Kienberg

Souverän entscheidet über Rundumerneuerung für Schule

Der Gemeinderat von Kienberg möchte das Pensum des Schulleiters von 32 auf 50 Stellenprozente erhöhen. Ausserdem beantragt er die Sanierung des Schulhauses.

Eine ausserordentliche Gemeindeversammlung für die Schule: Am kommenden Donnerstagabend unterbreitet der Gemeinderat von Kienberg den Stimmberechtigten zwei Vorlagen, die seiner Ansicht nach die personelle und bauliche Situation an der Schule verbessern sollen. Zum einen möchte der Gemeinderat die Stelle des Rektors um 18 Prozente erhöhen, zum anderen ist eine umfassende Sanierung des Schul- und Mehrzweckgebäudes geplant.

Derzeit beträgt das Arbeitspensum des Kienberger Schulleiters 32 Stellenprozente. Nach Meinung des Gemeinderates ist dieser Wert zu niedrig. Neu sollen dafür 50 Stellenprozente zur Verfügung stehen.

Schulleitung absorbiert vom Alltagsgeschäft

Als Gründe für die Aufstockung nennt der Gemeinderat in seiner Botschaft die fehlenden zeitlichen Ressourcen des Schulleiters für die «strategischen und strukturellen Aufgaben», auch sei die Zeit vor Ort zu gering, um die vielseitigen Führungsaufgabe für das Lehrerteam wahrzunehmen. Das Alltagsgeschäft könne mit dem jetzigen Pensum nur knapp bewältigt werden. An der Schule Kienberg unterrichten 14 Lehrpersonen von der ersten bis zur sechsten Klasse.

Der jetzige Rektor, Pierino Menna, legt sein Amt per Ende Januar 2020 nieder. Jetzt sei der Zeitpunkt richtig, die Stelle aufzuwerten, «und damit die notwendigen Rahmenbedingungen für eine langfristig starke Schule zu schaffen», findet Gemeindepräsidentin Adriana Gubler. Über den Weggang von Menna könne sie nichts weiter sagen, es seien seinerseits «persönliche Gründe» ausschlaggebend gewesen. Menna hatte die Schulleitung von Kienberg per 1. August 2018 übernommen.

Rekrutierungsverfahren eingeleitet

Seine Nachfolge ist noch nicht geregelt: «Wir sind mitten im Rekrutierungsprozess», erklärt GemeindepräsidentinGubler. Die neue Schulleiterin oder der neue Schulleiter sollen aber gleich mit einer halben Vollzeitstelle anfangen können. «Hätten wir bis zur nächsten ordentlichen Gemeindeversammlung vom 28. November gewartet, würde zu viel Zeit verstreichen, um die vertraglichen Angelegenheiten mit der zukünftigen Schulleitung frühzeitig regeln zu können.»

Wie stark die Ausgaben durch die Aufstockung ansteigen, kann Gubler noch nicht benennen, da der Lohn der künftigen Leitungsperson von deren Einstufung abhängt. Der Maximallohn liegt gemäss Dienst- und Gehaltsordnung bei 60'000 Franken, die Stelle mit 32 Stellenprozenten wurde im Jahr 2019 mit 37'470 Franken budgetiert. Somit sind jährliche Mehrkosten von maximal 22'530 Franken zu erwarten.

Schulhaus braucht mehr als nur frische Farbe

Nebst der Personalfrage kommt an diesem Abend auch ein Bauvorhaben zur Sprache. Vor rund vierzig Jahren wurde das Schulhaus von Kienberg gebaut, seither gab es nie eine grössere Renovation. Einzig eine Reihe von Fenstern wurde ersetzt. Der Gemeinderat hatte daher eine «Erfahrungsgruppe» einberufen, der nebst Gemeindepräsidentin Gubler Gemeinderat Christoph Hürbin, Matthias Aebersold, Peter Meier, Hans Peter Strub und Ivan Stutz angehörten. Zusammen definierten sie die anstehenden Sanierungsmassnahmen, bestellten Offerten bei Architekten und luden zwei Architekturbüros zu einem Vorgespräch ein.

Besonders die Energieeffizienz der ganzen Anlage soll verbessert werden: Das Dämmen der Fassade, der Einbau neuer Fenster sowie der Ersatz der Ölheizung stehen ganz oben auf der Wunschliste. Zudem werden die Toiletten modernisiert. Auch sollen Behinderte einen ebenen Zugang zur Gemeindeverwaltung erhalten, was derzeit noch nicht möglich ist. Ob dies durch einen Lift, eine Rampe oder einen Durchbruch im Untergeschoss der Gemeindeverwaltung geschehen soll, wird durch Otto und Partner abgeklärt.

Das definitive Bauprojekt steht noch aus

Das Architekturbüro aus Liestal hat die «Erfahrungsgruppe» hinsichtlich seinen bereits realisierten Projekten, seiner breiten Kompetenz und klaren Vorgehensweise überzeugt. Otto und Partner sollen nach dem Willen der «Erfahrungsgruppe» die Planung der Arbeiten übernehmen. Der Gemeinderat schloss sich dieser Haltung an und unterbreitet der Stimmbevölkerung nun ein Kreditbegehren von 120'000 Franken.

Darin enthalten sind Vorstudien sowie die Ausarbeitung des Vor- und Bauprojektes, einschliesslich der Fachplaner-Honorare. «Mit dem definitiven Bauprojekt treten wir dann später vor die Gemeindeversammlung», erklärt Gemeindepräsidentin Gubler den weiteren Ablauf.

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