Niederämter Gemeinden 2020

Ortsplanungsrevision, Strassen, Schulen: Herausforderungen sind ganz unterschiedlich

Im Niederamt ist vielerorts die Revision der Ortsplanung im Gange.

Die Gemeindepräsidenten blicken in die Zukunft

Im Niederamt ist vielerorts die Revision der Ortsplanung im Gange.

Die Gemeinden des Niederamts stehen dieses Jahr vor unterschiedlichen Herausforderungen. Teil 1 einer Umfrage (Fortsetzung folgt).

Kaum hat das neue Jahr begonnen, wirft es schon seine Schatten voraus. Welche Projekte werden in diesem Jahr von den Gemeinden im Niederamt abschlossen oder angefangen? Was beschäftigt die Dörfer in diesem Jahr ausser der Steuer-Abstimmung im Februar? Die Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten geben Auskunft.

Trimbach

«Trimbach hat drei Aufgaben zu lösen. Infrastruktur, politische Strukturen und Quartierförderung», schreibt Gemeindepräsident Martin Bühler. Nach dem Kindergarten geht es bei der Infrastruktur nun um die Schulhäuser. Die Herausforderungen, insbesondere im Bereich der Infrastruktur und der Quartierförderung, seien immens und teuer, so Bühler: «Kreative Lösungen sind gefragt.» Mit dem Thema Sozialregion wird sich der Gemeinderat beschäftigen. Die Gemeindeversammlung hat ihn beauftragt, in einer Machbarkeitsstudie zu prüfen, welche Sozialregion für Trimbach in Zukunft die beste Lösung sei. Zu einer Umverteilung kommt es innerhalb des Gemeinderates: «Die politischen Strukturen, wie wir im Gemeinderat und in der Zusammenarbeit mit der Verwaltung funktionieren, werden im Juni der Gemeindeversammlung vorgestellt und finden hoffentlich auch breite Akzeptanz.» Im Dezember wird der Gemeinderat an der Gemeindeversammlung die Lösung für die Infrastrukturfrage der Schule vorstellen können, damit die Gemeinde über die Umsetzung eines konkreten Projektes abstimmen kann. Ebenfalls will die Gemeinde die Ortsplanung abschliessen.

Schönenwerd

Ende Januar trifft der Bericht der Vorprüfung zur neuen Ortsplanung ein. Nach Abschluss der Mitwirkung durch die Bevölkerung und der öffentlichen Auflage sollte die neue Ortsplanung per 1. Januar 2021 in Kraft gesetzt werden. Weiter ist das Bahnhofsareal ein Thema. «Obschon es im Moment von Seiten SBB ‹harzt›, hoffen wir, dass wir Ende Jahr 2020 mit den ersten Arbeiten bei der Realisierung der öV-Drehscheibe beginnen können», teilt Gemeindepräsident Peter Hodel mit, «denn dieses Projekt hat grosses Entwicklungspotenzial für unsere Gemeinde, aber auch für die Region.» Im Weiteren wird der Gemeinderat in der zweiten Jahreshälfte die ersten Weichenstellungen für die Gesamterneuerungswahlen vom Frühling 2021 vornehmen.

Däniken

Gemeindepräsident Mathias Suter lässt dieses Jahr die Bagger auffahren. Der Ersatz der Wasser- und Kanalisationsleitungen am Mühleweg steht an. Mit der Strassensanierung und dem Ausbau der Wasser- und Abwasserleitung an der Unterdorfstrasse wird dieses Jahr ebenfalls begonnen, auch soll die elektronische Trefferanzeige im Schiessstand Studenweid ersetzt werden, nachdem der Souverän in beiden Fällen anlässlich der letzten Gemeindeversammlung die entsprechenden Verpflichtungskredite bewilligt hat. Schliesslich stehen grosse personelle Veränderungen bei der Schule, so Suter: «Herausfordernd wird sein, dass mehrere langjährige Lehrerinnen auf Ende Schuljahr 2019/2020 in den wohl verdienten dritten Lebensabschnitt treten werden. Ferner wird auf Ende Schuljahr 2020/2021 unser sehr geschätzter Schulleiter pensioniert.» Diese Abgänge gelte es zu ersetzen.

