Obergösgen

Feuerwehren kämpfen gegen mehrere Brände

Drei Feuerwehren des Niederamts zeigten am vergangenen Samstag, was es heisst, ein Feuerwehrmann zu sein.

An der Hauptübung der Feuerwehren Lostorf-Stüsslingen-Rohr, Obergösgen und Winznau jagte ein Highlight das nächste.

Kreisschule Mittelgösgen, 12 Uhr. Das Wetter: angenehme 20 Grad mit viel Sonnenschein. Auf dem Vorplatz der Schule in Obergösgen tummeln sich bereits seit 9 Uhr morgens rund 140 Feuerwehrleute. Sie bereiten sich vor auf die diesjährige Hauptübung der Feuerwehren Lostorf-Stüsslingen-Rohr, Obergösgen und Winznau. Die Festbänke für die Gäste stehen bereit. Auf dem Grill brutzeln die ersten Würstchen. «Bei der Hauptübung geht es vor allem darum, sich als Feuerwehr der Öffentlichkeit zu präsentieren», erklärt David Geering, Fourier der Feuerwehr Winznau.

«Ein besonderes Highlight»

Zu sehen bekommt man bereits vor den Übungen Einiges: In der Einfahrt der Schule steht ein ganzer Fuhrpark mit Feuerwehr-Fahrzeugen. Blickfang: Der Hubretter der Betriebsfeuerwehr des Kernkraftwerks Gösgen, dessen Korb sich bis zu 45 Meter in die Höhe ausfahren lässt. «Ein besonderes Highlight für die Gäste», meint Geering. Diese dürfen nämlich auf Wunsch Höhenluft schnuppern.

Um 13 Uhr ist die Festwirtschaft in vollem Gange: Freunde und Familie der Feuerwehrleute sowie Bewohner aus den umliegenden Dörfern gönnen sich eine Wurst vom Grill. Eine halbe Stunde später gehts los mit der ersten Übung. Das Szenario: Ein Auto wird während eines Sturms von einem Ast erfasst. Die verletzte Fahrerin ist in der Fahrerkabine eingeschlossen. Sofort wird die Feuerwehr alarmiert, die kurz darauf vor Ort ist. «Oh, es brönnt!», schallt es durch die Zuschauermenge. Tatsächlich: Hinter dem Auto hat sich ein Feuer entfacht. Der Einsatzleiter beurteilt die Situation: Ast sichern, Feuer löschen, Patientin retten. In weniger als einer halben Stunde ist der Ast entfernt und die Patientin versorgt. Das ginge auch in einem echten Notfall so schnell, bestätigt der Einsatzleiter.

Mehr Feuer!

Die Kinder im Publikum bleiben aber unbeeindruckt. Sie wollen mehr Feuer sehen. Ihr Wunsch wird erhört: Denn nach einer kurzen Pause startet die zweite Übung mit einer grossen Stichflamme. Ein Feuerwehrmann demonstriert, welch fataler Fehler es ist, brennendes Öl mit Wasser löschen zu wollen. Explosionsartig steigen die Flammen in die Höhe. So sei ein Brand in der Schulküche entstanden, den es nun zu löschen gilt, erfährt man durch die Lautsprecher vom Moderator. Sirenen ertönen, während Schüler aus dem Küchenfenster um Hilfe rufen. Es muss schnell gehen: Eine Feuerwehrtruppe verschwindet mitsamt Wasserschlauch im Gebäude, während an der Fassade eine Rettungsleiter angebracht wird. Ein weiterer Feuerwehrmann bewegt sich in einer Autodrehleiter zum anderen Fenster, wo ein schwer verletzter Schüler geborgen werden muss. Es sind rund 25 Leute mit vollster Konzentration im Einsatz. Innert kürzester Zeit ist der Brand gelöscht und die Schüler sind gerettet.

In der Pause vor der letzten Übung stürmen die Kleinen zum Hubretter, um die Aussicht aus über 40 Metern Höhe zu geniessen. Andere versammeln sich gespannt neben der Unfallszenerie der letzten Übung: ein Zusammenprall von Bus und Auto auf der Hauptstrasse. Um 15.30 Uhr ertönt plötzlich ein lauter Knall aus den Lautsprechern: der Startschuss für die dritte Übung. In kurzen Abständen treffen zuerst Polizei, dann Feuerwehr, darauf die Sanität ein. Rund 45 Leute kümmern sich um die Verletzten im Bus, die Bergung des Bus-Chauffeurs und der eingeklemmten Fahrerin im Auto. Gute Zusammenarbeit der Organisationen ist hier sehr wichtig. Die Rettung der Verletzten zieht sich in die Länge, doch nach rund einer Stunde sind alle Patienten versorgt.

Die schaulustigen Zuschauer dürfen sich anschliessend das zersägte Auto aus der Nähe ansehen. Hier und da werden Fotos geschossen. Danach heisst es: ab nach Hause. Auch für die Rettungskräfte ist nun Feierabend.

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