Beim Fussball haben sich Erwachsene und Kinder, Knaben und Mädchen getrennt umzuziehen und zu duschen. Das verlangt nicht nur der gesunde Menschenverstand, sondern mittlerweile auch das Gesetz. Doch was profan klingt, kann für manche Vereine zur Herausforderung werden. Wenn nämlich die benötigte Infrastruktur fehlt. Und Geld ist in aller Regel nicht im Überfluss vorhanden.

Vor diesem Problem steht momentan der FC Trimbach. Vier Garderoben und gerade mal eine Dusche zwängen sich in den schmalen Gang der Anlage Leinfeld. Geplant war deshalb ein Neubau auf dem Grossfeld-Areal. Doch dieses Projekt wurde vergangenes Jahr von der Gemeindeversammlung auf die lange Bank geschoben. Andere Baustellen seien wichtiger, so die Begründung. Gleichzeitig wurde der Gemeinderat damit beauftragt, eine Lösung für das dringliche Problem zu präsentieren. Dies hat er getan. Ab sofort gilt:

  • Die Junioren können die Duschen und Garderoben der angrenzenden Turnhalle benützen, die via Verbindungstür direkt zugänglich sind. Für die Reinigung ist der FC verantwortlich.
  • Gästemannschaften und Schiedsrichter dürfen die Garderoben der neuen Turnhalle, die vom Teerplatz aus zugänglich sind, benutzen. Für die Reinigung ist die Gemeinde zuständig. Der FC bezahlt eine Pauschale von 2000 Franken jährlich. In diesem Betrag ist allerdings auch die Pauschale für den Platz enthalten. Dafür bezahlte der FC Trimbach bisher jährlich 900 Franken.

Übergangslösung

So richtig zufrieden mit dieser Lösung ist eigentlich niemand. «Das ist Pflästerli-Politik», lässt etwa Gemeindepräsident Martin Bühler verlauten. Doch zumindest habe man für den Moment eine Lösung. Längerfristig hat Bühler allerdings andere Pläne im Sinn. Das Grossfeld-Projekt ist noch nicht abgeschrieben. Ziel sei es, eine abgespeckte Version des Neubaus vor die Gemeindeversammlung zu bringen. Doch wenn auch diese abgelehnt würde, müsse man konsequenterweise sämtliche sportlichen Investitionen in dieses Areal einstellen, so Bühler. Die Gemeinde bezahlt jährlich rund 30 000 Franken für dessen Unterhalt.

Und was sagt der FC?

«Die Lösung ist eine gute Überbrückung», findet Sonya Baumgartner, Präsidentin des FC Trimbach. Doch auch sie bricht nicht in Begeisterungsstürme aus. «Wir mussten halt unbedingt etwas machen. Und dies war die einzige Möglichkeit.» Auch Baumgartner hofft, dass irgendwann auf dem Grossfeld-Areal etwas kommen wird. Gleichzeitig hat sie aber auch zur präsentierten Übergangslösung Bedenken. Wenn etwa unter der Woche Spiele stattfinden, könnte es zu Konflikten mit anderen Vereinen kommen, befürchtet sie. «Wir hoffen, dass die Zusammenarbeit klappt. Doch wie gut diese Idee tatsächlich funktioniert, muss man jetzt zuerst testen.»