Schönenwerd

Gemeindepräsident zur Ortsplanung: «Rückbauten wird es keine geben»

Schönenwerd steckt derzeit Mitten im Prozess der Ortsplanungsrevision. Am Montag Abend informiert die Gemeinde die Bevölkerung über das weitere Vorgehen.

Schönenwerd steckt derzeit Mitten im Prozess der Ortsplanungsrevision. Am Montag Abend informiert die Gemeinde die Bevölkerung über das weitere Vorgehen.

In vielen Gemeinden des Niederamts läuft derzeit die Revision der Ortsplanung, so auch in Schönenwerd. Gemeindepräsident Peter Hodel sagt, wo die Gemeinde mit der neuen Ortsplanungsrevision ein neues Gesicht bekommen könnte.

Herr Präsident, was ist bisher geschehen?

Peter Hodel: Im letzten Herbst erfolgte die Vorprüfung unserer Akten durch das Amt für Raumplanung des Kantons. Dieses attestierte uns einen guten Stand, die Richtung stimmt. In der Zwischenzeit haben wir Empfehlungen eingearbeitet, das betrifft die Pläne und das Zonenreglement.

Wo steht die Ortsplanungsrevision gegenwärtig?

Seit dem 22. Juni und bis zum 22. August läuft die öffentliche Mitwirkung. Alle Einwohnerinnen und Einwohner, alle Eigentümerinnen und Eigentümer von Liegenschaften und Grundstücken können ihre Anliegen deponieren. Diese werden wir dann anschauen und wo wir finden, sie seien mit den Zielen der Ortsplanungsrevision vereinbar, in die weitere Ausgestaltung aufnehmen. Sodann erfolgt die zweite Vorprüfung durch das Amt für Raumplanung. Es ist schwierig zu sagen, wann dies geschehen wird. Danach folgt die öffentliche Auflage während 30 Tagen. Wer nicht einverstanden ist, kann eine Einsprache einreichen. Das wäre der juristische Weg, den wir aber vermeiden möchten. Wir versuchen, die möglichen Fragen im Rahmen der öffentlichen Mitwirkung zu bereinigen. Daher führen wir heute Montagabend eine Informationsveranstaltung durch (siehe Hinweis).

Welcher Stossrichtung folgt die Ortsplanungsrevision?

Einerseits wollen wir dem gegenwärtigen Trend des Verdichtens folgen, wo es angebracht ist. Andererseits wollen wir die schützenswerten historischen Gebäude, wie etwa jene von Bally, erhalten und pflegen. Weiterentwickeln wollen wir uns insbesondere im Bereich der neuen ÖV-Drehscheibe am Bahnhof und mit der Ansiedlung neuer Arbeitsplätze.

Was wird durch die Ortsplanungsrevision verändert?

Es werden Reglemente angepasst, was aber der Betrachter im Dorf nicht bemerkt. Wir gehen dabei nicht mehr von der Ausnützungsziffer, sondern neu von der Überbauungsziffer aus, wenn wir ein Baugesuch beurteilen. Diese bildet den «Fussabdruck» eines Gebäudes ab. Ich kann aber alle beruhigen: Rückbauten wird es keine geben, Gebautes bleibt bestehen. Wir finden dieses Instrument sehr gut für das Bewilligungsverfahren.

Wo erhält das Dorf ein neues Gesicht?

Beispielsweise könnte in den nächsten zehn Jahren im Gebiet der ehemaligen Brauerei Karbacher ein neues Quartier entstehen, mit sehr schönen Wohnungen direkt an der Aare. Dann wollen wir im ehemaligen Nabholz-Areal eine Mischung für Wohnen und Gewerbe schaffen. Dort sehen wir ein Potential für eine Entwicklung.

Wie erhält man Einblick in das Dossier?

Es gibt einen Link auf unserer Homepage, wo man sämtliche Unterlagen findet. Diese liegen auch physisch im Gemeinderatssaal auf. Gegen Voranmeldung erhält man Zutritt und kann sich alle Pläne und Dokumente ansehen. Am 12. und 19. August 2020 laden wir zu einer offenen Sprechstunde ein. Die Arbeitsgruppe der Ortsplanungsrevision und das Planungsteam stehen für Fragen zur Verfügung. Mit den grossen Grundstückseigentümern haben wir Einzeltermine vereinbart.

Im Zusammenhang mit Ortsplanungsrevisionen hört man immer wieder von Auszonungen von Bauland. Trifft dies auch auf Schönenwerd zu?

Nur in einem Fall, den wir aber von der Gemeinde her selbst nicht als problematisch sehen. Ansonsten haben wir schon in den letzten Jahren darauf geachtet, nicht unnötig Land einzuzonen, so dass wir jetzt zu viele Flächen hätten. Wir haben schon noch Reserven, zum Beispiel eine grössere Parzelle im Kern, die der Einwohnergemeinde gehört. Die Bürgergemeinde besitzt ebenfalls noch Land, das für Wohnungsbau vorgesehen ist. Aber die Bürgergemeinde will auch nicht bauen, nur damit gebaut ist. Nach aussen hin in die Fläche wollen wir gar nicht wachsen.

Was kostet die ganze Ortsplanungsrevision und bis wann soll sie abgeschlossen sein?

Mit allen zusätzlichen Arbeiten kommen wir etwa auf 170'000 bis 180'000 Franken. Wir hoffen, dass bis im Sommer 2021 die Ortsplanungsrevision abgeschlossen ist.

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