Das Gebäude liegt ausserhalb des Dorfkerns von Lostorf. Nur ein aufmerksamer Spaziergänger oder Autofahrer entdeckt das niedrige, von Pflanzen überwucherte Haus an der Ecke Winznauerstrasse und Hauptstrasse. Die Namen am verrosteten Briefkasten beweisen: Hier leben gleich mehrere Personen. Die Gemeinde nennt das heruntergekommene Gebäude «Asyl-Pavillon». Derzeit leben fünf Asylbewerber in den Räumlichkeiten.

«Diese Unterkunft ist ein alter Metallcontainer, der zwischenzeitlich sicher etwa 20 Jahre alt ist», sagt Jeanette Dinkel auf Anfrage. Sie ist zuständig für die Asylkoordination bei der Sozialregion Oberes Niederamt. Die Gemeinde Lostorf teilt im auf der Website veröffentlichten Jahresbericht 2018 mit: «Der bestehende und mittlerweile marode Asyl-Pavillon an der Winznauerstrasse muss ersetzt werden.» Noch befinden sich Gemeinde und Sozialregion aber in der Planung. Dinkel erklärt, dass die zuständige Kommission sowie der Gemeinderat noch über die möglichen Lösungen befinden müsse.

«Das Asylwesen hat eine ganz eigene Dynamik»

Klar ist für Dinkel aber, dass es sich um eine modulare Bauart handeln werde. Das heisst: Die Raumlösungen gestalten sich flexibler. «Das Asylwesen hat eine ganz eigene Dynamik. Die Schwierigkeit besteht darin, dem Bedarf gerecht zu werden», sagt Dinkel. So gebe es Phasen, in denen hauptsächlich Unterkünfte für Einzelpersonen gebraucht würden. «Dann wieder sind es eher Familien, die Platz benötigen.» Geplant sei, einen Ersatzbau für zehn bis zwölf Personen zu bauen. «Für wie lange dieses neue Gebäude nutzbar sein wird, entscheidet die Finanzierung und Amortisation des Baus sowie die Entwicklung des Asylwesens in der Schweiz und in Europa», sagt Dinkel.

In der Sozialregion Oberes Niederamt gibt es laut Dinkel drei Unterkünfte dieser Art. «Der restliche Wohnraum besteht aus Mietwohnungen in den verschiedenen Gemeinden», so die Asylkoordinatorin. In Lostorf ist aber wieder eine Asylunterkunft in einem Gebäude geplant. Denn: «Lostorf hat sehr wenige Mietwohnungen. Daher haben wir keine Asylsuchenden in Mietwohnungen», erklärt Gemeindepräsident Thomas Müller gegenüber dieser Zeitung. Ausserdem sei die Sozialregion daran interessiert, dass die Asylbewerber nicht allzu stark verteilt seien. Das würde den Betreuungsaufwand vergrössern.

Souverän entscheidet über Investition

Die Gemeinde Lostorf ist Eigentümerin des maroden Asyl-Pavillons. Und wird auch die Bauherrin bei dessen Neubau sein. In der Investitionsrechnung dieses Jahres hat Lostorf deshalb einen Betrag von 650 000 Franken budgetiert. «Wenn alles ideal läuft, könnten die Lostorfer bereits an der Gemeindeversammlung am 4. September über die Investition entscheiden», so Müller. Aufgrund der engen zeitlichen Verhältnisse könnte das Geschäft aber auch erst im Dezember zur Abstimmung kommen. Der Baustart würde bei einem Ja zum Neubau also entweder im November 2019 oder dann im Frühjahr 2020 erfolgen.