Niederamt

Die Post geht Umwege: Wegen der Zentralisierung in der Verteilung schliesst die Verteilstelle in Schönenwerd

Mit der Fahrt nach Aarau wird für die  Schönenwerder Pöstlerinnen und Pöstler die tägliche Tour nun länger. (Symbolbild)

Mit der Fahrt nach Aarau wird für die Schönenwerder Pöstlerinnen und Pöstler die tägliche Tour nun länger. (Symbolbild)

Die Verteilstelle Schönenwerd schliesst, die Tour der Briefträger startet in Zukunft ab Aarau − die Gewerkschaft stellt Forderungen.

Seit einigen Jahren befindet sich die Post im Umbau. Zu dieser Umstrukturierung des Postnetzes gehören nicht nur Schliessungen von Postfilialen, sondern auch Schliessungen von Verteilstellen. Logisch aus Sicht der Post: Für weniger Filialen braucht es auch weniger Verteilzentren. Die Poststelle in Schönenwerd hat zwar die Schliessungswelle überstanden, nun geht es aber der Verteilstelle an den Kragen. Diese soll ab dem 15. Juni 2020 in die Zustellstelle Aarau integriert werden. Doch was bedeutet dies für die Mitarbeiter oder die Kunden?

Die Verteilstelle in Schönenwerd ist nicht nur für die Postzustellung in Schönenwerd selbst zuständig, sondern auch für diejenige in den Gemeinden Niedergösgen und Gretzenbach. Von der Integration in die Zustellstelle Aarau sind alle Gemeinden, die zum Einzugsbereich der Stelle Schönenwerd gehören, betroffen. Grund für die Integration sei das veränderte Kundenverhalten, wie Markus Flückiger, Verantwortlicher für die Kommunikation der Post, auf Anfrage dieser Zeitung mitteilt. «Seit Jahren gehen die Anzahl zugestellter Sendungen markant zurück», sagt Flückiger. Aus Sicht der die Post macht daher eine Zentralisierung in der Verteilung Sinn. «Die Integration der Zustellstelle Schönenwerd in die Zustellstelle Aarau erlaubt es der Post, die Zustellproduktivität zu steigern», erklärt Flückiger. Und dies, obwohl die Postboten nun den zusätzlichen Weg nach Aarau zurücklegen müssen. Denn ab Mitte Juni werden die Briefträger ab der Verteilstelle in Aarau starten, wie die Post mitteilt. Für die Mitarbeitenden der PostMail Zustellung würden sich dadurch ein neuer Arbeitsweg und ein neuer Arbeitsort ergeben. Es würden aber alle Mitarbeitenden weiterbeschäftigt werden, versichert Flückiger.

Gewerkschaft fordert Austausch mit Mitarbeiter

Dass sich die Post aufgrund der Wettbewerbsfähigkeit unter Druck gesetzt fühlt, sieht Matthias Loosli, Mediensprecher der Gewerkschaft Syndicom, als Grund für die Zentralisierungstendenz. Allerdings sei der vorliegende Fall ihnen noch nicht zu Ohren gekommen. Bislang hätten sich noch keine Mitarbeitenden der Post diesbezüglich bei ihnen gemeldet. «Unsere rechtliche Handhabe ist hier aber auch eingeschränkt», erklärt Loosli. In diesem Fall handle es sich um eine Änderungskündigung und von Gesetzes wegen sei Vieles schon geregelt. Die Gewerkschaft fordert gegenüber der Post, dass diese vor allem bezüglich der neuen Arbeitswege, die eventuelle Umwege mit sich bringen, mit den Mitarbeitenden den Austausch sucht. Die Gewerkschaft erwartet, dass die Post auf Einzelfälle eingeht, Rücksicht nimmt und individuelle Lösungen gesucht werden.

Keine Veränderung für die Kunden

Die Integration der Verteilstelle Schönenwerd in diejenige Aaraus soll aber laut der Post keine Veränderungen für die Kunden zur Folge haben. «Das Dienstleistungsangebot für die Empfängerkunden hält die Post nach wie vor mit hoher Qualität ein», sagt Flückiger. Auch für die Postfiliale in Schönenwerd und die Agenturen in Niedergösgen im Voi und in Gretzenbach im Spar soll es keine Auswirkungen auf den Betrieb oder das Angebot haben. Dies sei auch ein Anliegen der Gewerkschaft, sagt Loosli von der Syndicom. Eine solche Veränderung des Postnetzes dürfe keine Verschlechterung für die Kunden nach sich ziehen, erklärt Loosli.

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