Paul-Gugelmann-Museum

Ein klangvoll-beschwingter Geburtstag: Sonderausstellung zeigt bisher unbekannte Werke

Das Paul-Gugelmann-Museum in Schönenwerd zeigt zu seinem 25-jährigen Bestehen eine Sonderschau mit bislang unbekannten Werken.

Die Pandemie hat auch dem Paul-Gugelmann-Museum zugesetzt. Im Frühling blieb das Haus während des Lockdowns und darüber hinaus geschlossen. Erst nach den Sommerferien öffnete es seine Pforte wieder. «Etliche Gruppen, vor allem die grösseren, haben leider gebuchte Führungen abgesagt», berichtet die Geschäftsführerin Madeleine Kuhn. Gegenwärtig dürfen Führungen bis zu zehn Personen stattfinden. «Ich hoffe, dass die Leute, die Paul Gugelmanns Kunstwerke gerne haben, trotzdem zu uns kommen.»

Denn zu sehen gibt es allerhand neue Objekte: Seit letzter Woche wird die Sonderschau zur Museumseröffnung vor 25 Jahren gezeigt. «Ein Jahr lang haben wir diese Ausstellung vorbereitet und hätten sie im Juni eröffnen wollen», erklärt Martin Planzer. Doch wegen der Pandemie geriet der Terminplan aus den Fugen.

«Auch die für Ende Oktober geplante Vernissage mussten wir absagen», bedauert der Präsident des Museum-Fördervereins. Ohne Reden und Apéro wurde die in wenigen Tagen aufgebaute Ausstellung für das Publikum zugänglich.

Weder chronologische Abfolge noch thematische Linie

Wer ins Museum eintritt, vernimmt die typischen Gugelmann-Geräusche: Ein Rattern da, ein Klingeln dort, aus einer Ecke irgendwo quietscht und scheppert es drauflos. Die klingende Mechanik fasziniert vom ersten Augenblick an. Über das ganze Erdgeschoss verteilt sind Werke aus Privatbesitz zu bestaunen, die bislang noch nie öffentlich zu sehen waren.

Wer die Leihgeber sind, ist nicht ersichtlich. «Das spielt keine Rolle», meint Christian Tännler, der dem Museum seit der ersten Stunde verbunden ist. Die Werke repräsentieren Gugelmanns Schaffen, ohne einer chronologische Abfolge oder einer thematischen Linie zu folgen.

Die flüsternden Fischer

In der Mitte des Raumes steht etwa die Gruppe «Fischerlatein».  Hintereinander sind Figuren aufgereiht, zuvorderst sitzt eine Figur und angelt. Über ein Kabel wird ein Elektromotor in Gang gesetzt, worauf sich die Figuren nacheinander etwas zuflüstern.

«Über das Kabel, das auf der Vorderseite herausragte,  ist jemand gestolpert, worauf Paul Gugelmann die Maschine auf Handbetrieb umbaute», erinnert sich Tännler. Schliesslich kam jemand und bot Gugelmann einen anderen Elektromotor an, bei dem das Kabel auf der Rückseite des Gehäuses her ausführt. «Keine der hier gezeigten Maschinen hat Paul Gugelmann so oft auseinandergenommen und danach wieder zusammengebaut wie diese hier», sagt Tännler.

Die Herausforderung des Zusammenbauens

Der 91-jährige Künstler selbst hat die Einrichtung der Ausstellung zwar noch betreut, das fertige Ergebnis aber noch nicht gesehen. «Wir sind gespannt auf seine Reaktion», so Madeleine Kuhn. 

Tännler schaut als Chef der Gruppe Technik, dass die Mechanik weiterhin funktioniert. «Sehr knifflig ist das Zusammenbauen. Wenn man nicht alle Teile genau in der Reihenfolge ablegt, wie man sie entfernt hat, bringt man nachher das Werk fast nicht mehr zusammen.»

Hinweis
Die Sonderausstellung ist noch bis zum 22. November 2020 jeweils am Mittwoch, Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Informationen: www.gugelmann-museum.ch

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