Winznau

Für eine saubere Natur: «Öisi Aare» kämpft gegen Littering

Daniel Gubler, Präsident von «Öisi Aare», zeigt ein Plakat gegen Littering am Aareufer.

Entlang der Aare in Winznau

Daniel Gubler, Präsident von «Öisi Aare», zeigt ein Plakat gegen Littering am Aareufer.

Seit vier Jahren sorgt das Projekt «Öisi Aare» für ein sauberes Flussufer. Auch die Gemeinde Winznau beteiligt sich.

Die Insel Schachen liegt inmitten einer idyllischen Flusslandschaft zwischen dem Aarekanal und der alten Aare. Mit ihren kleinen, vorgelagerten Inseln und Bademöglichkeiten ist die Insel im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel. «Die Leute kommen nicht nur von den umliegenden Gemeinden, sondern auch von anderen Kantonen und sogar vom Ausland hierher», sagt Daniel Gubler, Gemeindepräsident von Winznau und Präsident vom Regionalverein «Öisi Aare».

Gründe für einen Anstieg der Besucher waren die Hochwasserschutzmassnahmen der Niederämter Gemeinden. Dadurch wurde die Aare für Menschen leichter zugänglich. Daneben sorgt auch das immer wärmere Klima dafür, dass mehr Leute an der Aare Abkühlung suchen.
Mit mehr Besucher stieg aber auch die Menge an Abfall. «Nach einem Wochenende hat der Werkhof rund eine Tonne Müll aufgesammelt», sagt Gubler. Pro Jahr müsse man mit einer Abfallmenge von rund 20 Tonnen rechnen und das alleine im Gebiet Winznau. Die Gemeinde bildet hierbei keine Ausnahme. Auch in den umliegenden Gemeinden wurde die Vermüllung des Raumes Aare zu einer echten Herausforderung. Deshalb wurde vor vier Jahren das Label «Öisi Aare» ins Leben gerufen.


Gemeinden engagieren sich für Umweltschutz

Alle Gemeinden des Niederamtes mit Aareanstoss sind Mitglieder oder, im Fall von Olten, Gönner des Vereins. Zwei ungewöhnliche Mitglieder stellen die Gemeinden Starrkirch-Will und Stüsslingen dar, die zwar nicht direkt an der Aare liegen, aber das Projekt solidarisch mittragen. Die Organisation «Öisi Aare» arbeitet eng mit der Umweltschutzkommission zusammen. Das Ziel der Non-Profit-Organisation mit Sitz in Winznau ist es, das Littering-Problem sowie Lärmemissionen, Verkehrsaufkommen und Sicherheitsaspekte wie Hochwasser in den Griff zu bekommen und den Aareraum attraktiv zu halten.


Dabei hat aber auch der Naturschutz eine hohe Priorität. Mit Hinweisschildern und Abfalltonnen wurden bereits erste Massnahmen ergriffen. «Die Menge an Abfall nimmt zwar nicht ab, die Menschen entsorgen ihn aber vermehrt in den Mülltonnen», bemerkt Gubler.
Trotzdem finden die Putzteams immer wieder Abfälle wie Pet-Flaschen, Packungen oder grössere Gegenstände wie Matratzen, Einweggrille, Zelte oder Verpackungen von Schlauchbooten.

Viele Besucher richten sich für mehrere Tage ein. So werden auf den vorgelagerten Inseln in der alten Aare, regelrechte Camping-Areale geschaffen. Nachts finden grosse Partys mit hunderten Menschen statt. «Manche Gäste nehmen sogar Notstromaggregate und Boxen mit», sagt Gubler. Die Musik sei extrem lärmend und hallt im ganzen Dorf und in der Umgebung nach. Die Polizei musste früher wegen der lauten Feste schon ein paar Mal ausrücken. «Dank unseren Massnahmen und der Unterstützung der Kantonspolizei hat sich die Situation aber deutlich verbessert», sagt Gubler. Nicht nur Partys und Littering sind ein Problem, sondern auch Autos. «Diese werden zum Teil bis ans Ufer gefahren und dort abgestellt», sagt der Präsident. Der Grossteil der Besucher hält sich nun allerdings in den meisten Fällen an das Fahrverbot auf diesem Teil der Insel. Sie kämen oft zu Fuss oder per Velo zur Aare. «Wir sind froh, dass durch unsere Massnahmen nun wieder vermehrt Familien an die Aare kommen und weniger wilde Partys stattfinden», sagt Gubler.

Neue Schilder und neue Abfallcontainer


Zukünftig sollen neue Schilder aufgestellt werden, deren Darstellungsform überarbeitet wird. Mehrere Grossmülltonnen, welche Räder haben und mobiler sind als die bisherigen Tonnen, sind derzeit in Planung. Einige von diesen stehen bereits an einzelnen Stellen wie Grillplätzen. «Die mobilen Mülltonnen sind für den Werkhof auch einfacher zu entladen oder deponieren», findet Gubler. Auch ein neuer Pressebericht soll veröffentlicht werden. Möglich wäre auch ein neuer Grillplatz und Bänke. Das Projekt «Öisi Aare» wurde von der ansässigen Einwohnerschaft durchwegs positiv aufgenommen. «Die Leute finden gut, dass etwas unternommen wird», stellt Gubler fest.

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