Trimbach

Musical über Liebe und Verrat auf der Froburg in Zeiten der edlen Ritter

Viel Applaus gab es an der Premiere des neuen Stücks von Musical For You «Froburg - Liebe im Schatten der Vergangenheit» im Mühlemattsaal.

Die Geschichte spielt gestern und heute, doch die vorgetragenen Liebes- und Lebensprobleme sind zeitlos. Der Graf von Froburg lässt seine Gemahlin allzu oft allein und Tochter Mirjam erfährt ausgerechnet an ihrem 20. Geburtstag, dass ihr richtiger Vater ein Habsburger ist. Fluchtartig verlässt sie die Burg, reist nach Amerika und Afrika, um dann nach allerlei Herzensabenteuern zurück auf die Froburg zu kommen: Hier findet sie endlich die gesuchte Wahrheit über ihre Herkunft und Zufriedenheit in den Armen des braven Kochs.

Wichtige Nebenfiguren

Doch halt: So einfach lässt sich die Musicalgeschichte «Froburg – Liebe im Schatten der Vergangenheit» nicht zusammenfassen. Das Autorentrio Patrik Flück, der auch als Regisseur und bei der Musikeinstudierung kreativ tätig war und zusätzlich den Vater spielt, sowie Sandra Waldmeier und André Heiniger, die das sympathische Liebespaar verkörpern, haben verschiedene Nebenfiguren sowie zusätzliche Spielorte geschaffen, die die simple Liebesgeschichte bereichern.

Froburg - Liebe im Schatten der Vergangenheit - Musical for you

Froburg - Liebe im Schatten der Vergangenheit - Musical for you

Impressionen aus dem Musical „Froburg – Liebe im Schatten der Vergangenheit“, das von der Musicalgruppe Musical for you in Trimbach ab 1.-9. September 2017 aufgeführt wird.

So beginnt das neue Musiktheaterstück in einem wunderschönen Bühnenbild mit der gespenstischen Beerdigung der Mutter und die Wahrheit über ihren Vater erfährt Mirjam in einem längeren Schreckenstraum, der Halloween-Elemente aufnimmt. Selbstverständlich sind den kurzen Aufenthalten auf der Reise Mirjams schmissige Musicalsongs gewidmet. Am New Yorker Broadway wird «New York, New York! It’s a helluva town» gesungen, auf dem schwarzen Kontinent selbstverständlich «We are Africa», in Dubai «Arabian Nights» und «I Love Paris» in der Stadt der Liebe: Eine kleine Nummernrevue mit passenden Kostümen und manchmal leicht geänderten Texten.

Eigene Band

Gesungen wird deutsch, englisch und sogar lateinisch, die Spielszenen aber sind in Mundart. Für die Begleitung sorgt eine Band, die sich allerdings im Innern der eindrücklichen Burgkulisse aufhält und sich erst ganz am Schluss dem Publikum zeigen darf. Leider dominierte an der Premiere in der Tonmischung die Band, sodass die vorzügliche Andrea Reimann als Erzählerin und der ebenso gut agierende Stefan Frey als Geist des Vaters oft übertönt wurden.

Auch bei den Solisten funktionierten die Tonübergänge öfters nicht ganz regelkonform, sodass sich die Qualität der Stimmen nicht korrekt beurteilen lässt. Schade, dämpften diese Probleme am Mischpult doch neben der ohnehin vorhandenen Premierennervosität die Spielfreude der Musicalgruppe zuerst ziemlich. Erst als Gabi Tribelhorn als quirliges Funny Girl respektive Tante Kunigunde aus Amerika für Stimmung sorgte, löste sich die anfängliche Befangenheit.

Rätsel um Froburg gelöst

Alles in allem aber war es ein unterhaltender Abend, eine vom Publikum bejubelte Leistung für die Trimbacher Laiengruppe Musical For You: Mit viel Geschick erzählen sie eine fantasievolle Geschichte, in der man endlich auch erfährt, warum die Froburg einst in Flammen aufging.

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