Gemeinderat

Der Neuling macht in Kienberg das Rennen

Neu im Kienberger Gemeinderat: Martin Hummel.

Neu im Kienberger Gemeinderat: Martin Hummel.

Erstmals seit langem gab es eine Kampfwahl um einen Gemeinderatssitz in Kienberg. Das Ergebnis ist überraschend deutlich.

Für die Kienberger Bevölkerung war es eine ungewohnte Ausgangslage. Das hohe demokratische Gut, zwischen Kandidaten wählen zu können, gab es bei frei werdenden Gemeinderatssitzen kaum mehr. In den letzten Jahren stellte sich meist nur ein Kandidat, der die gemeindepolitischen Geschicke übernehmen wollte.

Am Sonntag hatte die Gemeinde wieder einmal die Wahl: Zwischen Martin Hummel – sein Wahlslogan lautete «frisch, aktiv, dynamisch». Und Michel Gubler, er charakterisierte sich über die drei Adjektive: «ehrlich, engagiert, zuverlässig».

«Das ist Demokratie»

Eine Mehrheit der Kienberger Stimmbevölkerung sprach Hummel das Vertrauen aus. Bei einer Wahlbeteiligung von 47 Prozent machte der 55-Jährige 122 Stimmen. Sein Gegenkandidat Michel Gubler kam auf 55 Stimmen. Bei der Kampfwahl traf mit Hummel ein Neuzuzüger auf den Einheimischen Gubler. «Überraschend ist, dass ein Neuzuzüger mit solch grossem Vorsprung gewinnt», sagt Gemeindepräsidentin Adriana Gubler. «Es war vorgängig schwierig abzuschätzen, wie die Wahl ausgehen würde», so Gubler weiter. Die Erfahrungswerte fehlten, da es in Kienberg den letzten Jahren nie Wahlen gab.

Der neu gewählte Gemeinderat sagt zum deutlichen Resultat: «Es bestätigt meinen positiven Eindruck der Gemeinde. Es zeigt, dass Kienberg offen ist.» Hummel zog erst vor zwei Jahren in die Gemeinde, er stammt aus dem baselländischen Oberwil. Seine Partnerin und er hätten im Dorf schnell gute Kontakte aufgebaut. Einerseits über den örtlichen Theater-Verein. Andererseits über den Aktiv-Stall Gubler, wo ihr Pferd stehe. Auch Gemeindepräsidentin Adriana Gubler war aufgefallen, dass Martin Hummel sich aktiv im Dorf integriert. Sie hatte ihn angefragt, ob er Interesse an einer Kandidatur hätte.

Der Elektroingenieur sagte bereits beim Wahlantritt, er stelle sich zur Verfügung, um der Gemeinde etwas zurückzugeben. «Es geht mir nicht darum, mich zu profilieren», sagt Hummel nun nach geschaffter Wahl. Sein Gegenkandidat Michel Gubler ist enttäuscht über die Niederlage, sagt jedoch: «Das ist Demokratie, darum muss ich gratulieren.» Womöglich hätten die Kienberger frischen Wind gewollt.

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