An der diesjährigen Hauptübung der Feuerwehr Dulliken verfolgte ein breites Publikum den Rapport des bald zurücktretenden Kommandanten, Roman Kissling. Er begrüsste seine Mannschaft, die anwesenden Gäste und Vertreter der Behörden dieses Jahr mit einem besonderen Hintergrund.

Für ihn war es die letzte Hauptübung im Amt als Kommandant, denn ab dem 1. Januar 2018 übernimmt Tobias Weidmann das Ruder in der Feuerwehr Dulliken. Roman Kissling bleibt der Feuerwehr Dulliken als Offizier noch ein Jahr erhalten und sorgt somit für eine optimale Übergabe seines Amtes. 

Rückblick, Ehrungen und Dank

Die Feuerwehr Dulliken verzeichnete dieses Jahr fünf Neuzugänge und leider auch drei Abgänge von den sehr geschätzten Feuerwehrangehörigen Anita Egger (Samariterin), Gfr Werner Scheibler und Kpl Silvan Wollschlegel.

Als erfreulich bezeichnete Roman Kissling die rege Kursteilnahme seiner Mannschaft mit gesamthaft 71 absolvierten Kurstagen. Nebst 25 Einsätzen blickte er auf einen grösseren Brand in der Härterei Schmid AG, der sich einen  Monat nach der letzten Hauptübung ereignete, zurück.

Zusätzlich zur Feuerwehr Dulliken standen die Kantonspolizei, der Rettungsdienst, die umliegenden Feuerwehren Olten, Starrkirch-Wil und Schönenwerd sowie die SBB-Betriebswehr im Einsatz.

Roman Kissling hob die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Feuerwehrinspektor Markus Grenacher und die Unterstützung von Philipp Stierli, Kommandant der Feuerwehr Olten, besonders hervor.

Durch die konsequente Verrechnung von Fehlalarmen konnte die Anzahl der Brandmeldealarme zudem effizient eingedämmt werden. Geehrt wurden Oblt Kaufmann Stefan und Wm Frei Florian für 10 Jahre, Lt Aeschlimann Robert und Gfr Cosentino Loris für 15 Jahre und Wm Wyss Urs für 20 Jahre geleisteten Feuerwehrdienst.

Franz Christen wurde zum Wachtmeister, Roger Fluri zum Adjutant Unteroffizier und Robert Aeschlimann zum Oberleutnant befördert. Herzliche Gratulation an die Jubilaren und beförderten Feuerwehrangehörigen!

Konrad Schenker, Ressortchef öffentliche Sicherheit, dankte für die grosse Bereitschaft und den Einsatz für die Öffentlichkeit. Roman Kissling galt ein besonderer Dank für seine Arbeit in den neun Jahren als Kommandant. Eine Mannschaft sei immer nur so gut wie ihr Kapitän, betonte der Gemeinderat. Von allen Seiten wurde auch der Solothurnischen Gebäudeversicherung SGV für die Mitfinanzierung des neuen Tanklöschfahrzeugs von rund einem Drittel des Kaufpreises gedankt.

Zur grossen Überraschung von Roman Kissling folgte zum Schluss des Rapports eine kleine Laudatio von Seiten eines ehemaligen Feuerwehrkameraden, der ihm für seine vorausschauende und sehr motivierende Führung dankte. „Wenn wir eine Idee hatten, warst du bei der Planung immer einen Schritt voraus. Jeder kann sich glücklich schätzen, der unter deinem Kommando Feuerwehrdienst leisten durfte.“ Mit diesen berührenden Worten endete der Schlussrapport der Feuerwehr Dulliken.

Einsatz des alten und neuen Tanklöschfahrzeugs

Nach all den Reden folgte der Höhepunkt der Hauptübung 2017: Die feierliche Einweihung des neuen Tanklöschfahrzeugs der Firma Rosenbauer Schweiz AG. Doch die Zuschauer mussten sich in Geduld üben.

Zunächst wurde ein Brand in einem kleinen Modellhaus simuliert und die Einsatzgruppe zeigte ihr Können mit dem seit 27 Jahren bewährten Tanklöschfahrzeug. Selbst Kommandant Roman Kissling musste sich mit Brandschutzbekleidung ausrüsten und den Brand an vorderster Front mit dem Atemschutzgerät bekämpfen.

Der klassische Ablauf eines Einsatzes wurde aufgezeigt, wobei Michael Riner betonte, dass die Sicherheit der Feuerwehrangehörigen stets oberste Priorität geniesst. Das alte Tanklöschfahrzeug weckte selbst bei Tobias Weidmann, dem Nachfolger von Roman Kissling, alte Kindheitserinnerungen, als es damals, noch bevor das Kontrollschild montiert war, bereits zum ersten Einsatz kam. Es diente der Feuerwehr Dulliken als treuer Begleiter bei zahlreichen Einsätzen, auch bei grossen Bränden wie im „Chöbu“ oder „Dampfhammer“ in Olten.

Nun war es endlich soweit! Mit grosser Spannung erwartete das Publikum das neue Tanklöschfahrzeug. Für die Zuschauer gut versteckt in einer provisorisch erstellten Garagenbox stand es bereit für seinen ersten Einsatz.

