Trimbach-Wisen
Kirchgemeinde steigt aus Pastoralraum aus, um neue Lösung aufzusetzen

Die römisch-katholische Kirchgemeinde Trimbach-Wisen will aus dem Zusammenarbeitsvertrag des Pastoralraums Olten aussteigen.

Jürg Salvisberg
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In Trimbach weht dem Zusammenarbeitsvertrag des Pastoralraumes ein kräftiger Wind entgegen.

In Trimbach weht dem Zusammenarbeitsvertrag des Pastoralraumes ein kräftiger Wind entgegen.

Patrick Lüthy

Einstimmig beschlossen 35 Trimbacher und Wisner Katholiken an der Kirchgemeindeversammlung den Ausstieg aus dem geltenden Zusammenarbeitsvertrag im Pastoralraum Olten. Damit setzten sie ein starkes Signal an die tags darauf stattfindende Zusammenkunft in der Kirchgemeinde Olten/Starrkirch-Wil. Der seit 2015 bestehende und noch Hauenstein-Ifenthal umfassende Pastoralraum droht an der Finanzierungsfrage zu zerbrechen.

John Steggerda machte wie andere Votanten in der coronatauglichen Kirche St. Mauritius klar, dass sich die Stimmung nicht gegen den Pastoralraum an sich richtet. Der Präsident der römisch-katholischen Kirchgemeinde Trimbach-Wisen kritisierte erneut den aus seiner Sicht unhaltbaren Finanzierungsschlüssel, der zu wenig Rücksicht auf die viel höhere Steuerkraft des städtischen Nachbarn nehme. Der Einbezug von Katechese und Sekretariat plus die Fusion mit Wisen hätten eine Situation geschaffen, die zusätzlich nach einer Erneuerung des Vertrags riefe. Gleichzeitig verdeutlichte er die Dringlichkeit des Handelns: Der Kontrakt müsse im Jahr 2020 auf Ende 2021 gekündigt werden, damit seine Kirchgemeinde nicht auch noch in der Amtsperiode 2022 – 2025 darin gefangen sei.

Da gemäss John Steggerda unter den drei Kirchgemeindepräsidenten kein zielführender Dialog möglich ist, hat eine Arbeitsgruppe drei Vorschläge für neue Zusammenarbeitsformen formuliert. Eine gemeinsame Sitzung aller Kirchgemeinderäte im Pastoralraum soll sich dazu äussern. «Die Chancen für einen neuen Zusammenarbeitsvertrag sind intakt», sagte John Steggerda. Da ein erster Vertragsentwurf aber wohl erst im Oktober in die drei Räte komme und noch die Kirchgemeindeversammlungen darüber bestimmen müssten, sei eine Lösung wohl erst 2021 auf dem Tisch.

Wenn im blockierten Pastoralraum aber nun eine neue Dynamik entsteht, könnte die Kündigung von Trimbach-Wisen hinfällig werden. Da Wolfgang von Arx als Mitglied des Oltner Pfarreirats seine Kirchgemeinde aufgefordert hat, die Folgen einer Fusion aufzuzeigen, kommt ein Zusammenschluss wieder aufs Tapet, den bisher erst Trimbach-Wisen klar befürwortet. «Entweder geht es Richtung Fusion oder der Pastoralraum fällt auseinander», meinte Antonia Hasler in Trimbach. Die Leiterin des Pastoralraums und alle Mitarbeitenden hängen nun in der Schwebe. «Die Angestellten müssen um ihre Stellen zittern, wenn sie wieder an die Kirchgemeinden zurückfallen.» Der Retourgang würde höherprozentige Anstellungen und damit das Engagement qualifizierter Fachkräfte gefährden.

Dass der Finanzausgleich nicht alle Trimbacher Probleme löst, was Oltner etwa gerne annehmen, war nicht nur beim Thema Vertrag zu hören, sondern auch bei der einstimmigen Abnahme der durch Sondereffekte begünstigten Rechnung 2019. Deren Ergebnis hätte die Anwesenden zwar auf den ersten Blick zu einer anderen Haltung in der Pro-Kopf-Finanzierung des Pastoralraums bewegen können, aber eben nur auf den ersten. Dank Einsparungen bei den Kultuskosten, in der Verwaltung sowie bei den Liegenschaften und Abschreibungen resultierte ein Ertragsüberschuss von 161739 Franken. Damit stieg das Eigenkapital der Kirchgemeinde auf 2 Millionen Franken. Doch rückläufige Steuererträge oder ein ungünstigerer Finanzausgleich könnten diese Reserve in Zukunft schnell dahinschmelzen lassen.

Bruderklausen-Kapelle für Spitex

Nach sieben Jahren an der Längmattstrasse 20 hat die Spitex Trimbach einen grösseren Raumbedarf, den ihr die Kirchgemeinde mit der Erweiterung um die aktuell eher unternutzte Bruderklausen-Kapelle gewähren kann. Obwohl einige Gläubige ihr Bedauern über die Profanierung des geweihten Ortes Ausdruck gaben, fand auch dieser Antrag des Kirchgemeinderats eine geschlossene Zustimmung.