Lostorf

Planungsphase ist vorbei – Jetzt ist alles bereit für den Volksentscheid

Der Lostorferbach soll im verbreiterten Bachbett frei mäandrieren. Fussgängerstege verbinden den Juraweg (rechts im Bild) mit der Hauptstrasse.

Nach einer mehrjährigen Planungsphase liegt das detaillierte Sanierungsprojekt «Hauptstrasse Nord» in Lostorf vor. Am Mittwoch, 5. September, wird an der Gemeindeversammlung der Kreditantrag für das Projekt beraten.

Nach dem Hitzesommer kommt es jetzt in Lostorf zur heissen Phase im Sanierungsprojekt «Hauptstrasse Nord»: Der detaillierte Projektplan liegt vor, der Kostenvoranschlag wurde vom Gemeinderat genehmigt und die Absprachen mit den betroffenen Grundeigentümern sind im Gang.

Nun gilt es, die erste politische Hürde zu meistern: Am Mittwoch, 5. September, wird an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung der Kreditantrag für das Projekt beraten. Nur wenn die Versammlung auf den Antrag eintritt, kommt es im November zur entscheidenden Urnenabstimmung. Wird der Kredit bewilligt, erfolgt Anfang 2019 die Bauausschreibung.

Für Andreas Sämi Bünder, Gemeinderat von Lostorf und Ressortleiter Bau, stehen die Chancen gut, dass das Sanierungsvorhaben von den Stimmbürgern gutgeheissen wird. Zuversichtlich stimmen ihn die positiven Reaktionen, die er an der Informationsveranstaltung von vergangenem Dienstag erfahren hat: «Allmählich findet das Projekt Gefallen.

Der Applaus am Ende des Abends hat die veränderte Stimmung aufgezeigt», so Bünder. Rund 130 Einwohner besuchten den von der Gemeinde organisierten Anlass. Nebst dem detaillierten Plan wurden dort auch Visualisierungen der baulichen Massnahmen vorgestellt. Diese Fotomontagen können auch vor Ort in Augenschein genommen werden: Sie wurden an den entsprechenden Stellen entlang der Hauptstrasse aufgestellt. So ist es dem Betrachter möglich, die geplanten Änderungen direkt mit dem Ist-Zustand zu vergleichen. Zudem wurde die neue Strassenführung mit weissen und orangen Markierungen auf der Fahrbahn gekennzeichnet.

Das Sanierungsprojekt «Hauptstrasse Nord» umfasst im wesentlichen drei Aspekte: die Strassenerneuerung, die Gestaltung des Lostorferbaches und die Platzierung der Bushaltestellen.

Erneuerung der Strasse

  • Die Hauptstrasse erhält im Abschnitt Schmittenbrücke bis Dorfplatz eine neue Linienführung. So wird das Trottoir, das jetzt entlang des Dorfbaches führt, auf die gegenüberliegende Strassenseite verlegt.
  • Im Oberdorf werden bei einzelnen Querstrassen Ausbuchtungen erstellt. Damit sollen die Sichtverhältnisse für Fahrzeuge, die in die Hauptstrasse einbiegen, verbessert werden. Eine Fahrbahnverengung beim nördlichen Dorfeingang dient der Temporeduktion.
  • Anders als noch im Grobkonzept vorgesehen wird es im Bereich des Dorfplatzes keine Begegnungszone mit Tempo 20 geben – damit ist eine der umstrittensten Massnahmen vom Tisch. Der Gemeinderat hat sich stattdessen dafür ausgesprochen, auf der gesamten Strecke Tempo 50 beizubehalten. Mit baulichen Massnahmen will man die Verkehrsteilnehmer aber zu einer Anpassung der Geschwindigkeit bewegen. Mit quer zur Fahrbahn angebrachten Bändern aus Naturstein sollen optische Reize gesetzt werden.
  • Der Strassenbelag wird auf der ganzen Länge erneuert.
  • Die Wasser- und Kanalisationsleitungen werden ersetzt oder saniert.

Offenlegung des Lostorferbaches

Der Dorfbach wird so gestaltet, dass es auch bei einem Jahrhunderthochwasser nicht zu Überschwemmungen kommt. Hierfür wird der Bach im südlichen Bereich zwischen Schmittenbrücke und Dorfplatz offengelegt und renaturiert.
Die bestehenden Bachübergänge werden abgerissen. Stattdessen werden zwei Fussgängerstege sowie ein mit Fahrzeugen befahrbarer Übergang erstellt. Das Bachbett selbst wird über eine Treppe zugänglich sein (siehe Bild).

Verlegung der Bushaltestelle

  • Die Bushaltestelle im Oberdorf beim Restaurant Eintracht bleibt bestehen.
  • Die Haltestelle am Dorfplatz wird nach Süden verlegt und kommt auf die Höhe des ehemaligen Restaurants Jura zu stehen. Auf dem Jura-Platz selbst wird ein Bus-Wartehäuschen mit Velounterstand erstellt.
  • Der Dorfplatz wird den Bussen künftig nur als Wendeplatz dienen.

Kosten des Projekts

Der Gemeinderat hat im vergangenen Mai den Kostenvoranschlag genehmigt. Die Strassenerneuerung schlägt mit 3,3 Millionen Franken zu Buche. Für den Ersatz respektive die Sanierung der Wasser- und Kanalisationsleitungen müssen 2,4 Millionen Franken aufgewendet werden, wobei diese Kosten durch die Spezialfinanzierung gedeckt sind.

Die Hochwasserschutzmassnahmen inklusive Bachrenaturierung kosten 1,5 Millionen Franken. Der Bruttokredit, der an der Gemeindeversammlung respektive an der Urne beantragt werden wird, beläuft sich somit auf total 7 160 000 Franken. Da die Gemeinde für die Renaturierung des Dorfbaches von Bund und Kanton Subventionen in der Höhe von knapp 900 000 Franken erhält und der Kanton einst beim Abtreten der Kantonsstrasse rund 900 000 Franken für die Belagssanierung ausbezahlt hatte, betragen die Kosten, die tatsächlich von der Gemeinde getragen werden müssen, 5,2 Millionen Franken. Dieser Betrag bewegt sich innerhalb des vom Investitionsplan gesteckten Kostenrahmens.

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