Starrkirch-Wil

Linda ist die neuste Bewohnerin in der tierischen WG

Im Wildpark Mühletäli in Starrkirch-Wil gibt es Nachwuchs und Zuwachs verschiedener Art. Da ist etwa Linda, die Waschbärdame. Oder die 14 kleinen Geissen, die im Mai zur Welt kamen.

Durch die Gitter bekomme ich regelmässig Spanische Nüssli zum Naschen. In meinem Käfig ist es eigentlich gemütlich und ich kann gut dösen. Ich verstehe aber nicht genau, wohin die Reise geht. Endlich sind wir da, die Autotüre geht auf. Jetzt schauen mich verschiedene Menschen an. Wo bin ich nur? Jetzt würde ich gerne aus meinem Käfig! Oh, ich rieche Waschbären. Wer das wohl sein mag? Endlich darf ich aus diesem kleinen Käfig raus. Hier hat es einen kleinen Teich. Sehr schön. Einen Baum zum Klettern. Eine Hängematte zum Schlafen. Und ein Versteck. Super. Hier bleib ich mal.

Zuzügler im Wildpark Mühletäli

So oder ähnlich muss es Linda ergangen sein, als die zweijährige Waschbärdame im Wildpark Mühletäli angekommen ist. Sie ist im Zoo «Johns kleine Farm» im bernischen Kallnach auf die Welt gekommen. Dort wurde es aber zu eng und der Wildpark Mühletäli hatte noch genügend Platz im weitläufigen Waschbärgehege. «Wir haben schon vier Bären von ‹Johns kleine Farm› übernommen», erklärt Kyra Bosshardt. Sie ist Tierpflegerin im Starrkirch-Wiler Tierpark.

«In freier Wildbahn leben die Waschbären in Mädchen-Gruppen», erklärt die Expertin. Auch im Mühletäli-Park hat es nur einen männlichen Waschbären, der John heisst. Bosshardt weiss: «Mit dem Zuwachs aus Kallnach wird es bestimmt Rangeleien geben. Mit der neuen Bärin muss die Rangordnung neu verhandelt werden.» Für eine Woche wird Linda nun in einem abgetrennten Gehege sein. So können sich die Waschbären zuerst durch das Gitter beschnuppern und sie hat Zeit sich an die unbekannte Umgebung zu gewöhnen.

Unmittelbar nach der Ankunft hat die neugierige Bärin sofort das Gehege inspiziert. Nach wenigen Minuten hat sie sich in einem Unterschlupf versteckt und wollte sich partout nicht mehr zeigen. Schon drei Tage später jedoch bewegt sie sich ohne zu zögern in ihrem Revier und hat schon Bekanntschaft mit ihren Artgenossen gemacht.

Wiederkäuernachwuchs im Wildpark Mühletäli

Im Wildpark Mühletäli wimmelt es momentan von Nachwuchs. Nicht so bei den Waschbären, denn das Waschbärenmännlein wurde vasektomiert. «Klar sind Waschbärenwelpen sehr süss, aber wir haben keinen Platz um einen ganzen Wurf zu behalten», sagt Bosshardt. Und einen Ort für die jungen Waschbären zu finden, sei nicht einfach. «Waschbären sind Wildtiere und man kann sie nicht wie ein Haustier halten. Man braucht eine Haltebewilligung», sagt sie.

Das sieht bei den den Sika- und Damhirsch anders aus: Seit anfangs Sommer gibt es bei ihnen einen Kindergarten. Genauso bei den Zwergziegen. Seit Mai wurden insgesamt 14 Zicklein geboren. Für alle kleinen Ziegen hat man schon einen Platz gefunden. So gehen die meisten in Privatbesitz. «Viele Zwergziegen kommen zu Familien mit Kindern», erklärt Bosshardt. Zwei kleine Ziegen werden nach Dulliken ins Alters- und Pflegeheim Brügglipark umziehen.

Zwergziegen für Familien

Der Tierpark gibt die Tiere für 60 Franken ab. «Wir wollen nichts mit dem Verkauf der Ziegen verdienen. Es ist viel wichtiger, dass sie ein gutes zu Hause haben werden.» Dabei sind die kleinen Ziegen aus bestem Hause: Ihr Papi, der Toby, hat sogar einen Stammbaum. So weiss sie, dass sein Vater Elvis und seine Mutter Trudy heissen. «Toby ist nur im Winter bei uns», sagt Bosshardt. Deswegen gibt es lediglich einmal im Jahr Ziegennachwuchs im Wildpark.

Neuer Waschbär und Tiernachwuchs Mühletäli

Neuer Waschbär und Tiernachwuchs Mühletäli

Eine neue Waschbären-Dame und viel Nachwuchs bei den anderen Parkbewohnern sorgen derzeit im Wildpark Mühletäli für frischen Wind. Am Sonntag, 18. August, ab 11 Uhr bis 16 Uhr findet das Wildparkfest statt mit: Führungen, Zauberer für Kinder sowie Essen und Trinken.

Autorin

Judith Frei

Meistgesehen

Artboard 1