Dulliken
Dubiose Feuerwehrseite ist vom Netz gelöscht

Die ehemalige Website der Feuerwehr Dulliken, welche von einem Unbekannten missbraucht wurde, ist nun offline. Fourier Roger Fluri sagt dazu: «Wir sind einfach froh, dass die Website nun endlich offline ist und wir nicht mehr damit in Verbindung gebracht werden.»

Kelly Spielmann
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Im Hintergrund die alte Homepage, vorne die jetzige Meldung.

Im Hintergrund die alte Homepage, vorne die jetzige Meldung.

Fotomontage/PEK

Vor rund einem Monat erfuhr die Feuerwehr Dulliken, dass ihre ehemalige Website missbraucht wurde. Mit anstössigen und unprofessionellen Inhalten versuchte eine unbekannte Person, die Feuerwehr in ein schlechtes Licht zu rücken.

Sogar das schlimme Feuerwehrunglück von Gretzenbach, welches 2004 sieben Feuerwehrmänner das Leben kostete, wurde auf der Seite verwendet, um sich über die Dulliker Feuerwehr lustig zu machen. Laut Roger Fluri, Fourier der Feuerwehr Dulliken, habe diese den Vorfall sofort bei der Polizei gemeldet.

Hilfe von Kobik

Nun, nach fünf Wochen, ist die dubiose Website nicht mehr im Internet zu finden. Gibt man die Webadresse im Browser ein, erscheint lediglich eine Meldung, dass die Seite nicht gefunden werden könne. «Ich bin erleichtert, dass die Website mittlerweile gelöscht wurde und nicht mehr missbraucht wird», äussert sich Fluri zur Abschaltung der Seite. Mit dem Löschen der Internetseite hatte er selber jedoch nicht viel zu tun.

Die Feuerwehr habe sich zwar an die Polizei gewendet, jedoch keine Anzeige erstattet. Dies bestätigte auch die Kantonspolizei Solothurn auf Anfrage: «Ein Vertreter der Feuerwehr hat sich zwecks Beratung an die Feuerwehr gewendet. Eine Anzeige liegt nicht vor, folglich konnten wir nicht aktiv werden, sondern beratend zur Seite stehen», so Andreas Mock, Leiter Kommunikation und Medien der Kantonspolizei Solothurn.

Zu dieser Beratung haben die Empfehlungen gehört, sich an die Melde- und Analysestelle Informationssicherung (Melani) oder die Koordination zur Bekämpfung von Internetkriminalität (Kobik) zu wenden. Letztere Empfehlung habe die Feuerwehr befolgt und sich an die Kobik gewendet, um Hilfe zu erhalten, so der Fourier.

Via Meldeformular auf der Homepage der Koordinationsstelle habe die Feuerwehr Dulliken den Missbrauch gemeldet. Welche Prozesse bei der Kobik anschliessend abliefen, wisse Fluri jedoch nicht. Die Medienstelle der Kobik könne über konkrete Fälle zwar keine Auskunft geben, erklärte jedoch den allgemeinen Ablauf eines solchen Falls von Internetkriminalität: Nach der Meldung der betroffenen Person oder Organisation, in diesem Fall der Feuerwehr, überprüft die Kobik die gemeldete Seite nach strafrechtlich relevanten Inhalten.

Zu diesen gehören beispielsweise harte Pornografie, Rassismus, Gewaltdarstellungen oder Ehrverletzungen, diese Liste ist jedoch nicht abschliessend. Werden solche Inhalte gefunden, wird die Seite an die zuständigen Strafverfolgungsbehörden weitergegeben. Von diesen wird anschliessend eine Verfügung erlassen, um die Homepage zu schliessen.

Da das Formular einfach über das Internet ausgefüllt werden kann, werden viele dieser Meldungen erstellt – daher kann es einige Zeit dauern, bis der Prozess abgeschlossen ist. Dies erklärt auch, weshalb es fünf Wochen dauerte, bis die Seite der Feuerwehr von der Oberfläche des World Wide Webs verschwand.

Täter weiterhin unbekannt

Herausgefunden, wer die Seite missbrauchte, hat die Feuerwehr aber trotz der Hilfe der Koordination zur Bekämpfung von Internetkriminalität nicht. Roger Fluri ist dies jedoch auch nicht wichtig. Ob die Kobik herausgefunden habe, um wen es sich handle, wisse er ebenfalls nicht, aber das müsse er auch nicht, sagt er.

Ihm sei bloss wichtig gewesen, dass die Seite verschwindet: «Wir sind einfach froh, dass die Website nun endlich offline ist und wir nicht mehr damit in Verbindung gebracht werden», so der Fourier der Dulliker Feuerwehr. Ob und was mit dem Täter geschehe, das liege im Ermessen der zuständigen Strafvollzugsbehörde und habe mit der Feuerwehr nichts zu tun.

Momentan bemüht sich die Feuerwehr Dulliken laut Fluri darum, die Domain www.feuerwehr-dulliken.ch wieder in ihren Besitz zu bringen, damit solche Missbrauchsfälle nicht mehr vorkommen können. «Wir möchten die Domain wieder kaufen und iese dann auf unsere offizielle Lodur-Seite verlinken», erklärt er.

Bei dieser handelt es sich nämlich um die einzige, echte Seite der Feuerwehr Dulliken: www.dulliken.lodur-so.ch