Rohr

Kühe füttern und Käse herstellen: Der etwas andere Ferienpass auf dem Berghof

Gemeinsam mit Susann Winkler und dem Berghofhund treiben die Kinder die Kühe auf die Weide.

Gemeinsam mit Susann Winkler und dem Berghofhund treiben die Kinder die Kühe auf die Weide.

Der Berghof in Rohr bietet ganztägige Ferienpasskurse an. Die Kinder kommen in den Genuss eines abwechslungsreichen Programms: Sie können unter anderem Kürbisse schnitzen, Kühe füttern und Käse herstellen.

Die Sonne scheint durch die goldfarbenen Laubbäume im Wald, der Nebel schwindet langsam von den Wiesen, entfernt ist das Klingeln einer Kuhglocke zu hören – es scheint ein ganz normaler Herbstmorgen in Rohr, der kleinsten Gemeinde des Niederamts, zu sein. Doch nicht auf dem Berghof: Hier sind Kindergelächter, das laute Bellen eines spielenden Hundes und im Stall umherrennende Kinderfüsse zu hören, denn hier findet zurzeit der Ferienpass statt.

Susann Winkler, die gemeinsam mit ihrem Mann den Berghof führt, organisiert den Ferienpass während der Herbstferien nun schon seit vier Jahren. «Es ist halt einfach schön hier oben während dieser Jahreszeit», sagt sie. Ausserdem haben in der Ferienzeit nicht so viele Kindergeburtstage auf dem Hof stattgefunden, welche die Winklers sonst organisieren.

Ganztageskurse auf dem Berghof

Schön finden es auf dem Berghof auch die sechs Lostorfer Kinder, die sich für den gestrigen Ferienpasskurs angemeldet haben. Es handelt sich, anders als bei anderen Ferienpässe, jeweils um Ganztageskurse. «Dann haben die Eltern auch mal einen ganzen Tag Zeit, um etwas zu unternehmen», erklärt Winkler. Ausserdem wolle sie den Kindern vermitteln, wie ein echter Tag auf dem Bauernhof abläuft, wofür einige Stunden nicht ausreichen würden.

Das Programm beginnt damit, die Kühe auf die Weide zu treiben. Die Kinder sperren mit Schnüren den Weg ab, während Susann Winkler die Kühe aus dem Stall lässt. Hinter den Kühen hergehend treibt die Gruppe die Tiere anschliessend über die Krete auf die etwas höher gelegene Weide. Am Abend holen die Kinder die Kühe wieder von der Weide zurück. Aber erst, nachdem der Stall geputzt und alle anderen Dinge erledigt wurden, die es auf dem Hof zu tun gibt.

Ein anstrengender Spass

Gekreische und freudige Stimmen ertönen, als Susann Winkler erzählt, was als nächstes kommt: das Füttern der Kälber. «Wer will den Sack mit Heu füllen?», fragt sie, und das Hochstrecken der Arme und Rumhüpfen beginnt. Mit gefülltem Heusack geht es zum Feld, wo die drei Kälber schon ungeduldig auf ihre Mahlzeit warten. Ohne Berührungsängste gesellen sich die Kinder dazu und streicheln die Köpfe der Kälber, während sie ihnen die vollen Futterkessel hinhalten.

Die Kinder streicheln und füttern die drei Kälber des Berghofs.

Die Kinder streicheln und füttern die drei Kälber des Berghofs.

Nach den ersten zwei Aktivitäten des Tages kommen erste Anzeichen von Erschöpfung auf. Mit Kuchen, Apfelmost und frischer Milch werden die Kinder deshalb in einer Pause versorgt. «Susann, du hast die beste Milch, die es gibt», rühmt ein Mädchen, während sie einen grossen Schluck aus ihrem Becher nimmt. Auch Susann Winkler hat nun einen Moment Zeit, um zu verschnaufen. «Es kann schon anstrengend werden mit so vielen Kindern», lacht sie. «Aber es macht extrem Spass. Ich mag Kinder, und ich mag es, ihnen etwas Lehrreiches über diesen Beruf weiterzugeben.»

Bei jeder Übung etwas lernen

Dies versucht sie auch in jeder Aufgabe miteinzubeziehen. Beispielsweise bei der «Pferde-Pizza»: In einem Kessel stellen die Kinder eine «Pizza» aus Gras, das den Teig darstellt, her. Als Belag und Käse dienen Äpfel und Löwenzahn. Wichtig dabei ist, dass nichts in die Pizza kommt, das die Pferde nicht essen dürfen – wie zum Beispiel Butterblümchen.

Dies erklärt die Berghofbetreiberin, um den Kindern etwas zu lehren, das sie auch sonst anwenden können: Wenn man ein Tier füttert, muss man immer wissen, was es essen darf und was nicht, um mögliche Gefahren auszuschliessen. Am Nachmittag dürfen die Kinder selber Most herstellen und einen Kürbis schnitzen – es ist ein beliebter Kurs.

Doch noch beliebter sei der Kurs «z’Alp», bei dem die Kinder Schmuck für den Alpabzug der Kühe basteln und selber Frischkäse herstellen können. Nächste Woche am Donnerstag findet dieser ein zweites Mal statt – Plätze sind nur noch zwei zu vergeben.

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