Trimbach

«Höchste Zeit für eine Ufersanierung» – Bagger auf der Aare hilft mit

Am Ufer auf der linken Aareseite in Trimbach kommt die Erde immer wieder ins Rutschen. Darum sind nun Sanierungsarbeiten im Gang.

Seit über einer Woche stehen auf einem Floss in der Aare ein grosser gelber Bagger, mehrere Container sowie Baumstämme und grosse Felsbrocken. Die Entenfamilien schwimmen unbeirrt daran vorbei, ebenso die mit Badelustigen besetzten Gummiboote, die sich aareabwärts treiben lassen. Doch was macht dieser Bagger dort?

Ulrich Harder vom kantonalen Amt für Umwelt ist zuständig für den Gewässerunterhalt. Er leitet die Arbeit auf der Aare und am Aareufer: «Es ist höchste Zeit für eine Ufersanierung», sagt er. Denn die Aare unterspüle den steilen Hang immer mehr. Es komme auf der Trimbacher Seite der Aare häufiger zu kleineren Abrutschungen am steilen Ufer. Die Strasse, die oberhalb durchs Industriegebiet führt, zeige bereits Risse. Harder: «Wenn wir nichts unternehmen, rutscht immer mehr Erde ab und die Strasse ist nicht mehr sicher.»

Sechs unsichere Stellen

Darum hat der Kanton Solothurn das Oltner Ingenieurbüro Holinger AG und die Baufirma Gebrüder Huber AG aus Wöschnau engagiert. An insgesamt sechs Stellen unterhalb der Trimbacherbrücke bis runter nach Winznau muss das Ufer durch sogenannte Holzkästen im und über dem Wasser gesichert werden. Zwischen die aufgeschichteten Baumstämme werden Äste gesteckt, die Wurzeln schlagen und zu Bäumen heranwachsen sollen. Damit verschwinden einige Zeit nach Abschluss der Bauarbeiten die grossen Felsbrocken und Baumstämme unter natürlichem Dickicht.

«Sind die unsicheren Uferstellen saniert, haben wir für rund 20 Jahre Ruhe», sagt Harder. Das sehe man an der Stelle etwas oberhalb der Trimbacherbrücke auf der rechten Aareseite: Dort wurde das Ufer im Mai 1991 durch Holzkästen gesichert. Mittlerweile sind von den Befestigungen lediglich noch einige Baumstämme zu sehen. Der Rest wurde von der Natur zurückerobert.

Dank des momentan niedrigen Wasserstands und des trockenen Wetters kommen die Bauarbeiten zügig voran: Ein Holzkasten konnte innert knapp einer Woche fertiggestellt werden, so der leitende Ingenieur Marius Bühlmann von der Holinger AG. Hält das Wetter an, hofft er, die Arbeiten bis in zwei Monaten beendet zu haben.

Sanierung kostet halbe Million

Die Kosten für die Ufersicherung und die Aufwertung – es wird rund eine halbe Million Franken investiert – werden zu je einem Drittel vom Kanton, von den Gemeinden Trimbach, Winznau und Olten sowie von der Alpiq Hydro Aare AG, einer Tochtergesellschaft des Energiekonzerns Alpiq, getragen.

Zusätzlich zu den Holzkästen am Ufer sollen im Verlaufe der Bauarbeiten auch Wurzelstöcke und sogenannte Raubäume im ufernahen Wasser eingesetzt werden. Dabei handelt es sich laut Bühlmann um Fichten, die in Ufernähe im Wasser platziert und mit grossen Steinen verankert werden. «Das bietet den Fischen natürlichen Lebensraum und Rückzugsorte. Zudem soll damit die monotone Uferlinie aufgewertet werden», so Bühlmann. Weiter unterbreche man damit die Strömung der Aare, sodass die steilen Ufer nicht weiter ausgeschwemmt werden.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1