Im Frühling 2015 hatte alles noch nach der perfekten Lösung ausgesehen: Andy und Katharina Portmann hatten nach langer Suche durch Zufall endlich eine Nachfolgelösung für ihr 1994 gegründetes Unternehmen, die Portmann Küchen GmbH in Trimbach, gefunden.

Der gelernte Schreiner und Küchenbauer Remo Ritter war für Portmanns der geeignete Nachfolger. «Wir treten mit guten Gefühlen von der grossen Bühne ab», sagte Andy Portmann damals gegenüber dieser Zeitung und versprach, seinem Nachfolger zur Seite zu stehen, sollte der seine Unterstützung benötigen. Es sei keine Selbstverständlichkeit, «ein so gesundes Geschäft zu übernehmen», sagte der neue Inhaber anlässlich der Übernahme am 16. April 2015. Heute steht das Geschäft an der Baslerstrasse 172 in Trimbach leer, die GmbH ist Konkurs. Ein grosses Plakat wirbt für die zu vermietende Ladenfläche. Das Unternehmen wurde laut Handelsregister liquidiert.

Ob Firmengründer Portmann mit seinem guten Gefühl vor zwei Jahren falsch lag oder das Geschäft nicht so gesund war, wie der neue Inhaber glaubte, lässt sich im Nachhinein nicht sagen. Ritter wollte sich auf Anfrage dieser Zeitung nicht zum Konkurs äussern und meinte lediglich, die Sache sei für ihn abgeschlossen.

Der Vorbesitzer war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Fest steht, dass es im hart umkämpften Küchenbau-Geschäft nicht einfach ist, zu überleben. Die Konkurrenz schläft nicht und internationale Möbelhäuser drängen mit tiefen Preisen auf den Markt.

Unstimmigkeiten mit Vorgänger

Die finanziellen Probleme müssen sich schon recht bald nach der Übernahme abgezeichnet haben. Seit fast einem Jahr sei keine Miete mehr eingegangen, heisst es beim Vermieter auf Anfrage. Und da die GmbH Konkurs ist, sei ausser der Kaution auch nicht mehr viel zu holen.

Im Industrie- und Gewerbeverein Trimbach ist zudem von Unstimmigkeiten zwischen dem Firmengründer und seinem Nachfolger die Rede. Ob das dazu führte, dass der Jungunternehmer den Betrieb aufgeben musste, ist ungewiss.

Für das Verkaufslokal im oberen Teil von Trimbach werden derweil neue Mieter gesucht. «Es gibt Interessenten», bestätigt Remo Gantner von der Muntana AG, welche die 2011 fertiggestellte Wohn- und Gewerbeüberbauung an der Baslerstrasse verwaltet. Mit einer Nutzfläche von 666 m2 handelt es sich jedoch um ein relativ grosses Objekt, das nicht jedes Geschäft zu nutzen weiss. Die Ladenfläche kann allerdings auch aufgeteilt werden, erklärt Gantner. «Ein einzelner Mieter wäre aber optimal, dann gibt es auch nur einen Ansprechpartner», betont der Liegenschaftsverwalter.

Grundsätzlich, sagt Gantner, gebe es immer Möglichkeiten für eine Vermietung. Man sei aber bei der Suche bewusst eher zurückhaltend und wünsche sich möglichst eine langfristige Lösung. «Es ist immer eine Frage von Investition und Nutzen», beschreibt er die Situation. Der Vermieter legt auch grossen Wert darauf, dass der Geschäftsbetrieb im Erdgeschoss keine negativen Folgen auf die 16 darüberliegenden Wohnungen hat.

Der Wernli-Faktor

Wie schnell sich ein neuer Mieter findet, hängt nicht zuletzt von der Lage auf dem Immobilienmarkt ab. Rund um Olten gebe es viel Gewerbefläche, so Gantner. Trimbach sei aber ein attraktiver Standort und auch im Hinblick auf die künftige Entwicklung des Wernli-Areals könnten sich für Gewerbetreibende bald interessante Möglichkeiten anbieten. «Dann könnten die Mietpreise steigen», hält Gantner fest.

Der Backwarenhersteller verlagert seine Produktion bis 2021 von Trimbach nach Malters. Was mit dem Wernli-Areal geschieht, steht ebenfalls noch in den Sternen.