Niederamt

Energie- und Gemeindepolitik locken an die Urne

In Walterswil konnten viele Stimmen gezählt werden.

Im Vergleich zu den Kantonsratswahlen vom 12. März wählten die Niederämter diesen Sonntag mit einer deutlich höheren Stimmbeteiligung.

Vergangenen Sonntag wurde in zehn Niederämter Gemeinden Däniken, Dulliken, Erlinsbach, Gretzenbach, Lostorf, Obergösgen, Schönenwerd, Starrkirch-Wil, Trimbach und Walterswil der Gemeinderat für die kommende Legislatur gewählt. In Niedergösgen konnten die Stimmberechtigten entscheiden, ob Kurt Henzmann, der einzige Kandidat fürs Gemeindepräsidium, das Amt übernehmen soll.

Während die Wahlbeteiligung im Niederamt im März an den Kantonsratswahlen nur 33,63 Prozent betrug und wenige Stimmberechtigte an die Urne lockte, schien die Energie- sowie die Gemeindepolitik das Volk deutlich stärker zu interessieren. Die eidgenössische Abstimmung über das Energiegesetz brachte 44,13 Prozent der Stimmberechtigten dazu, an die Urne zu gehen. Aus den elf wählenden Gemeinden gaben insgesamt 41,41 Prozent aller Stimmberechtigten ihre Stimme zur Gemeinderatswahl ab.

Walterswil holt auf

Starrkirch-Wil ist betreffend der Stimmbeteiligung bei den Gemeinderatswahlen wenig überraschend auf dem ersten Platz – wie bereits bei den Kantonsratswahlen. Die Stimmbeteiligung in der Gemeinde ist bei den meisten Abstimmungen und Wahlen eine der höchsten der Region.

Überraschender ist indes das Resultat in Walterswil. Im März befand sich die kleine Gemeinde am südlichen Rand des Niederamts mit 22,91 Prozent auf dem letzten Platz, was die Wahlbeteiligung betrifft. Dieses Mal, bei den Gemeinderatswahlen, ist die Gemeinde mit 47,12 Prozent auf dem zweiten Platz zu finden. «Wir können es eben doch», sagt die Walterswiler Gemeindepräsidentin Marie-Louise Wilhelm-Merz lachend. «Es ist wirklich schön. Ich freue mich», fügt sie an. Wilhelm-Merz habe sich bewusst zurückgehalten und die Bevölkerung nicht zu stark zum Wählen animiert, da sie selber bei den Wahlen involviert war. Die hohe Beteiligung schreibt sie dem Interesse zu, das bei gemeindeinternen Wahlen höher sei als bei den Kantonsratswahlen.

Das Schlusslicht der Liste bildet Schönenwerd, wo nur 31,38 Prozent aller Wahlberechtigten sich entschlossen, bei den Gemeinderatswahlen an die Urne zu gehen. Dementsprechend unspektakulär fiel in der Gemeinde auch das Resultat aus: Die Sitzverteilung bleibt gleich, alle bisherigen Gemeinderäte, die erneut antraten, wurden gewählt, und die einzige Neuerung im Gemeinderat ist eine Neue, die einen abgetretenen Gemeinderat ersetzt.

Tiefe Beteiligung in Niedergösgen

Ebenfalls tief war die Wahlbeteiligung am Sonntag in Niedergösgen, wo zwar kein neuer Gemeinderat, aber die Wiederwahl des Gemeindepräsidenten Kurt Henzmann anstand. Mit einer Beteiligung von 32,6 Prozent ist die Gemeinde auf dem zweitletzten Platz. 39,04 Prozent der Stimmberechtigten gaben jedoch ihre Stimme bei der eidgenössischen Abstimmung ab.

Der Unterschied beträgt also mehr als sechs Prozent – so viel, wie in keiner anderen Gemeinde. Doch obwohl deutlich weniger Wahlberechtigte sich mit der Frage des Gemeindepräsidiums auseinandersetzten, hatten die wenigen, die dies taten, einen grossen Einfluss: Wegen 19 fehlenden Stimmen zum absoluten Mehr wurde Henzmann nicht gewählt.

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