Mit imposanter Musik aus den Lautsprechern öffnete sich langsam das Tor und dichter Rauch stieg aus der Box auf. Ein Feuerwehrangehöriger raste mit einem Mofa am Schauplatz vorbei und hinter ihm war kein neues Tanklöschfahrzeug zu sehen. Lediglich ein altes Pionierfahrzeug täuschte die Zuschauer durch seine Umrisse im Rauch geschickt.

Erst nach einer Suchaktion per Funk und über Lautsprecher konnte der Standort des neuen Tanklöschfahrzeugs ausfindig gemacht werden. Als das Fahrzeug mit LED-Blaulicht und lautem Martinshorn auf den Platz des Kleinfeldschulhauses einfuhr, leuchteten die Kinderaugen. Die Unterschiede zum Einsatz mit dem alten Fahrzeug wurden schnell sichtbar.

Eine Angehörige der Feuerwehr Dulliken erstellte die Zubringerleitung zum Hydranten mit einem Schlauchhaspel, der 100 Meter Schlauchreserve aufweist, ganz alleine. Für dieselbe Aufgabe brauchte es zuvor mehrere Feuerwehrleute, um die einzelnen Schläuche auszurollen und zu verbinden.

In Sachen Schnelligkeit stand auch der Atemschutztrupp mit dem Schnellangriff in nichts nach. Statt eines formfesten Schlauchs, griff der Trupp auf eine im Fahrzeug bereits gefaltete Leitung zurück. Das Publikum war von den technischen Neuerungen stark beeindruckt.

Hintergründe zur Beschaffung und Fahrzeugtaufe

Nach der Präsentation richtete Tobias Weidmann das Wort an die Zuschauer und ging auf die einzelnen Schritte, die für die Beschaffung eines neuen Fahrzeugs notwendig sind, ein. Nach der Bewilligung des Kredits von 600'000 Fr. von Seiten der Gemeinde, folgte eine öffentliche Ausschreibung, bei der die Firma Rosenbauer Schweiz AG den Auftrag erhielt.

Die Beschaffungsgruppe befasste sich seit zwei Jahren eingehend damit, welche Anforderungen das neue Fahrzeug erfüllen und welche Ausstattung es aufweisen muss. Anfang August 2017 war es endlich soweit und die Gruppe konnte das Fahrzeug bei der Einbaubesprechung in Zürich zum ersten Mal begutachten.

Der Gruppe galt ein besonderer Dank für die vielen Arbeitsstunden, die sie in ihrer Freizeit für die Beschaffung des neuen Fahrzeugs aufwendeten. Die Schiebeleiter wurde grösstenteils von der Firma Fa. Metalo AG in Dulliken gesponsert, wofür auch ein herzliches Dankeschön ausgesprochen wurde.

Walter Gäumann der Firma Rosenbauer Schweiz AG informierte über die technischen Besonderheiten des 340 PS-starken und mit Sechszylindermotor ausgerüsteten Fahrzeugs der Marke MAN. Das moderne Fahrzeug mit einem maximalen Einsatzgewicht von 16 Tonnen lässt sich vom Fahrer aus der Kabine mit zwei Handgriffen in Betrieb nehmen.

Bei Betätigung der Federspeicherbremse werden die Atemschutzgeräte für die Mannschaft freigegeben und die Truppe ist in kurzer Zeit einsatzbereit. Das Fahrzeug ist zusätzlich mit einer Rückfahrkamera ausgerüstet. Im Anschluss an seine Ausführungen überreichte Walter Gäumann dem Gemeinderat einen symbolischen Schlüssel, nicht etwa zum Lenken des Fahrzeugs, sondern als Andenken an diesen besonderen Tag.

Doch dieser blieb nicht lange in den Händen des Gemeinderats; er reichte ihn mit besten Wünschen dem zukünftigen Kommandanten, Tobias Weidmann weiter.

Nun folgte die offizielle Taufe durch Pfarrer Wieslaw Reglinski. Er sprach der ganzen Mannschaft den Segen durch den Schutzpatron, dem heiligen Florian, aus. Die aus der Partnergemeinde Ammerndorf angereisten Feuerwehrkameraden schenkten der Feuerwehr Dulliken einen Eimer mit Putzzeug und wünschten der Feuerwehr Dulliken wenige Einsätze, dafür viele Übungsstunden.

Nach der Besichtigung des Fahrzeugs konnten die Gäste die Hauptübung bei einer Wurst in der Abendsonne ausklingen lassen. Für die musikalische Unterhaltung sorgte während des ganzen Nachmittags die Spielgemeinschaft Dulliken-Starrkirch-Wil mit ihren rassigen Musikeinlagen.

Offizielle Kommandoübergabe mit Abendprogramm

Für die Mannschaft ging es im Pfarreizentrum weiter zum Abendprogramm. Beim Nachtessen mit musikalischer Umrahmung durch die Glugger Clique aus Trimbach folgte die offizielle Kommandoübergabe. Nach neun Jahren Einsatz mit viel Herzblut übergab Roman Kissling sein Amt definitiv seinem Nachfolger Tobias Weidmann. Stefan Kaufmann wurde zum stellvertretenden Kommandanten ernannt.

Symbolisch für die Führungsarbeit erhielt der neue Kapitän Rüstzeug, das er zum Steuern seines Schiffes braucht. Der Kompass soll ihm und der Feuerwehr Dulliken auch in Zukunft den richtigen Weg weisen. In diesem Sinne unfallfreie Fahrt mit dem neuen Tanklöschfahrzeug!