Däniken

Jahresgewinn der Raiffeisenbank konnte nicht mit Vorjahr mithalten

Der Standort der Raiffeisenbank in Däniken.

Der Standort der Raiffeisenbank in Däniken.

Die Raiffeisenbank Däniken-Gretzenbach Genossenschaft setzt auf Optimieren statt Maximieren.

396 Stimmberechtigte, mehrere Behördenvertreter und zahlreiche Gäste fanden sich Ende März zur 116. Generalversammlung der Raiffeisenbank Däniken-Gretzenbach Genossenschaft in der Erlimatthalle in Däniken ein. Verwaltungsratspräsident Stefan Scherer begrüsste die Gäste in der nahezu vollbesetzten Halle. Das rege Interesse am Geschäftsgang von 2018 zeigt, wie stark die Raiffeisenbank Däniken-Gretzenbach in der Region verwurzelt ist. Scherer ging in seiner Ansprache auf die anhaltende Niedrigzinssituation mit den Negativzinsen, die die Banken der Nationalbank für parkiertes Geld bezahlen müssen, ein. «Wir sind jetzt im 5. Jahr, seit die Nationalbank die Negativzinsen eingeführt hat, und das hinterlässt je länger wie mehr Spuren in der Erfolgsrechnung.»

Die Hypothekar-Kunden hätten selbstverständlich Freude daran, von den tiefen Zinsen zu profitieren. Auf der anderen Seite könnten die Banken auf den Kontoguthaben aber keine oder nur noch symbolische Zinsen gutschreiben. Diese Problematik betreffe nicht nur die Banken, auch die für die Altersvorsorge angesparten Gelder in den Pensionskassen würden nur noch sehr tief verzinst. Scherer erklärt weiter: «Die Tiefzinssituation hat für das voraussichtliche Altersguthaben jedes einzelnen Arbeitnehmers massive Auswirkungen, da das Sparkapital in den Pensionskassen um drei Viertel tiefer verzinst wird als vor der Niedrigzinsphase.» Ein Ende der Negativ-Zinspolitik der Nationalbank sei nicht in Sicht.

Die Bilanzsumme wurde im Jahr 2018 — auch dank der Zunahme bei den Kundeneinlagen — um gut 1,9 Prozent auf knapp 299,7 Millionen Franken gesteigert. Der Jahresgewinn konnte mit dem Vorjahr nicht mithalten. Er beträgt 204'836 Franken. Der Geschäftserfolg resultiert mit einem Minus von 18,9 Prozent bei 932'410 Franken.

«Vertrauen ist unser Kapital»

«Zufriedenheit ist der Stein der Weisen, der alles in Gold verwandelt, das er berührt.» Mit diesem Zitat von Benjamin Franklin begann Beat Leuenberger — er ist Vorsitzender der Bankleitung — seine Erklärungen zum Geschäftsjahr 2018. Dabei spielte er auf verschiedene Ereignisse der jüngeren Vergangenheit an. Der Raiffeisenbank Däniken-Gretzenbach sei als Genossenschaft ein beständiges Optimieren wichtiger als ein alljährliches Maximieren. «Wir entscheiden im Sinne der Nachhaltigkeit und nicht getrieben durch Profit. Wir leben die Nähe zu ihnen, liebe Kundinnen und Kunden», so Leuenberger. Dabei sei Nähe nicht nur örtlich definiert, sondern ein Begriff für Persönlichkeit. In dieser Ausprägung sei die Bank zuversichtlich für die Zukunft, denn «das Vertrauen der Kunden ist unser Kapital», verkündet Leuenberger.

Die Jahreszahlen von 2018 zeigten, dass die Bestrebungen im indifferenten Geschäft Früchte tragen würden. Die Raiffeisenbank Däniken-Gretzenbach Genossenschaft habe sich in der Beratung verbreitert und weiter professionalisiert, um mehr Raum, mehr Dienstleistungen zu bieten und den Kunden die Zeit zur Verfügung zu stellen für Persönlichkeit in der Beratung. Mit Beratungserfolgen habe die Raiffeisenbank Däniken-Gretzenbach der schwachen Marktperformance getrotzt und die Depotwerte im vergangenen Jahr um rund 2,3 Prozent steigern können. Der Erfolg aus Kommissionen und Dienstleistungen liege dank der Fokussierung 6,4 Prozent höher als noch 2017.

Leuenberger führte weiter aus, dass sich das Kreditgeschäft noch in der Transformationsphase befinde. Die Individualkundenberatung sei neu besetzt worden. Diese bewusste Transformation stärke die Raiffeisenbank für die Zukunft, auch wenn sie kurzfristig die Volumenentwicklung belaste. Leuenberger: «Wir wollen die Bedürfnisse der Kunden ganzheitlicher erfassen und künftig wieder mit Zuwachsraten aufwarten.» Per Ende 2018 sind die Kundenausleihungen um Minus 2,1 Prozent auf zirka 246,7 Millionen Franken gesunken. Die starke Position im lokalen Hypothekarmarkt habe trotzdem gehalten werden könne.

Nach der ordentlichen Generalversammlung widmete sich die versammelte Schar dem geselligen Teil. Das von der Schneider Metzgerei GmbH aus Gretzenbach bereitgestellte Buffet bot für jeden Geschmack etwas. Unterhalten wurde das Publikum durch den Starjongleur Kaspar Tribelhorn. Wer den Abend noch bei einem «Schwätzchen» ausklingen lassen wollte, hatte die Möglichkeit, sich an die Raiffeisen-Bar zu begeben und gemütlich einen Raiffeisen-Cocktail zu geniessen. Und wer dem Abend etwas Nervenaufreibenderes abgewinnen wollte, konnte die Mitarbeitenden der Raiffeisenbank Däniken-Gretzenbach zu einem «Töggeli-Match» herausfordern. (MGT)

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