Kurzer Umbau

Stüsslinger Dorfladen floriert bereits wieder

Nicole Leuzinger und ihr Team führen den Dorfladen in Stüsslingen jetzt auf eigene Faust und setzen dabei vor allem auf Produkte aus der Region. Der Neustart verlief vielversprechend.

Nicole Leuzinger und ihr Team führen den Dorfladen in Stüsslingen jetzt auf eigene Faust und setzen dabei vor allem auf Produkte aus der Region. Der Neustart verlief vielversprechend.

Seit dem 1.Mai hat die 1100-Seelen-Gemeinde Stüsslingen nach einer kurzen Pause wieder einen Dorfladen.

Nach einer rund zweiwöchigen Zwangspause ist der Dorfladen in Stüsslingen wieder geöffnet. «Anstrengend und schön» sei die Wiedereröffnung gewesen, sagt die neue Geschäftsführerin und frühere Filialleiterin Nicole Leuzinger. «Es waren so viele Leute da, wir wurden richtig überrumpelt.» Mit einem Grillstand und einer Hüpfburg vor dem Ladenlokal wurde am Dienstag der Neustart des Geschäfts gefeiert. 100 Würste seien verputzt worden, obwohl die Stüsslingerin Leuzinger für die Wiedereröffnung am 1. Mai nicht gross Werbung gemacht hatte.

Auch am Mittwoch stand das dreiköpfige Dorfladen-Team schon wieder im Dauereinsatz. Bereits am zweiten Tag nach der Eröffnung muss die Geschäftsführerin erstmals bei ihren Lieferanten nachbestellen. Denn die Dorfbewohner kamen nicht einfach nur für einen Höflichkeitsbesuch vorbei. «Einige haben richtig gross eingekauft», freut sich die neue Chefin.
Die Geschäftsführerin hat in den vergangenen Monaten alle Hebel in Bewegung gesetzt, um ihr «Lädeli» vor dem Untergang zu bewahren. Dies nachdem die bisherige Besitzerin – die Genossenschaft Mini-Marché – das Geschäft mangels Umsatz aufgeben wollte (wir berichteten).

Nicole Leuzinger ist überzeugt, dass der Dorfladen genug abwirft, um rentabel zu sein. Erst recht, da sie jetzt selber entscheiden kann, woher sie ihre Ware bezieht und wie viel sie bestellen möchte. Unter der früheren Leitung musste die 31-Jährige häufig Abschreiber verbuchen. Vertraglich war sie oft verpflichtet, grosse Mengen von Waren zu beziehen, die dann von den Kunden unbeachtet im Regal stehen blieben.

Frische Produkte aus der Region

Neu setzt Nicole Leuzinger noch mehr auf lokale Produkte: Brot, Fleisch und Gemüse bezieht sie von Produzenten aus der Region. Die Kundschaft wisse das sehr zu schätzen. «Viele Kunden haben bereits die gute Qualität des Fleisches gerühmt», freut sich die neue Chefin. Basierend auf ihren Erfahrungen räumt sie dem Lebensmittelbereich im Ladenlokal darum auch mehr Platz ein. «Die Non-Food Abteilung haben wir komplett reduziert», erklärt sie. Ansonsten sei das Konzept des Ladens aber unverändert geblieben.

Stüsslinger Solidarität rettet dem Dorf den Laden

TeleM1 berichtet, wie die Stüsslinger Solidarität den Laden rettete.

Crowdfunding im Lädeli

Um den Dorfladen mit integrierter Post-Agentur zu retten, hatte Nicole Leuzinger im Februar eine Crowdfunding-Aktion im Internet lanciert. Bei solchen Aktionen geht es darum, ein Projekt mit vielen kleinen Einzelbeiträgen zu finanzieren. Die Gemeinde unterstützte den Spendenaufruf per Flyer. Das Ziel war es, innerhalb von 100 Tagen 10'000 Franken zu sammeln, um dem Lädeli einen Neustart zu ermöglichen. In zehn Tagen endet die Crowdfunding-Aktion.

Am Mittwoch lag der Kontostand offiziell bei 8100 Franken. «Die 10'000 Franken haben wir theoretisch schon erreicht», berichtet Leuzinger. Viele Kunden haben in den vergangenen Wochen nämlich direkt im Laden gespendet. Diese Beiträge hat sie jeweils auf das Spendenkonto einbezahlt. «Ich bin einfach noch nicht dazu gekommen, alles zu überweisen.» Verständlich, gab es doch vor der Wiedereröffnung Wichtigeres zu tun.
Für die grosse Unterstützung aus dem Dorf ist die Stüsslingerin dankbar. Sie nimmt es als Beweis, dass den Einwohnern ihr Dorfladen etwas wert sei.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1