Niedergösgen

Musikklänge erklingen, wo einst gebetet wurde

Wer die 100-jährige Kapelle an der Hauptstrasse 36 passiert, wird je nach Tageszeit bei seinem Gang von Flötenspiel, Trompetenblasen und Klavierklängen begleitet. Denn seit August 2018 konzentriert die Musikschule Niedergösgen hier ihre Angebote.

Die Vorzüge des neuen Standorts liegen für den Musikschulleiter Thomas Maritz auf der Hand. «Hier haben wir die komplette Raumfreiheit und sind unabhängig.» Dies war nicht immer so. Waren doch die Angebote der Musikschule bis im Sommer vergangenen Jahres auf verschiedene Standorte verteilt. Nebst der Nutzung von Räumlichkeiten im alten Gemeindehaus hat die Musikschule auch im Schlosshof oder im Schulhaus ihren Unterricht abgehalten.

Alles unter einem Dach

Mit dem Erwerb der Kapelle hat sich dies geändert, da es nun möglich ist, das gesamte Angebot der Musikschule an der Hauptstrasse 36 anzubieten. Obwohl Gitarre und Schlagzeug aus logistischen Gründen zurzeit noch im reformierten Kirchgemeindehaus stehen, befindet sich die Musikschule gemäss Maritz auf dem Weg in Richtung eines zentralisierten Gesamtangebots. Wie positiv sich die Beschränkung auf nur einen Unterrichtsort auf die Zusammenarbeit auswirke, könne man bereits nach sechs Monaten feststellen. «Mit dem Bezug der Kapelle konnten wir eine Art musikalische Begegnungszone schaffen.»

Auch die Stundenplangestaltung sei nun einfacher. Da die meisten Schüler ähnliche Zeitfenster für den Musikunterricht zur Verfügung haben, sei die Organisation nicht immer einfach. «Die beliebteste Unterrichtszeiten sind nach Schulschluss ab 15 bis 18 Uhr», sagt Maritz. Dank dem ausreichenden Platzangebot in der Kapelle können nun eventuelle Wartezeiten zum Einspielen genutzt und Zwischenzeiten besser überbrückt werden. Darüber hinaus schätzt Maritz die zentrale Lage direkt an der Hauptstrasse. Dadurch werde die Musikschule im Dorf besser wahrgenommen – dies in visueller wie akustischer Hinsicht.

Zudem werden die Räumlichkeiten vom Elternverein Niedergösgen mit der Musikspielgruppe wie auch von der Jugendmusik Gösglingen genutzt. Dies ermögliche einen wertvollen Austausch über die Musikschule hinaus.

Wie alles begann

Die Geschichte nahm vor rund einem Jahr ihren Anfang. Damals erwarb die Gemeinde Niedergösgen die Kapelle an der Hauptstrasse 36, die zuvor im Besitz der evangelisch-methodistischen Kirche Aarau war. Die Idee: die Musikschule Niedergösgen in der Kapelle einzuquartieren. Danach dauerte es nicht lange, bis die ersten Massnahmen zur Verbesserung der Raumakustik umgesetzt wurden. Die Zimmer im oberen Stockwerk wurden mit Teppich ausgestattet und ein Teil der Räume wurde verkleinert. Nach diesen Anpassungen war die Kapelle im Sommer letzten Jahres schliesslich bezugsbereit.

Für die Musikschule Niedergösgen hiess dies, Kisten packen und Instrumente verladen. Der Umzug liegt nun sechs Monate zurück. Mittlerweile herrscht in der Kapelle reger Betrieb. Abgeschlossen ist das Projekt Musikhaus jedoch noch nicht.

Ein Blick in die Zukunft

Es sind unter anderem Fragen rund um die Themen Isolation und Heizungssystem, die es in den kommenden zwei Jahren innerhalb der Umbaukommission zu klären gilt.
Mit einer Isolation von Keller und Estrich könnten beispielsweise weitere Räumlichkeiten nutzbar gemacht werden. Den grossen Saal könnte sich Maritz in Zukunft als Konzertsaal vorstellen, in dem kleinere Konzerte möglich wären. Ferner seien Angebote mit musikalischem Bezug für Senioren denkbar. Damit würden im neuen Musikhaus zusammen mit der Musikspielgruppe und der Musikschule generationenübergreifende Angebote vereint. Die Möglichkeiten des neuen Standorts sind also noch längst nicht ausgeschöpft.

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