Stüsslingen/Rohr

«So ein deutliches Resultat konnte niemand erwarten»: Die Gemeindefusion wird definitiv

Die Rohrerinnen und Rohrer wollen die Fusion mit Stüsslingen (im Bild).

Beide sagten Ja zur neuen Gemeinde.

Die Rohrerinnen und Rohrer wollen die Fusion mit Stüsslingen (im Bild).

Stüsslingen und Rohr haben sich für die Fusion ausgesprochen – die Rohrerinnen und Rohrer sogar einstimmig. Die beiden Gemeindepräsidenten sind überrascht über das deutliche Ergebnis. Die neue Gemeinde heisst Stüsslingen.

Stüsslingen und Rohr schliessen sich zusammen. Die Stimmberechtigten beider Gemeinden haben der Fusions-Vorlage mit grossem Mehr zugestimmt. In Stüsslingen votierten bei 387 eingegangen Stimmen 344 für ein Ja, 43 legten ein Nein ein. Einen Kantersieg gab es in Rohr: Unter den 40 eingegangen Stimmen war keine einzige Nein-Stimme. Er habe mit einem Ja gerechnet, sagt der Rohrer Gemeindepräsident André Wyss auf Anfrage: «Aber so ein deutliches Resultat konnte niemand erwarten.» Persönlich freue ihn die hohe Stimmbeteiligung von 61, 54 Prozent: «An der letzten Gemeindeversammlung war das Interesse verhaltener, nun zeigt sich doch, dass über die Hälfte an die Urne ging.» Das Ergebnis spiegle das gute Verhältnis zu Stüsslingen, das seit Jahren bestehe.

Auch für seinen Stüsslinger Amtskollegen Georges Gehriger ist das Votum erstaunlich, wie er auf Anfrage erklärt: «So gut habe ich es nicht erwartet. Dass Rohr mit Vierzig zu Null angenommen hat, ist schon extrem positiv.» Die deutliche Zustimmung führt Gehriger besonders auf die transparente Gestaltung des Fusionsprozesses zurück: «Wir haben viel in die Information investiert.» Der Dialog mit der Bevölkerung hat sich gelohnt, Opposition ist vorgängig im Dorf keine sichtbar geworden. Dass sich dennoch 43 Stimmende für ein Nein entschieden haben, ist für Gehriger nicht tragisch: «So ist es wenigstens kein Ostblick-Resultat», meint er lachend. Er streckt den stillen Gegnern die Hand aus: «Bedenkenträger dürfen sich immer bei mir melden.» Die Stimmbeteiligung in Stüsslingen lag mit 46,86 Prozent zwar tiefer als in Rohr, für Gehriger ist die Zahl dennoch ein «überdurchschnittlicher Rekordwert».

Als nächstes stehen nun verschiedene Detailarbeiten an, um dem künftigen rechtlichen Rahmen zu entsprechen. Unter anderem müssen die Gemeindeordnung und die Dienst- und Gehaltsordnung angepasst, die Informatik und Datenverwaltung zusammengeführt und das gemeinsame Budget geplant werden.

Einen grösserer Brocken Arbeit wird der Wechsel der Sozialhilferegion mit sich bringen:Neu wird Stüsslingen von der Sozialhilferegion Oberes Niederamt (SON) in die Sozialhilferegion Unteres Niederamt (SRUN) wechseln, in der sich Rohr bereits befindet

Die Fusion wird zum 1. Januar 2021 wirksam. Den Zeitrahmen bis dahin schätzt Gehriger als ausreichend ein: «Wir sind schon recht weit. Auch mit dem Kanton sind die nächsten Schritte gut aufgegleist.» Erst der Regierungsrat und danach der Kantonsrat müssen die Fusion noch bejahen, was allerdings reine Formsache sein dürfte.

Sichtbar wird der Wechsel vor allem für Rohr, das neue Ortstafeln bekommt. Weiterhin wird darauf Rohr stehen, mit dem neuen Hinweis auf Stüsslingen. Wann diese getauscht werden, wissen weder Wyss noch Gehriger. Das ist nicht das dringendste Problem auf der Liste, meinen beide übereinstimmend.

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