Lostorf

Seit 60 Jahren spielt er in der Region Trompete – nun veröffentlicht er eine CD

Heini Meier aus Lostorf, zuhause in seinem Übungsraum: «Hier kann ich üben, ohne dass ich jemanden damit störe.»

Heini Meier aus Lostorf, zuhause in seinem Übungsraum: «Hier kann ich üben, ohne dass ich jemanden damit störe.»

Ein Lostorfer veröffentlicht nach über 60 Jahren Trompetenspiel eine CD – zusammen mit einem virtuosen Musiker.

«Heimatklänge» heisst der neue Tonträger. Darauf zu finden sind zwölf unterschiedliche Stücke. Sie heissen «Blaue Träume», «Feierabend auf der Alp» oder «Bauern-Glück». Es sind alte Kompositionen der Volksmusik, neu eingespielt. Ausgewählt und zusammengestellt wurden sie von Heini Meier. Seit mehr als 40 Jahren bespielt der heute 74-Jährige kirchliche Anlässe im Niederamt und in der Umgebung, begleitet von der Orgel. Heimat sei für ihn «da, wo man zu Hause ist, und sicher unser schönes Schweizerland.»

Er ist in den Fünfzigerjahren ganz einfach zum Trompetenspiel gekommen. «Nach einem Fasnachtsumzug stand bei uns zu Hause ein Zimmer voller Instrumente. Da ist mir dann die Trompete quasi in die Hand gefallen und das hat gepasst», erklärt Meier. Auch sein Vater habe in der Musikgesellschaft gespielt. Gefragt nach seinem musikalischen Idol sagt er: «Das war eigentlich immer Fridolin Frei», ein bekannter Schweizer Trompeter. Bei ihm habe er dann auch zehn Semester Trompetenunterricht erhalten, an der Musikakademie Zürich.

Erinnerung für die Familie

In erster Linie habe Meier die CD für sich selbst aufgenommen. «Es soll auch ein Andenken sein für meine Familie. Ich wollte etwas schaffen, was die Zeit überdauert.»

Meiers musikalische Karriere weist zahlreiche Stationen auf. Nach der Jugendmusik tritt er der Musikgesellschaft bei. Dann absolviert er 1966 die RS in der Militärmusik. Er erinnert sich: «Das war eine strenge, aber auch eine schöne Zeit.» Beim damaligen musikalischen Leiter habe man nicht aufmucken dürfen. Vermittelt wurden vor allem Disziplin und Taktgefühl, was für die Musik auch wichtig sei. «Doch musikalisch wäre wohl mehr möglich gewesen», sagt Meier. Und: «Heute haben sie dort viel mehr Möglichkeiten.»

Nach der RS nimmt Meier in Zürich Unterricht in Theorie und Spiel. Er tritt in verschiedenen Orchestern auf, manchmal begleitet von Chören. Ab 1978 veranstaltet Meier selbst Kirchenkonzerte. Über diese Zeit sagt er heute: «Das sind für mich die Highlights.» Und auch das gemeinsame Musizieren in den Orchestern sei sehr schön gewesen. 1982 nimmt Meier eine erste LP auf. Es sind klassische barocke Stücke. 1990 folgt die CD-Produktion «Air de Trompette».

Zusammenarbeit mit Philipp Mettler

Dass es nun zu einer neuen Aufnahme gekommen ist, sei auch Meiers Bekanntschaft mit dem Musiker und Produzenten Philipp Mettler geschuldet. Die Idee sei über die letzten Jahre gereift. Ursprünglich wollte Meier ein Ensemble zusammenstellen. Am Ende habe aber Mettler vorgeschlagen, die übrigen Instrumente Piano, Bass, Klarinette und bei zwei Stücken das Sopransaxofon, gleich selbst einzuspielen. Aus der Zusammenarbeit sind frische Lieder entstanden und Meier sagt: «Das Endergebnis ist für mich überzeugend.»

Auch wenn er beim Hören hie und da noch etwas ändern würde, wenn er denn könnte. Zu Hause habe er ein Übungsraum im Keller: «Da störe ich niemanden.» Heute spielt Meier noch in der Veteranenmusik Solothurn. «Das sind Musiker, die mindestens 25 Jahre in einem Musikverein mitgemacht haben.» Das Durchschnittsalter sei etwa 70 Jahre. Und doch hätten alle noch immer Freude am Musizieren.

Hinweis: Die CD «Heimatklänge» ist hier erhältlich: meier@elapp.ch

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