden in den Trinkwasserversorgungen von Dulliken, Obergösgen und Lostorf Fäkalbakterien festgestellt. Die Bevölkerung in den drei Gemeinden konnte in der Folge vom 10. bis zum 19. Juli das Trinkwasser nur in abgekochtem Zustand geniessen. War die ausgefallene Käranlage dafür verantwortlich?

Wie die Gemeinden Dulliken, Lostorf, Obergösgen und der ZAO in einer gemeinsamen Mitteilung schreiben, liegt das Ergebnis einer externen Analyse vor. Auf Initiative des ZAO begann die spezialisierte Dr. Heinrich Jäckli AG aus Baden mit der Untersuchung des Vorfalles. Das Gutachten wurde dann in der Folge durch das Amt für Umwelt (AFU) in Auftrag gegeben, zu welchem alle beteiligten Werke die Grundlagen lieferten.

Wie bereits eine im Herbst 2018 vom ZAO in Auftrag gegebene Untersuchung kommt auch die Expertise der Badener Hydrogeologen zum Schluss, dass zwischen dem Stromausfall in der Kläranlage und den Verunreinigungen kein kausaler Zusammenhang vorliegt und im Fall der Gemeinden Obergösgen und Lostorf als Ursache sogar als ausgeschlossen gilt. Die defekte Kläranlage war folglich nicht die Ursache für die Verunreinigungen des Trinkwassers.
Vielmehr, so schreibt die Wasserversorgung weiter, müsse davon ausgegangen werden, dass in allen drei Trinkwasserversorgungen nach grossen Regenfällen das Risiko von kurzzeitigen Verunreinigungen besteht. Bei starken Regenfällen fallen nämlich regelmässig weit grössere Schmutzwassermengen an als wie beim Betriebsausfall der Winznauer Kläranlage. Diese Wassermassen werden dann in die umliegenden Gewässer abgeleitet.

Das Grundwasserpumpwerk Schachen der Wasserversorgungen Obergösgen und Lostorf nutzt den Grundwasserstrom, der von Lostorf kommt und von Kanal beeinflusst wird. Das Grundwasserpumpwerk Ey der Gemeinde Dulliken liegt im von der Aare gespeisten Grundwasserstrom. Infolge der Verunreinigung vom 4. Juli 2018 wurde die Bevölkerung umgehend gewarnt und angewiesen, Trinkwasser vor dem Genuss abzukochen, bis die Leitungen desinfiziert waren. Zudem haben die Gemeinden Dulliken, Lostorf und Obergösgen als Sofortmassnahme bereits im Herbst 2018 neue UV-Anlagen zur laufenden Desinfektion des Rohwassers für ihre jeweiligen Gemeindenetze installiert.

Pumpwerke sollen verlegt werden

Die Gemeinden Dulliken, Obergösgen und Lostorf sowie der ZAO haben von den Ergebnissen des Berichtes zustimmend Kenntnis genommen und vereinbart, geeignete Massnahmen zu prüfen. Allfällige Ansprüche auf Schadenersatz an den ZAO stellen sich nach dem Untersuchungsergebnis nicht. Im Fall der Wasserversorgung Dulliken genügen im Pumpwerk Ey ereignisbasierte Vorkehrungen bei Starkregen und wenn die Abflussmenge in der Aare durch die Regulierung des Kraftwerkes Gösgen gegenüber einem Normalbetrieb wesentlich erhöht wird.

Im Fall des Pumpwerks Schachen wird von den Gemeinden Lostorf und Obergösgen mittelfristig eine Verlegung des Standortes geprüft, weil die Schutzzone der bestehenden Grundwasserfassung den gesetzlichen Anforderungen nicht mehr genügt. Das Pumpwerk zu verlegen würde eine langfristige Sicherung der Trinkwasserversorgung beider Dörfer mit sich bringen.

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