Der Khmer-Kulturverein Walterswil möchte auf seiner Parzelle eine Ruhestätte bauen. Dies geht aus einem Baugesuch im amtlichen Anzeiger des Niederamts hervor. Doch wie soll das daherkommen? Welche Logistik wird dahinter stecken? Das Baugesuch lässt Fragen offen. «Wir beerdigen hier niemand und bahren auch keine Verstorbenen auf», sagt Sinh Tra, Kulturvereinspräsident der Khmer, gleich vorweg.

Es handle sich lediglich um ein Haus, in dem Urnen beigesetzt würden. Es soll rund 7,3 Meter hoch, 6 Meter breit und 8 Meter lang sein. Die Fenster sind höher platziert als üblich und eher schmal gehalten, damit der Platz optimal genutzt werden kann. «Hier hat es Raum für mehrere hundert Urnen», erklärt Tra. Das Urnenhaus soll im südlichen Teil der Parzelle zwischen Garten und Kirchgasse gebaut werden.

Ein unauffälliges Häuschen

Streng genommen hätte das Urnenhaus nach traditioneller Bauweise ausfallen sollen. Im Stil eines buddhistischen Tempels, vergleichbar mit dem Zentrum «Wat Srinagarin» in Gretzenbach. Doch da die Parzelle in Walterswil in einer Kernzone liegt, war dies nicht gestattet. So haben sich die Verantwortlichen des Kulturzentrums umgehört. Schliesslich übernahmen sie fast vollständig die Baupläne einer Khmer-Gedenkstätte in Berlin, die ähnlichen Bauvorschriften unterliegt.

Die Khmer kremieren die Verstorbenen traditionell. Sieben Tage später findet mit der Beisetzung ein weiteres Ritual statt. Hundert Tage nach dem Tod trifft sich die Gemeinde erneut, um dem Verstorbenen die Ehre zu erweisen. Bislang hatten die Khmer in der Schweiz die Urnen ihrer Verstorbenen jeweils daheim vor einem Privataltar aufbewahrt. Künftig wird eine Beisetzung in Walterswil möglich sein, vorausgesetzt, das Baugesuch wird genehmigt. Der Bau des Urnenhauses wird nur wenige Monate dauern. Tra erklärt: «Das Gebäude ist nicht unterkellert.» Finanziert werde es ausschliesslich durch Spenden.