Trimbach

Fünf bewerben sich um Nachfolge von Gemeindepräsident Karl Tanner

Wer ersetzt den Trimbacher Gemeindepräsidenten Karl Tanner (SP) in der nächsten Legislatur? Fünf Kandidierende kämpfen um sein Amt.

Wer ersetzt den Trimbacher Gemeindepräsidenten Karl Tanner (SP) in der nächsten Legislatur? Fünf Kandidierende kämpfen um sein Amt.

Um die Nachfolge von Trimbachs Gemeindepräsident Karl Tanner, der nicht mehr antritt, streiten sich gleich fünf Personen. Zwei Kandidaten fürs Präsidium kommen von ausserhalb des Gemeinderats.

Die Liste der möglichen Gemeindepräsidenten in Trimbach ist komplett. Fünf Kandidierende wollen das oberste Amt der Gemeinde für sich gewinnen: Nach den bereits bekannten Kandidaturen von Martin Bühler (SP) und Dieter Altherr (SVP) wurden am Montag noch drei weitere Kandidaturen auf der Gemeinde angemeldet: Henny Beyeler (parteilos), Walter Hürst (FDP) und Reto Vogt (parteilos).

Die grösste Überraschung ist die Kandidatur der parteilosen Henny Beyeler, die ebenso wie Reto Vogt – der aber bereits für den Gemeinderat kandidiert hatte – nicht dem Gemeinderat angehört.

Trotzdem rechnet sie sich für die Wahl zur neuen Gemeindepräsidentin echte Chancen aus: «Ich bin überzeugt, dass es mir über die Parteigrenzen hinweg möglich ist, die Gemeinde zum Wohle aller Trimbacherinnen und Trimbacher zu leiten, anstehende Probleme lösungsorientiert anzupacken und der Wohnlichkeit und wirtschaftlichen Prosperität im Dorf optimale Rahmenbedingungen zu schaffen», schreibt die 58-Jährige in einer Medienmitteilung zu ihrer Kandidatur.

Chance statt Manko

Beyeler arbeitet als Senior Consultant bei einem IT-Unternehmen in Bern und ist seit 20 Jahren in Trimbach wohnhaft. Im Dorf engagiert sie sich seit Jahren vielseitig: Seit sechs Jahren ist sie im Organisationskomitee der Sporttage Trimbach, seit fünf Jahren ist sie Präsidentin des Vereins Sjoelsport Trimbach. Nebenbei amtiert sie seit sieben Jahren als Präsidentin des Fördervereins Mad’Eole, der sich für die Produktion von lokaler Windenergie in Madagaskar einsetzt. Auch früher hat sich Beyeler in Trimbach engagiert, als sie in der Organisation von Quartierfesten mithalf, als Präsidentin des Mittagstischs arbeitete oder bei Satus Trimbach das Vizepräsidium ausübte.

Ihre Parteilosigkeit sieht Henny Beyeler nicht als Nachteil, sondern als Chance. «Mit meiner Kandidatur möchte ich den Trimbachern eine echte Auswahlmöglichkeit bieten. Als unabhängige Kandidatin bin ich nicht an Parteilinien gebunden, sondern kann stets zum Wohle aller Einwohnerinnen und Einwohner agieren», erläutert sie. Ihr Ziel sei vor allem, die Wohnqualität im Dorf beizubehalten und aufzubauen sowie die Gemeinschaft, Familien, Schulen und Vereine zu fördern.

Doch Beyeler ist nicht die einzige parteilose Kandidatin, welche sich von ausserhalb des Gemeinderats für die Wahl des Gemeindepräsidenten aufstellt. Auch der 41-jährige Reto Vogt, welcher es vergangenen Sonntag auf seiner eigenen Liste knapp nicht in den Trimbacher Gemeinderat geschafft hat, kandidiert für das Präsidium. Letzte Woche sei sich der Parteilose noch unsicher gewesen, ob er trotz seines Misserfolgs an den Gemeinderatswahlen für das Präsidium antreten werden, am Montag reichte er seine Kandidatur jedoch offiziell ein. Reto Vogt war am Montag für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Sollten Reto Vogt oder Henny Beyeler, welche beide nicht im Trimbacher Gemeinderat sind, für das Gemeindepräsidium gewählt werden, müsste Silvia Lehmann von der CVP gemäss dem geltenden Gesetz ihren Sitz als Gemeinderätin räumen und diesen dem neuen Amtsinhaber oder der neuen Amtsinhaberin überlassen.

Altherr gegen Wildheuer

Ebenfalls am Montag hat 70-jährige FDP-Gemeinderat Walter Hürst seine Kandidatur für das Gemeindepräsidium bekannt gegeben. «Wir konnten die anderen, besonders die SP, nicht einfach machen lassen, ohne selber einen Kandidaten zu stellen», so Robert Hess, Parteipräsident der FDP Trimbach. Den SVP-Kandidaten Dieter Altherr zu unterstützen, sei für die Partei bisher nicht infrage gekommen. «Wir rechnen mit einem zweiten Wahlgang», so Hess. «Dann können wir uns überlegen, wie wir weiterfahren wollen», fügt er an.

Bereits letzte Woche waren die zwei weiteren Kandidaturen bekannt. Martin Bühler hat seine Kandidatur für das Gemeindepräsidium im Februar dieses Jahres verkündet. Der SP-Gemeinderat erzielte an den Gemeinderatswahlen vom letzten Sonntag die meisten Stimmen aller Kandidaten. SVP-Gemeinderat Dieter Altherr teilte seine Kandidatur einen Tag nach den Gemeinderatswahlen mit. Er kandidiert, um «Wildheuern» – parteilose Kandidaten, welche nicht im Gemeinderat sind – die Stirn zu bieten. Altherr wird von der CVP unterstützt, die selber keine Kandidatur eingereicht hat, da sich Silvia Lehmann nicht zur Verfügung stellt.

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