Lostorf

Projekt «Hauptstrasse Nord» gibt zu reden – das sind die wichtigsten Fragen und Antworten

Die Verlegung der Bushaltestellen «Dorfplatz» in Richtung Süden ist ein Bestandteil des Projekts «Sanierung und Umgestaltung Hauptstrasse Nord».

In einer Woche gehen die Lostorfer an die Urne. Das sind die wichtigsten Fragen auf einen Blick:

1. Was soll im Rahmen der «Sanierung und Umgestaltung Hauptstrasse Nord» gemacht werden?

Das Projekt «Hauptstrasse Nord» beinhaltet mehrere Teile: Einerseits sollen Anpassungen auf der Hauptstrasse vorgenommen werden: Zwischen der Mineralquelle und dem Dorfplatz ist eine Strassenbreite von fünfeinhalb Metern vorgesehen. Die Einmündungen von drei Quartierstrassen (Wartenfelsstrasse, Bovirain, Mühleweg) sollen erweitert und die Strassenbreite soll auf viereinhalb Meter festgelegt werden. Weiter umgebaut werden sollen die Schulwegquerungen (Büechlenstrasse, Trottenackerwegli).

Die beiden Bushaltestellen, die im Bereich des Dorfplatzes liegen, sollen um 60 Meter nach Süden in den Bereich des Juraplatzes verlegt werden. Das Trottoir, dass sich im Unterdorf auf der Bachseite befindet, soll auf die Ostseite verlegt werden. Der letzte Teil der vorgeschlagenen Sanierungsmassnahmen betrifft der Lostorferbach: Ihm soll mit einer Offenlegung mehr Platz gegeben werden.

2. Wieso ist die Sanierung nötig?

Auf der einen Seite ist die Sanierung notwendig, weil die Werkleitungen und der Belag auf der Hauptstrasse veraltet sind. Auch, so heisst es in den Abstimmungsunterlagen, «ist die Verkehrssicherheit für Fussgänger und den einmündenden Verkehr aus den Quartierstrassen aufgrund der fehlenden Übersicht nur ungenügend oder gar nicht gegeben.»

Mit der Offenlegung des Lostorferbachs soll einem Hochwasser entgegengewirkt werden. Auf einer Gefahrenkarte, die 2012 angefertigt wurde, ist ersichtlich, dass bei einem Jahrhunderthochwasser mehr als 100 Liegenschaften im Gebiet Lostorf Mitte bis Rechtenmatt überflutet werden würden.

3. Wie hoch sind die Kosten?

Das Abstimmungsprojekt ist mit einem Kreditbegehren von brutto 7,16 Millionen Franken veranschlagt. Von der Gemeinde sollen deren 6,08 Millionen übernommen werden. Die Differenz wird von Bund und Kanton in Form von Subventionen zurückerstattet. Weil dieser Betrag die Summe von einer Million und damit die Finanzkompetenz der Gemeindeversammlung übersteigt, muss an der Urne darüber abgestimmt werden.

4. Wer unterstützt das Projekt bzw. wer ist dagegen?

Der Gemeinderat und die Mitglieder der verantwortlichen Arbeitsgruppe empfehlen ein «Ja». Dies zum einen, weil die Anpassungen allen Verkehrsteilnehmern «möglichst optimale und geschützte Bedingungen auf diesem Strassenabschnitt» bieten sollen. Auch sollen die Massnahmen für eine Verkehrsberuhigung sorgen.

Zum anderen habe, so steht es in der Abstimmungsbroschüre, der Gemeinderat mit dem vorliegenden Projekt die «weitaus kostengünstigste Variante gewählt». Auch sei es die Einzige, welche mit Subventionen von Bund und Kanton unterstützt werde. Zudem gibt es eine «Gruppe für die Sanierung der Hauptstrasse Nord», welche das Projekt unterstützt.

Kritik wurde vor allem von Anstössern laut, die der Meinung sind, dass die Hauptstrasse zwar saniert werden müsse, aber nicht so, wie es im vorliegenden Projekt vorgeschlagen wird. Bemängelt wird beispielsweise, dass durch die neue Verkehrsführung mehr Lärm durch abbremsende und wieder anfahrende Fahrzeuge entstehe.

5. Welche Konsequenzen sind bei einem «Nein» zu erwarten?

«Wenn das Kreditbegehren am 25. November abgelehnt wird, wird die Gemeinde das Resultat analysieren, um die Ursachen für das Scheitern auf den Grund zu gehen», erklärt Gemeindepräsident Thomas Müller auf Anfrage. Eines ist bereits jetzt klar: Einen fixfertigen Plan B gibt es nicht.

Möglich wäre etwa, dass die Projekt-Bestandteile einzeln saniert werden oder dass das Projekt modifiziert wird. Denn einige Punkte müssen aufgrund von eidgenössischen Vorgaben umgesetzt werden. Beispielsweise müssen Bushaltestellen ab 2023 gemäss dem eidgenössischen Behindertengleichstellungsgesetz barrierefrei zugänglich sein.

6. Wie ist das Projekt überhaupt zustande gekommen?

2009 entschied der Lostorfer Souverän, dass die Gemeinde die Hauptstrasse auf dem Abschnitt Stüsslingerstrasse/Denner bis zur Mineralquelle vom Kanton Solothurn übernimmt. Schon damals war klar, dass die Strasse saniert werden muss. Der Kanton bezahlte der Gemeinde eine Entschädigung von 914 150 Franken.

2012 wurde eine Gefahrenkarte erstellt. 2014 erfolgte der Anfang des «Betriebs- und Gestaltungskonzepts Hauptstrasse Nord», welches 2016 vom Gemeinderat abgesegnet wurde.

2016 und 2018 wurden zwei Veranstaltungen durchgeführt, bei welchen die Lostorfer Bevölkerung über das Vorhaben informiert wurde. An der Gemeindeversammlung vom 5. September 2018 wurde zudem ein Rückweisungsantrag vonseiten der Sanierungsgegner gestellt. Dieser wurde mit 87 zu 47 Stimmen bei zwei Enthaltungen abgelehnt.

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