Trimbach

Suchthilfe Ost organisiert ein Benefizkonzert mit Roswita Schlatter

Johannes Schlatter (Bass und Gesang), Cyrill Wangart (Gitarre), Roswita Schlatter (Gesang, Piano, Gitarre), Elian Frei (Gesang) und Philipp Klay (Schlagzeug, von links) sind zusammen «Roswita und Band». zvg

Johannes Schlatter (Bass und Gesang), Cyrill Wangart (Gitarre), Roswita Schlatter (Gesang, Piano, Gitarre), Elian Frei (Gesang) und Philipp Klay (Schlagzeug, von links) sind zusammen «Roswita und Band». zvg

Kommenden Samstag findet ein Benefizkonzert zu Gunsten der Suchthilfe Ost statt. Auch diese Institution musste Wege suchen, um die durch die Finanzprobleme der Stadt Olten verursachten Kürzungen, zu überleben.

Roswita Schlatters Lieder lassen sich nicht in eine Schublade einordnen. Sie singt Mundart, aber auch in Französisch und Englisch. Warum Französisch? Die Sängerin und Liederschreiberin hat einen Teil ihrer Kindheit in Afrika verbracht.

Ihre Geschichten sind inspiriert vom Leben und regen zum Nachdenken an. Bei einigen der Lieder glaubt man, das Heulen eines Motorrads zu hören. Die ausgebildete Buchhändlerin ist eine Bikerin, wie sie im Buch steht.

Es sind aber auch leise Töne zu hören sowie poetische Texte, die auch zum Träumen anregen. Begleitet wird Roswita von ihrer vierköpfigen Band und Ton-Techniker Harry Kohlmann.

Bevölkerung sensibilisieren

Der Reinerlös des Konzertes geht an die Suchthilfe Ost GmbH in Olten. Auch diese Institution musste Wege suchen, um die durch die Finanzprobleme der Stadt Olten verursachten Kürzungen, zu überleben.

Während kulturelle Projekte und Angebote bei der Bevölkerung oft auf offene Ohren stossen, hat es diese Institution ungleich schwerer. So mussten durch die finanziellen Kürzungen auch die Öffnungszeiten der Stadtküche stark eingeschränkt werden.

Unter anderem musste die Stadtküche an den Wochenenden und Feiertagen geschlossen werden. Dies betont auch Patrizia Twellmann, Leiterin der Stadtküche.

Neben Getränken und Mahlzeiten erhalten die Besucherinnen und Besucher dort auch sauberes Spritzenmaterial sowie Informationen zur Vermeidung und Behandlung von Hepatitis, AIDS und anderen Infektionskrankheiten. Die Kosten werden vom Legat Vögeli und der reformierten Kirche Trimbach getragen.

Roswita Schlatter, engagieren Sie sich oft für benachteiligte Personen?

Roswita Schlatter: «Ich engagiere mich gern für benachteiligte Personen, wenn es möglich ist. Dies ist allerdings das erste Benefizkonzert für unsere Band.

Denken Sie, dass bei dem Konzert ein guter Betrag zusammenkommt?

Nun, es wäre schön, wenn ein guter Betrag zusammenkommen würde. Ebenso wichtig ist jedoch, dass die Besucherinnen und Besucher mit ihrem Erscheinen, die Wertschätzung und Solidarität gegenüber den Schwächeren in unserer Gesellschaft, bekunden.

Finden Sie es vertretbar, dass man das Budget einer solchen Institution kürzt?

Ob es vertretbar ist, darüber vermag ich nicht zu entscheiden.

Haben Sie mitbekommen, welche Auswirkungen, diese Kürzungen auf die Klienten der Stadtküche Olten haben?

«Ich habe es nicht direkt mitbekommen. Aber durch den Einblick in diese wertvolle und anspruchsvolle Arbeit ist mir erneut bewusst geworden, wie wichtig diese Anlaufstelle ist. Wegen den finanziellen Kürzungen mussten die Öffnungszeiten gekürzt werden. Den Klienten fehlt so an den Wochenenden und Feiertagen der feste Treffpunkt, feste Mahlzeiten und die Möglichkeit das Gespräch zu suchen.»

Was denken Sie, warum stossen kulturelle Projekte bei der Bevölkerung auf mehr Interesse (und haben dadurch auch mehr Gönner)?

Kulturelle Projekte sind natürlich ein genauso wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft, den auch ich gern nutze. Bei unschönen Problemen wegzuschauen ist jedoch leider eine der ältesten Untugenden der Menschheit. Ich persönlich habe mich jedoch für das Hinschauen entschieden. Es bereichert mein Leben und ich kann dadurch ungeniert in den Spiegel schauen. Nehmen wir das Thema Sucht als Beispiel; Wir leben in einer von Sucht geprägten Gesellschaft. Angefangen beim Handy und allen anderen elektronischen Medien. Wir können nicht wegschauen – die Sucht begegnet uns überall.

Sie sind in Ihren Songtexten oft gesellschaftskritisch. Woher nehmen Sie die Inspiration für Ihre Lieder?

Ich vergleiche meine Lieder gerne mit dem Bild einer Lebensreise. Und auf dieser Reise begegnet mir einiges, das mich freut oder eben nicht freut. Neuanfänge, Abschiede oder Geschichten von anderen Menschen fallen mir dazu ein. Ich schaue mir das Leben in all seinen Facetten an. Dadurch entsteht eben je nach Geschichte, ein Blues, ein freudiger Rock Song oder eine Ballade. Beispielsweise geht es in einem Lied um die Geschichte eines Mannes, der plötzlich am Rande der Gesellschaft landet. Solchen Menschen möchte ich gerne eine Stimme geben.»

«Roswita und Band»: Samstag, 24. Oktober, im Saal der Johanneskirche in Trimbach. Türöffnung: 19.30 Uhr. Das Konzert beginnt um 20.30 Uhr.

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