«Wir müssen ein Zeichen setzen.» Das ist für den Starrkirch-Wiler Gemeindepräsident Christian Bachofner klar. Zu oft mussten riesige, farbige Schriftzüge von den Wänden des Primarschulhauses geputzt werden. Zu oft findet das Reinigungspersonal liegengebliebenen Müll auf dem Schulhausplatz. Zu oft gehen sowohl bei der Gemeinde als auch bei der Polizei Anrufe wegen Lärmbelästigungen ein. Darum hat sich der Gemeinderat von Starrkirch-Wil entschieden, Massnahmen zu ergreifen.

«Um den Problemen Einhalt zu bieten, haben wir beschlossen, das Areal durch einen Sicherheitsdienst jeden Abend kontrollieren zu lassen.» Das teilt der Gemeinderat im Anschluss an seine letzte Sitzung mit. Gemeindepräsident Bachofner führt aus: «Die Sicherheitsfirma Securitas wird jede Nacht über das Schulgelände und durch das Gemeindezentrum patrouillieren.» Wie oft die Sicherheitsdienstmitarbeitenden unterwegs sind, will Bachofner nicht kommunizieren. Damit die Wirkung der Vorsichtsmassnahme nicht vermindert wird.

Auch Belohnungen ausgesetzt

Die Patrouillengänge finden laut Gemeindepräsident ab sofort und bis Ende Oktober statt. Denn gerade während den warmen Sommermonaten würden die Probleme mit Littering, Sachbeschädigungen und Lärmimmissionen zunehmen.

Damit will die Gemeinde Vorfälle wie etwa denjenigen von Anfang Dezember 2018 verhindern: Damals brachten unbekannte Täter mehrere grossflächige Sprayereien an der Aussenwand des Primarschulhauses an. Die Gemeindeverwaltung reichte Anzeige ein. Ausserdem sprach Starrkirch-Wil eine Belohnung von 1000 Franken für Hinweise zur Täterschaft aus. Bisher ohne Erfolg: «Die Täter konnten bis jetzt nicht ausfindig gemacht werden», sagt Bachofner.

«Vandaleakte nehmen zu»

Ein anderes Beispiel: Ende Mai 2019 beschädigten Unbekannte die Fassade des alten Munitionsmagazins beim Forsthaus an der Engelbergstrasse. Wiederum wurde eine Belohnung über 800 Franken für Hinweise ausgesetzt – dieses Mal von der Bürgergemeinde Starrkirch-Wil. Die Kantonspolizei teilte damals mit: Es sei nicht ausgeschlossen, dass dieselbe Täterschaft für ähnliche Sachbeschädigungen in der Region infrage komme.

Gemeindepräsident Bachofner weiss noch von anderen Vandaleakten in der Gemeinde. Bereits vor zehn Jahren setzte die Gemeinde einen Sicherheitsdienst ein. Und konnte nach kurzer Zeit eine Verbesserung feststellen. Nun scheint die Präventionsmassnahme wieder nötig zu sein: «Es entspricht unserer Wahrnehmung, dass die Vandaleakte zunehmen», sagt Bachofner.

7125 Franken für Securitas

Dies gelte auch für die Littering-Problematik, mit der die Gemeinde jeweils während der warmen Monate zu kämpfen hat: «Am schlimmsten sind die Glasscherben», so Bachofner. Denn gerade weil das Gelände nahe des Schwimmbades und des Spielplatzes liege, sei das gefährlich.

In die Patrouillen investiert die Gemeinde nun vorerst 7125 Franken. Ende des Jahres wird die Gemeinde schliesslich die Wirkung der Patrouille analysieren. Bachofner sagt: «Wir prüfen ausserdem weitere Massnahmen.» Dazu gehört der Erlass eines richterlichen Verbots auf dem ganzen Areal im Gemeindezentrum. Oder aber die Installation von Überwachungskameras an den betroffenen stellen. «Wir sind diesbezüglich auch im Gespräch mit der Polizei», erklärt der Gemeindepräsident. Wichtig sei jedoch, dass die Massnahmen jeweils «in einem verträglichen Ausmass» eingesetzt würden.