Gretzenbach

Auch in Gretzenbach dominiert die Ortsplanung, welche seit zwei Jahren in Bearbeitung ist. Nachdem im vergangenen Frühling das planerische Leitbild genehmigt wurde, geht es nun um die Zonen- und Erschliessungspläne. Die Gemeinde hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. «Die Bevölkerung ist seit 2012 von 2450 auf 2850 Einwohner gewachsen», teilt Gemeindepräsident Daniel Cartier mit. «Die Herausforderung ist nun, dass Gretzenbach ein Dorf bleibt und nicht zur reinen Agglomerations- und Schlafgemeinde verkommt.» Für die von der Gemeindeversammlung beschlossene Bauverwalterstelle, die ab dem 1. Januar nächsten Jahres geschaffen wird, laufen die Vorbereitungen. In 1½ Jahren ist die Amtsperiode des Gemeinderates zu Ende, und damit tritt Daniel Carier nach 12 Jahren als Gemeindepräsident zurück. «Ich möchte bis Ende Jahr eine mögliche Nachfolgerin oder einen möglichen Nachfolger nennen können, damit die Kontinuität bei der Gemeindeführung gewährleistet ist.»

Dulliken

Die Finanzen bereiten Gemeindepräsident Walter Rhiner keine Sorgen: «Dulliken ist mit einem Pro-Kopf-Vermögen von rund 3000 Franken finanziell sehr gesund.» Die Einarbeitung des neuen Bauverwalters und seiner Stellvertreterin ist momentan das dringlichste Personalgeschäft. Eine spezielle Arbeitsgruppe befasst sich ausserdem mit den innerhalb der nächsten zwei Jahre anstehenden Nachfolgeregelungen für die Leitung der Sozialregion SON, der Gemeindeschreiberei und der Verwaltungsleitung. Die Schulraumplanung wird dieses Jahr abgeschlossen Hinsichtlich der nächsten Wahlen wird eine Auslegeordnung und eventuelle Neuorganisation der Gemeinderats-Ressorts vorgenommen. Zu den laufenden Projekten gehören die Ortsplanungsrevision, der Neubau des FC-Klubhauses, die Ausscheidung einer «Oberen Zone» bei der Wasserversorgung sowie die Entwicklung der Gebiete Langfeld-Schäfer und Bahnhof Süd.

Starrkirch-Wil

Mit der Photovoltaik-Initiative hat Starrkirch-Wil im letzten Jahr viele Solarpanels die Dächer gebracht. Für Gemeindepräsident Christian Bachofner stehen heuer der Abschluss zweier mehrjähriger Projekte im Vordergrund: Der Erneuerung der Schulstrasse und der Ersatz der Haustechnik der Dorfhalle. «Ferner wollen wir die Ortsplanung lokal abschliessen und zur Genehmigung einreichen.» Der Ersatz der Brücke Hardstrasse soll weiter vorangetrieben werden, inklusive Kredit durch die Gemeindeversammlung. Ein Ziel ist auch der Kauf der Christkatholischen Kirche und die Integration in einen Gemeindebetrieb. Dieses Jahr erachtet der Gemeindepräsident für sehr wichtig: «Wir wollen möglichst viele Vorhaben abschliessen, bevor wir dann im nächsten Jahr bereits wieder einen Amtsperiodenwechsel haben», so Bachofner. Finanzen sind kein Thema: «Wir sind finanziell solide aufgestellt.»

Eppenberg-Wöschnau

Der Eppenbergtunnel wird mit dem Fahrplanwechsel Dezember 2020 in Betrieb gehen. Für die Gemeinde bedeute dies, dass die Grossbaustelle in der Wöschnau langsam verschwinden wird, schreibt Gemeindepräsident Stephan Bolliger. Nun Rückt die Strasse in den Fokus: «Wir wollen die Planungsarbeiten für die Sanierung der Ortsdurchfahrt und die damit verbundene Attraktivitätssteigerung der Wöschnau entlang der Hauptstrasse abschliessen.» Zudem soll die Sanierung des Gemeindepavillons im Frühling beginnen und im Herbst abgeschlossen werden.

Walterswil

Die Fortsetzung der Ortsplanungsrevision bildet den Schwerpunkt der Arbeit, teilt Gemeindepräsidentin Marie-Louise Wilhelm mit. Man erwartet vom Amt für Verkehr und Tiefbau den Bericht der Bericht der Verkehrsvideoanalyse zur stark befahrenen Kantonsstrasse. Auch die Antworten in Bezug auf die Einsprachen des vorliegenden Lärmsanierungsprojekts seien von Kantonsseite noch ausstehend. Zudem gilt es ein gutes Projekt für die Fertigstellung der Schöpfler-Ringleitung und die damit verbundene Instandstellung des Schöpflerbaches zu erarbeiten. Das Gemeindearchiv soll aufgeräumt werden.

Wisen

In Wisen passiere 2020 nicht viel, lässt Gemeindepräsident Paul Hecht verlauten. Die Ortsplanungsrevision ist das einzige Grossprojekt, ansonsten dominiert das Tagesgeschäft. Personell sei die höchstgelegene Gemeinde des Niederamts sehr gut aufgestellt, so Hecht.

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