Trimbach

Eine fast vierzigjährige Ära geht zu Ende — die Nachfolge ist noch offen

Mitte März schliessen die Pächter – die Geschwister Chantal und Raphael Studer – das Restaurant zur Kapelle in Trimbach. Die Nachfolge ist noch offen.

Chantal und Raphael Studer vom Restaurant zur Kapelle verabschieden sich. «Wir sagen Adieu», schreiben sie auf einem Flyer und in den sozialen Medien. Am 14. März beenden sie ihr Engagement im Traditionslokal mitten in Trimbach. Allerdings nicht sang- und klanglos. «Verbringen Sie den letzten Abend im Chäpelli mit der Familie Studer samt dem Team und der Glugger-Clique gemeinsam», heisst es auf dem Flugblatt weiter. Mit dem Weggang der Geschwister Studer geht eine fast vierzigjährige Ära zu Ende. Sie führten das Trimbacher Restaurant zur Kapelle bereits in der zweiten Generation. Für beide ist der Wechsel einschneidend, sie blicken aber mit grosser Dankbarkeit auf die Zeit mit der Familie und den Mitarbeitenden zurück. «Am meisten schmerzt aber der Abschied von den treuen Gästen», gestehen beide. «Die vielen Kontakte, ja entstandenen Freundschaften, werden uns fehlen.»

Im letzten September entschieden sie sich, die Pacht nicht zu verlängern. Nach dem Abschied des selbstständig geführten Restaurations- und Hotelbetriebs geht es für die Geschwister Studer nahtlos weiter. Raphael wird Koch bei Aaria Catering, und Chantal wird eine Kaderstelle in der Krone Aarburg antreten.

Im Jahr 1983 konnten Urs und Ursula Studer-Wachter das markante Haus an der Baslerstrasse erwerben. Der in Trimbach aufgewachsene Urs Studer war nach der Kochlehre im Urnerhof in Flüelen 1968 noch einige Zeit im Betrieb geblieben. Dort lernte er auch Ursula Wachter kennen. Gemeinsam übernahmen sie das Oltner Restaurant Bornhof, und im 1984 eröffneten sie das renovierte «Chäpelli» in Trimbach. Sohn Raphael Studer lernte Koch und Kellner bei Peter Oesch im «Goldenen Ochsen». Während seiner Wanderjahre war er unter anderem als Gardemanger im Park Hotel Vitznau für die kalte Küche zuständig. Am 1. November 2007 trat er die Stelle als Küchenchef im elterlichen Betrieb an.

Die Kapelle neben dem Gebäude gab dem Restaurant seinen Namen.

Die Kapelle neben dem Gebäude gab dem Restaurant seinen Namen.

Prominente Gäste sind im «Chäpelli» eingekehrt

Die acht Jahre jüngere Schwester Chantal absolvierte eine Lehre als Servicefachangestellte, ebenfalls im «Goldenen Ochsen». Sie bildete sich zur Bereichsleiterin Restauration mit eidgenössischem Fachausweis weiter. Am 1. Juni 2014 übernahm sie die Leitung des Servicebereichs im «Chäpelli».

Ein Jahr später, am 15. Juni 2015, starb Urs Studer unerwartet – erst 67-jährig. Somit mussten Raphael und Chantal Studer die Führung des Gastwirtschaftsbetriebs schneller als geplant übernehmen. Sie behielten Vaters gutbürgerliche Küche bei, Spezialitäten wie den «Suure Mocke», das bekannte «Chäpelli-Schnitzel», ein paniertes Schnitzel mit Spiegelei als Fitness-Teller oder den Eiskaffee gerührt als Dessert des Hauses.

Prominente sind hier eingekehrt, so etwa Walter Roderer, Jörg Schneider, Kliby und Caroline oder Pepe Lienhard. Auch zahlreiche Privatpersonen, Dorfvereine und Ortsparteien besuchten das Restaurant als Stammlokal – zum Morgenkaffee, nach der Probe oder dem Training und zur Versammlung traf man sich zur geselligen Runde im «Chäpelli».

Hinweis Gutscheine von Hotel und Restaurant sind noch bis zum 14. März 2020 einlösbar.

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